DeShawn Stevenson im Interview

"Der Streit mit LeBron ist vorbei"

Von Für SPOX in Dallas: Tobias Rochau
Donnerstag, 04.03.2010 | 23:13 Uhr
Keine Angst vor großen Namen: DeShawn Stevenson hält Lakers-Superstar Kobe Bryant in Schach
© Getty
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DeShawn Stevenson galt eigentlich nur als zusätzlicher Ballast nach dem Trade mit den Wizards. Die Dallas Mavericks wollten Caron Butler, freuten sich, dass sie Brendan Haywood dazu bekamen und waren einverstanden, zur Not auch Stevenson dazuzunehmen.

Nach dessen bislang schwacher Saison war von einem Buyout die Rede, noch bevor er sich bei Coach Rick Carlisle vorstellen konnte. Doch passiert ist nichts. Stevenson ist immer noch da, spielt inzwischen sogar und überzeugt in den Minuten, die er bekommt, mit beinharter Defense.

Nach dem Heimsieg über die Minnesota Timberwolves spricht der Fan von Dennis Rodman im SPOX-Interview über den Abschied aus Washington, Titelträume mit den Mavs und seinen neuen, alten Look.

SPOX: Herr Stevenson, seit einigen Wochen sind Sie nun ein Maverick. Wie haben Sie sich in Dallas eingelebt?

DeShawn Stevenson: Mir gefällt die Stadt, aber auch mein neues Team. Wir haben wirklich tolle Spieler. Dass ich jetzt um den Titel mitspielen kann, anstatt ständig verlieren zu müssen, ist ein schönes Gefühl.

SPOX: Sie sind also tatsächlich davon überzeugt, dass Dallas ein ernstzunehmender Rivale für die Lakers ist?

Stevenson: Definitiv. Wir wollen den Titel. In der Umkleidekabine hat jeder ein Bild von der Trophäe an seinem Platz angebracht als Erinnerung, um was es geht. Wir wissen, dass wir stark genug sind.

SPOX: Klingt so, als wären Sie gerne nach Dallas gekommen. Haben Sie Washington auch gerne verlassen?

Stevenson: Ja, nach allem, was dort vorgefallen ist, war ich richtig froh, dass ich woanders neu anfangen konnte.

SPOX: Sie waren noch nie ein großer Scorer. Jetzt in Dallas werden Sie mehr denn je als Defensivspieler gebraucht. Wie ist das, wenn man Abend für Abend den besten Flügelspieler des Gegners verteidigen muss?

Stevenson: (lacht) Um meinen Job bin ich eigentlich nicht zu beneiden. In dieser Liga kann man im Prinzip niemanden komplett ausschalten. Ich versuche einfach, es jedem so schwer wie möglich zu machen, mich im Kopf meines Gegners einzunisten und seinen Rhythmus zu stören.

SPOX: Das Spiel gegen die Indiana Pacers war sozusagen Ihre Coming-Out-Party, mit dieser Leistung sind Sie in der öffentlichen Wahrnehmung bei den Mavericks angekommen. War das die Chance, auf die Sie gewartet hatten, um zu zeigen, was Sie können?

Stevenson: Na klar, die wollte ich mir nicht entgehen lassen. Aber ich gebe zu, dass ich auch etwas verunsichert war. Wir haben so viele gute Spieler. Jedes Mal, wenn sich Jason Terry, Shawn Marion oder Caron Butler für eine Einwechslung bereit gemacht haben, dachte ich, dass ich jetzt runter muss. Ich bin Coach Carlisle dankbar, dass ich drinbleiben durfte.

SPOX: Für die Fans ist es natürlich schade, dass es nach Ihrem Wechsel nur im Finale zu einem Playoff-Duell mit ihrem Erzfeind LeBron James kommen könnte.

Stevenson: Ach, eigentlich will ich über diese Geschichte gar nicht mehr reden. Wir hatten unsere Auseinandersetzungen, aber in einer Playoff-Serie kann das schon mal vorkommen. Ich habe jetzt ein neues Team, ich starte wieder von vorn. Die Sache mit LeBron gehört der Vergangenheit an.

SPOX: Aber einen amtlichen Playoff-Bart für zukünftige Schlachten haben Sie sich trotzdem schon mal wachsen lassen. Welche Wette haben Sie denn diesmal verloren?

Stevenson: (lacht) Nein, dieses Mal hat das nichts mit einer Wette zu tun. Es war mittlerweile einfach so, dass ich mich ohne Bart unwohl gefühlt habe. Ich habe das Gefühl, dass ich so mit einem ganz anderen Selbstvertrauen auf den Platz gehe, also habe ich ihn wieder wachsen lassen.

SPOX: Ihren verrückten Look komplettieren seit diesem Jahr eine Reihe neuer Tattoos. Es sieht so aus, als sei Ihr ganzes Gesicht voll davon!

Stevenson: Hier an der rechten Schläfe habe ich den Namen meines Sohnes eintätowieren lassen, Londyn. Auf der linken Seite, am Wangenknochen, habe ich ein "P". Das steht für die Pittsburgh Pirates, mein Lieblingsteam in der MLB. Da hat Barry Bonds seine Karriere begonnen.

SPOX: Und diese Linien, die sich über die Stirn ziehen?

Stevenson: Das soll ein Riss sein, wie in einer Mauer. Das erinnert mich immer daran, dass ich stark sein muss. Ich habe oft das Gefühl, als wollten mich andere Menschen fertig machen, mich brechen. Dieses Tattoo soll eine Warnung sein.

Beaubois sticht Barea aus - Dallas schlägt Minnesota

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