Donnerstag, 11.03.2010

13. Sieg in Folge für die Mavs

Sieg verbuchen, abhaken, vergessen

Die Dallas Mavericks (45-21) haben ihre beeindruckende Siegesserie mit einem 96:87-Erfolg gegen die New Jersey Nets (7-57) weiter ausgebaut. Gegen das schlechteste Team der Liga taten sich Dirk Nowitzki und Co. im American Airlines Center aber extrem schwer und mussten einen großen Rückstand aufholen, ehe der 13. Sieg in Folge feststand. Nowitzki erwischte einen rabenschwarzen Abend, dafür sprangen andere in die Bresche.

Mavs-Superstar Dirk Nowitzki blieb gegen New Jersey 13,3 Punkte unter seinem Schnitt
© Getty
Mavs-Superstar Dirk Nowitzki blieb gegen New Jersey 13,3 Punkte unter seinem Schnitt

Es gibt Spiele, die für Fans, Medien und Spieler schon lange vor dem Tipoff entschieden sind. So wie das Spiel der Mavs gegen die Nets. Das heißeste Team der Liga gegen das schlechteste. Natürlich würde Dallas den 13. Sieg in Serie einfahren.

Dass New Jersey trotz der katastrophalen Bilanz mit Devin Harris, Brook Lopez und auch Courtney Lee einige sehr gute Spieler in seinen Reihen hat und zuletzt immerhin auch mal in Boston gewann, hatten die Mavs-Spieler zwar sicherlich auch registriert, aber dennoch ist es nur allzu normal, dass auch sie sich nicht vorstellen konnten, wie sie gegen die Nets verlieren sollten.

Wenn man dann noch die Mavs kennt und weiß, wie gerne sie sich gegen schlechte Mannschaften das Leben schwer machen, der konnte schon ahnen, dass es gegen New Jersey auch kein souveräner Sieg werden würde, bei dem Dallas von Beginn an die Kontrolle übernimmt.

Mavs völlig lethargisch

Kontrolle über das Spiel hatte Dallas dann auch genau 30 Sekunden lang. Jason Kidd traf einen von zwei Freiwürfen zum 1:0 - es sollte für lange Zeit erstmal die letzte Führung der Mavs gewesen sein.

Dallas verschlief den Start komplett, spielte ohne jede Energie und lag folgerichtig nach dreieinhalb Minuten mit 1:11 hinten. Die logische Konsequenz war die erste Auszeit von Rick Carlisle, aber diese brachte erstmal auch keine Besserung.

Die Mavs fanden sowohl offensiv als auch defensiv nicht statt, blieben unglaublich lethargisch und gerieten immer weiter ins Hintertreffen (3:17). Harris und Lopez machten mit Dallas, was sie wollten und führten die Nets zu einer 33:19-Führung nach dem ersten Viertel.

Nets mit 18 Punkten in Führung

Dennoch mussten sich die Fans im AAC eigentlich keine großen Sorgen machen. Zum einen ist bekannt, dass Dallas schon 16 Mal in dieser Saison ein Spiel noch gedreht hat, in dem es mit zehn oder mehr Punkten zurücklag. Und zum anderen waren es eben die Nets.

Es war davon auszugehen, dass das mieseste Team der Liga irgendwann auch wie das mieseste Team der Liga zu spielen beginnt.

Im zweiten Viertel baute New Jersey die Führung zwar zunächst noch auf 18 Punkte aus (41:23), aber dann leitete Brendan Haywood, der nach seiner Rückenverspannung ebenso wie Erick Dampier (1 Punkt in 4 Minuten) wieder ins Team zurückkehrte, mit einem Dreipunktespiel nach einem Offensivrebound die Wende ein.

Benotet werden alle Spieler mit fünf oder mehr Minuten Einsatzzeit
Benotet werden alle Spieler mit fünf oder mehr Minuten Einsatzzeit

Mavericks - Nets: Die Highlights des Spiels im Video bei ESPN

Dallas dreht das Spiel im dritten Viertel

So ganz langsam regte sich was bei den Mavs. Dallas legte in Sachen Intensität eine Schippe drauf und profitierte davon, dass die Nets völlig den Faden verloren und zeitweise kaum mehr etwas trafen. Vor allem dank des erneut starken Rodrigue Beaubois verkürzte Dallas den Abstand zur Pause auf acht Zähler (39:47).

