Mittwoch, 17.02.2010

Oklahoma City zieht den Mavs den Zahn

Neue Spieler, alte Probleme

Mit einem 86:99 bei den Oklahoma City Thunder sind die Dallas Mavericks in die zweite Saisonhälfte gestartet. Dirk Nowitzki war mit 24 Punkten Topscorer seines Teams.

Konnten den Mavs noch nicht helfen: Caron Butler, Brendan Haywood und DeShawn Stevenson
© Getty
Konnten den Mavs noch nicht helfen: Caron Butler, Brendan Haywood und DeShawn Stevenson

Da haben die Dallas Mavericks (32-21) aber noch eine Menge Arbeit vor sich. Trotz neuer Spieler, die die Texaner eigentlich zu einem Titelkandidaten machen sollten, hatte das Team von Dirk Nowitzki bei den Oklahoma City Thunder (31-21) beim 86:99 kaum eine Chance.

Sowohl Caron Butler (4 von 16 aus dem Feld) als auch Center Brendan Haywood waren noch nicht in der Lage, dem Team entscheidend zu helfen. DeShawn Stevenson bekam bei fünf Minuten Spielzeit kaum eine Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen.

Verwundern sollte das allerdings nicht. Denn noch bis wenige Stunden vor dem Spiel war völlig unklar, ob die Neuen überhaupt würden spielen dürfen: Nicht erledigter Papierkram brachte das Debüt der Neuen in Gefahr.

Guter Start der Mavs

Letztlich klappte es aber doch, sodass Butler gleich als Shooting Guard in die erste Fünf der Mavs berufen wurde. Haywood musste sich vorerst noch hinter dem wiedergenesenen Erick Dampier anstellen und kam von der Bank. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Big-Man-Duell um Minuten in den nächsten Spielen entwickelt.

Nach einem Turnover und einem Airball gelang Butler nach exakt fünf Minuten sein erster Korberfolg als Maverick. Mitte des ersten Viertels kamen die Mavs immer besser ins Spiel - und das ohne Dirk Nowitzki auf dem Platz: Zwei dumme Fouls des Stars zwangen Coach Rick Carlisle, sein Lineup durcheinander zu wirbeln.

Haywood kam wenig später auch in die Partie und half mit, den anfänglichen 9:10-Rückstand bis Viertelende in eine 26:16-Führung umzuwandeln. Das sah doch ziemlich gut aus, was die Mavs da spielten: Hinten aggressiv (21 Rebounds in zwölf Minuten!), vorne mit gutem Zusammenspiel (8 Assists bei 9 Field Goals), Dallas hatte das Spiel gut im Griff.

Rookie Harden taut auf

Und dann kam phasenweise auch noch Glück dazu. Ein doch ziemlich klares Offensiv-Foul von Nowitzki interpretierten die Schiedsrichter als Foul von James Harden, gaben den daraus resultierenden Korb und sprachen dem Deutschen zusätzlich einen Freiwurf zu.

Statt drei Fouls gab es also drei weitere Punkte, Thunder-Coach Scottie Brooks nahm eine Auszeit. Und die sollte Wirkung zeigen: In Harden (17 Punkte, 5 Rebounds, 6 Assists) und Russell Westbrook (17, 6 und 8) fand Oklahoma City endlich die händeringend gesuchten zweiten und dritten Scorer neben Kevin Durant (25 Punkte, 14 Rebounds), der anfangs doch ziemlich allein gelassen wurde.

Die Nummer sechs der Western Conference war nach einem 13:8-Lauf wieder im Spiel, Dallas ließ plötzlich wieder Lücken in der Defense erkennen und hatte Probleme mit dem Fastbreak des Gegners.

73 Prozent Trefferquote der Thunder im zweiten Viertel sagen wohl alles über die Verteidigungsleistung der Mavs. Praktisch mit der Halbzeitsirene sorgte Rookie Harden mit einem Dreier für die 54:53-Führung der Hausherren.

Benotet werden alle Spieler mit fünf oder mehr Minuten Einsatzzeit
Benotet werden alle Spieler mit fünf oder mehr Minuten Einsatzzeit
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Oklahoma City Thunder - Dallas Mavericks: Die Highlights im Video bei ESPN

Mavericks: Einbruch in Hälfte zwei

Dallas hatte seine gute Ausgangsposition verspielt, aber natürlich weiterhin alle Chancen auf einen Sieg beim direkten Konkurrenten. Die Hoffnungen der Mavs-Fans fanden jedoch ein jähes Ende, als die Thunder im dritten Viertel die Zügel nochmal deutlich anzogen und nichts, aber auch gar nichts mehr zuließen.

Dallas machte gerade einmal 11 Pünktchen, und das nur, weil Nowitzki (drei Freiwürfe) und Butler (Dreier aus der Ecke) in den letzten 90 Sekunden ihre Ausbeute verbesserten.

Mit anderen Worten: In zehneinhalb Minuten machten die Texaner fünf Punkte, einer Klassemannschaft unwürdig. Die Durststrecke war aber eben nicht allein einer desolaten Leistung geschuldet, sondern zu einem Großteil der Defense Oklahoma Citys.

Überragende Defense von Sefolosha und Green

Immer wieder versuchten es die Mavs über das Pick-and-Roll zwischen Nowitzki und Jason Terry und spielten dem Gegner damit genau in die Karten. Denn so switchten die Thunder in der Verteidigung, Thabo Sefolosha (4) übernahm Nowitzki und ließ dem keine Chance.

Der Schweizer hat sich in seinem vierten NBA-Jahr zu einem der besten Verteidiger der Liga entwickelt und kann Point Guards, Flügelspieler und Power Forwards komplett aus dem Spiel nehmen. Jeff Green (17) machte einen nicht weniger formidablen Job in der Verteidigung.

Auch das vierte Viertel begann katastrophal: Oklahoma ließ einfach nicht locker, von der Mavs-Bank kam keinerlei Unterstützung: Besonders Terry (4 von 15) und J.J. Barea (1 von 5) enttäuschten auf ganzer Linie. Von den Neuzugängen sowie dem im ersten Durchgang noch so starken Shawn Marion war auch nichts mehr zu sehen.

Nächster Kracher: Heimspiel gegen Phoenix

Alles schaute wie immer nur auf Nowitzki, aber auch der hatte sich im Kampf gegen das halbe Thunder-Team aufgerieben und sein Pulver verschossen. Da stehen den Mavs noch viele Trainingseinheiten bevor, ehe aus der One-Man-Show endlich ein schlagkräftiges Team wird.

Im Stile einer Klassemannschaft - sprich mit guter Defense und sicherem Offensivspiel - brachte der Gastgeber die Führung nach Hause und fuhr den siebten Sieg in Folge ein. Damit ist Oklahoma City derzeit das heißteste Team im Westen und ein Gegner, auf den in dieser Form in den Playoffs wohl niemand gerne treffen würde.

Dallas kassierte nach der Klatsche gegen Denver unmittelbar vor dem All-Star-Break auch nach dem Wochenende wieder eine schmerzhafte Pleite.

Die Thunder liegen nur noch einen Sieg hinter den Mavs, die langsam aufpassen müssen. Schon in der kommenden Nacht geht es im heimischen American Airlines Center gegen die Phoenix Suns. Gibt es da auch eine Pleite, fällt Dallas hinter den Rivalen zurück.

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Philipp Dornhegge

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