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Dirk Nowitzki noch der Beste

Dallas Mavericks kriminell schlecht

Von Für SPOX in Dallas: Tobias Rochau / Haruka Gruber
Sonntag, 14.03.2010 | 06:43 Uhr
Nowitzki (2.v.r.) erzielte 20 Punkte, wurde aber dennoch von McGrady (2.v.l.) in den Schatten gestellt
© Getty
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So mies Dirk Nowitzki singt, so desolat präsentieren sich die Dallas Mavericks beim 94:128 gegen die New York Knicks. Dallas verliert nicht nur zum ersten Mal nach 13 Siegen, sondern auch den zweiten Platz im Westen.

Es ist zum Heulen. Zumindest für einen Musik-Liebhaber, der sich das neue Video von nordtexanischen Sport-Stars zu Gemüte führt.

In diesem amüsanten Promoclip singen der Footballer Tony Romo oder der ehemalige Eishockey-Profi Brett Hull laut zum Schnulzen-Hit "Kiss" von Faith Hill mit. Die schrägste Intonation jedoch hat Dirk Nowitzki: "This Kiss, this Kiss, it's criminal."

Die Tonlage des Superstars der Dallas Mavericks: fast schon kriminell schief. Die Leistung seines Teams gegen die New York Knicks war ebenfalls fast schon kriminell. Kriminell schlecht.

Dallas nicht mehr Zweiter

Mit einer auch in der Deutlichkeit verdienten 94:128-Heimpleite gegen eines der schlechtesten Teams im Osten haben die Mavs zum ersten Mal nach 13 Siegen in Folge wieder ein Spiel verloren.

Mehr noch: Durch einen 125:108-Erfolg bei den Memphis Grizzlies verdrängen die Denver Nuggets (45-21) Dallas (45-22) von Platz zwei der Western Conference. Der Rückstand auf die führenden Los Angeles Lakers (48-18) ist auf 3 Partien angewachsen.

"Niemand wollte, dass ein solch großartiger Lauf so endet. Aber es bleibt dabei: Wir hatten einen großartigen Lauf und jetzt geht es darum, aus der Niederlage zu lernen und gleich eine neue Serie zu starten", sagte Shawn Marion.

Diesmal keine Wende

Dabei schien die Begegnung gegen die formschwachen Knicks dem gewohnten Dallas-Skript zu folgen. Die Mavs begannen schläfrig, lagen schnell 2:9 zurück, nur um das Spiel in kurzer Zeit auf 13:11 zu drehen. Doch diesmal ließ Dallas die Kaltschnäuzigkeit und den Siegeswillen der letzten Wochen vermissen.

New York nutzte den uninspirierten und nachlässigen Basketball der Gastgeber, ging in Führung und baute diese stetig aus. Vom 30:25 (Ende erstes Viertel) bis zum 44:31 (Mitte zweites Viertel), 73:54 (Mitte drittes Viertel), 91:66 (Ende drittes Viertel) und 128:91 (30 Sekunden vor dem Ende).

Mavericks - Knicks: Die Highlights des Spiels im Video bei ESPN

Nowitzki immerhin mit 20 Punkten

Spannung kam nur noch Anfang des dritten Viertels auf, als Nowitzki seine Mannschaft auf 11 Punkte heranbrachte (54:65). Die Knicks erstickten mit 8 schnellen Zählern hintereinander jedoch jegliche Hoffnung im Keim.

Spätestens als der verzweifelte Versuch von Mavs-Coach Rick Carlisle, zu Beginn des letzten Viertels mit einer Small-Ball-Aufstellung (Rodrigue Beaubois für Brendan Haywood) eine Aufholjagd zu starten, grandios scheiterte, war jedem klar: Dallas verlässt zum ersten Mal nach vier Wochen als Verlierer das Parkett.

Nowitzki war mit 20 Punkten (5 von 13), 12 Rebounds und 2 Blocks noch der beste Maverick, ansonsten überzeugten mit Abstrichen die Backup-Guards Beaubois (6 von 11 für 13 Punkte) und J.J. Barea (6 von 10 für 14 Punkte). Starting-Point-Guard Jason Kidd blieb trotz 15 Zählern (5 von 12) blass und verlor das direkte Duell gegen New Yorks Toney Douglas (21).

Marion und Butler schwach

Offensichtlich noch nicht wieder in Topform sind die beiden Center Brendan Haywood (10 Minuten) sowie Erick Dampier (8 Minuten), die den agileren und gedankenschnelleren Gegenspieler David Lee (15 Punkte, 14 Rebounds, 7 Assists) nie in den Griff bekamen und demnach kaum Einsatzzeit sahen.

Der Hauptgrund für die Klatsche waren jedoch die schwachen Leistungen der Swingmen. Marion fand gut in die Partie, schwächelte jedoch zusehends, nahm unnötig viele schwierige Würfe und verkam in der Defense zu einem Sicherheitsrisiko.

Nahezu unsichtbar spielte Caron Butler, dessen anfänglicher Enthusiasmus in Apathie umschlug. Am Ende nahm er an seinem 30. Geburtstag nur 6 Würfe, von denen er 2 verwandelte.

New York geschlossen stark

Davon profitiert haben die Small Forwards und Shooting Guards der Knicks. Es ist kein Zufall, dass die beiden besten Scorer, Bill Walker (von der Bank kommend 23 Punkte) und Wilson Chandler (22), über weite Strecken von Marion beziehungsweise Butler gedeckt wurden.

Eine starke Vorstellung legte auch Tracy McGrady (11 Zähler) hin, der den Mavs im entscheidenden dritten Viertel 10 Punkte einschenkte.

Die Unterlegenheit der Mavs verdeutlichen auch die Team-Statistiken. Vom Rebounding (43:42) und den Blocks (5:5) abgesehen, hatte Dallas in allen Kategorien deutlich das Nachsehen. Egal ob bei Wurfquote (42,5 Prozent:56,2 Prozent), Assists (14:28), Turnovers (15:8) oder Steals (5:8).

Extreme Spiele gegen die Knicks

Kurios mutet die deutliche Niederlage an, wenn man bedenkt, dass Dallas das letzte Duell gegen die Knicks in New York noch mit 50 Punkten Vorsprung gewonnen hatte. Nun folgte die Abfuhr mit 34 Zählern.

Marion: "Die Knicks haben mich sogar vor dem Spiel darauf angesprochen und angekündigt, uns den Hintern zu versohlen."

"Rache ist süß", sagte New Yorks Al Harrington (20). "Wer eine solch gute Phase wie Dallas hat und dann die Knicks empfängt, kommt einem wohl der Gedanke, denen im Schlaf 150 Punkte einzuschenken. Aber diesmal war es ein anderes Knicks-Team. Wir haben die Mavs überrascht."

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