Im dritten Viertel änderte sich das Bild nicht. New Jersey war eiskalt aus dem Feld (3/21 in den ersten 9 Minuten des dritten Viertels), es dauerte keine fünf Minuten, bis Shawn Marion die Partie von der Freiwurflinie ausgleichen konnte (51:51). Wenig später war es wieder Marion, der für die erste Führung der Mavs (56:54) seit der ersten Minute des Spiels sorgte.

Dallas war jetzt wacher, physischer und bekam die Partie auch wegen Haywoods Präsenz unter dem Korb in den Griff. Nach drei Vierteln lag man bereits mit acht Zählern vorne (70:62) und schien nach einer Dreierserie zu Beginn des Schlussviertels doch noch auf dem Weg zu einem letztlich souveränen Sieg zu sein (81:69). So souverän wurde es dann aber doch nicht.

Butler mit wichtigen Körben

Die Nets kamen dank ihrer zweiten Garde um Terrence Williams, Jarvis Hayes und Kris Humphries mit einem 11:0-Run wieder heran und hielten das Spiel bis in die letzten Minuten völlig offen. Dallas verlor wie zuletzt praktisch immer die meisten Duelle unter dem Korb, ohne Zweifel aktuell die größte Sorge für Carlisle.

Da zu allem Übel auch noch Beaubois mit seinem sechsten Foul frühzeitig ausschied, mussten die Mavs kurzzeitig noch mal zittern und es benötigte einige starke Aktionen von Caron Butler (insgesamt 18 Punkte) und einen entscheidenden Kidd-Dreier zum 90:85, um Dallas endgültig auf die Siegerstraße zu bringen.

Caron Butler im SPOX-Porträt: "Dick und fest: Das sind die Besten"

Kidd stand in Abwesenheit der verletzten Jason Terry und J. J. Barea über 44 Minuten auf dem Feld, verteidigte in der zweiten Hälfte glänzend gegen Harris und lieferte mit 20 Punkten (5 Dreier) und 9 Assists auch offensiv abermals eine formidable Vorstellung ab.

Kidd und seine Dreier...

Mit 139 Dreiern liegt Kidd gemeinsam mit Channing Frye (Phoenix) in der Saisonstatistik auf Rang drei. Nur Aaron Brooks (Houston, 158) und Danilo Gallinari (NY Knicks, 145) haben in dieser Saison mehr Dreier als Kidd getroffen, im Zeitraum ab dem 1. Februar liegt Kidd sogar auf Rang eins.

Wie sich der 36-Jährige in den letzten Jahren zu einem der besten Distanzschützen der NBA entwickelt hat, ist eine herausragende Leistung. Ganz und gar nicht herausragend war dagegen die Leistung von Dirk Nowitzki im Spiel gegen die Nets.

Nach seinen zuletzt überragenden Auftritten ging beim deutschen Superstar an diesem Abend überhaupt nichts zusammen. Er traf nur drei seiner 16 Wurfversuche aus dem Feld, beendete die Partie lediglich mit 12 Zählern und leistete sich außerdem 5 teilweise haarsträubende Turnover.

"Es war ein untypisches Spiel von Dirk, aber man kann nicht jeden Abend wie ein MVP spielen. Er hat sich das Recht verdient, auch mal einen schlechten Tag zu haben", sagte Carlisle.

Nowitzki überholt George Gervin

Das einzige Positive für Nowitzki war, dass er George Gervin (20.708 Punkte) in der All-Time-Scoring-Liste überholte und nun schon auf Rang 30 liegt.

Die besten Akteure auf Seiten der Nets waren Harris (21 Punkte, 7 Assists), Williams (18 Punkte, 13 Rebounds) und Humphries (13 Punkte, 8 Rebounds).

Es gibt für die Mavs keinen Grund, sich auch nur eine Sekunde länger als nötig mit dem Sieg gegen die Nets zu beschäftigen. Sieg verbuchen, abhaken, vergessen, die DVD des Spiels möglichst sofort verbrennen.

Nach dem gleichen Motto können die Mavs auch am Samstag bei der Partie gegen die New York Knicks verfahren. Den 14. Sieg in Folge klarzumachen, ist Pflicht. Wenn es wieder auf eine etwas wenig überzeugende Art und Weise passiert wie gegen die Nets, auch okay, Sieg ist Sieg.

12. Sieg in Folge: Dallas gewinnt in Minnesota

Für SPOX in Dallas: Tobias Rochau / Florian Regelmann

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