Donnerstag, 04.02.2010

Mavs-Heimsieg gegen Golden State

Mit Selbstlosigkeit in die Erfolgsspur zurück

Nach drei Niederlagen in Folge konnten die Dallas Mavericks wieder einen Sieg feiern. Gegen die Golden State Warriors siegte das Team von Dirk Nowitzki daheim mit 110:101.

Nach gefühlten zwei Monaten machte Josh Howard mal wieder ein starkes Spiel für die Mavs
© Getty
Nach gefühlten zwei Monaten machte Josh Howard mal wieder ein starkes Spiel für die Mavs

Alle Fans der Mavericks können aufatmen: Durch einen 110:101-Sieg über die Golden State Warriors hat Dallas eine Krise abgewendet.

Nach drei Pleiten in Folge gegen Phoenix, Portland und Utah war die Truppe aus Oakland aber auch genau der richtige Gegner, um die Negativserie zu beenden und möglicherweise eine positive zu beginnen.

Golden State hat jetzt sieben Spiele in Folge und 13 seiner letzten 14 Auswärtspartien verloren und ist alles - aber kein Gegner auf Augenhöhe.

"Das war nicht so leicht, wie es aussah", gab Mavs-Coach Rick Carlisle jedoch zu bedenken. "Wir hatten einige holprige Phasen. Zum Glück konnten wir zur rechten Zeit hinten dicht machen und den Sieg einfahren."

Kidd und Marion: Dynamisches Duo

Carlisles Worten zum Trotz: Gegen die schlechteste Defense der Liga - die Warriors sind Letzte in gegnerischen Punkten, gegnerischer Quote aus dem Feld und Rebounds - konnte das Team von Superstar Dirk Nowitzki von Beginn an machen, was es wollte.

Der Deutsche hielt sich in der ersten Hälfte zwar merklich zurück, nahm acht Würfe, traf vier und sammelte vier Rebounds ein. Dafür hatten Jason Kidd und Shawn Marion jeweils Sahnetage erwischt: Der Spielmacher verbuchte in Durchgang eins 11 Assists, Dallas' Alleskönner Marion kam auf 14 Zähler und 7 Rebounds.

Insgesamt überzeugten die Mavs mit ihrer Selbstlosigkeit: Über die gesamte Partie gelangen Dallas 43 Field Goals, bei 32 davon verbuchte ein anderer Spieler einen Assist - eine überragende Quote. Zum Vergleich: Golden State kam bei 38 Field Goals nur auf 13 Assists.

Najera startet für verletzten Dampier

Die vielleicht schönste Geschichte jedoch spielte sich schon vor dem Start der Partie ab: Eduardo Najera, vor kurzem per Trade von den Nets gekommen, kam zu seinem ersten Einsatz in der Starting Five, weil Erick Dampier mit Knieproblemen passen musste.

Coach Rick Carlisle wollte seine Rotation offenbar nicht über den Haufen werfen, weshalb Drew Gooden trotz Dampiers Verletzung von der Bank kam. Die große mexikanische Gemeinde in Dallas nahm Carlisles Entscheidung wohlwollend auf: Najera wurde mehr als herzlich empfangen.

Und der 33-Jährige zahlte es mit einer engagierten Leistung zurück. Zwar hatte er gegen Warriors-Center Andris Biedrins (6 Punkte) und Power Forward Ronny Turiaf (2) Nachteile in Bezug auf die Körpergröße.

Aber eins kann man Najera nicht vorwerfen: dass er auf dem Court nicht alles geben würde. Etliche Male war er als Help-Defender für Ballverluste des Gegners verantwortlich, zudem nahm er einige Offensivfouls auf.

Benotet werden alle Spieler mit fünf oder mehr Minuten Einsatzzeit
Benotet werden alle Spieler mit fünf oder mehr Minuten Einsatzzeit

Ellis hält die Warriors über Wasser

Das Spiel hätte schon vor der Pause entschieden sein können, denn weder Golden States Big Men noch Stephen Curry (6), Corey Maggette (20) oder die Bankspieler (21 insgesamt) sorgten mit ihren Auftritten bei den Fans im American Airlines Center für schlaflose Nächte.

Aber die Warriors haben da einen, der eigentlich beim All-Star-Game dabei sein müsste - wäre sein Team nicht so schlecht: Monta Ellis (46) - einer der aufregendsten Guards der Liga und ziemlich unstoppable, bereitete auch den Mavs große Probleme.

"Das war eine erstaunliche Leistung", lobte Warriors Coach Don Nelson seinen Schützling. "Er hatte kaum Unterstützung, hat aber trotzdem gekämpft und uns im Spiel gehalten."

In den ersten drei Vierteln erzielte Ellis 32 Punkte, und vergab dabei noch fünf seiner elf Freiwürfe. Allerdings verursachte er auch sieben Turnovers und - als er kurz vor Viertelende mit seinem fünften Foul Platz nehmen musste, war Dallas ein Problem los.

Nowitzki verletzt sich am Daumen

Dafür kam ein neues hinzu: Denn wenige Augenblicke vor dem Foul hatte sich Ellis von hinten an Nowitzki herangeschlichen und wollte ihm den Ball klauen. Dabei erwischte er offenbar den rechten Daumen des Deutschen, der sofort aus dem Spiel genommen werden musste und bei der Behandlung auf der Bank vor Schmerzen laut aufschrie.

"Den Daumen habe ich mir schon vor zwei Spielen verstaucht", erklärte Nowitzki anschließend. "Nach der Aktion heute werde ich wohl ein paar Tage Probleme haben. Zum Glück konnte ich mit Tapeverband Abhilfe schaffen."

Ohne die besten Spieler beider Teams verlor die Partie sichtlich an Niveau. Leute wie Coby Karl (0, 6 Rebounds), der Sohn von Denvers Coach George Karl, waren plötzlich gefragt.

Dass es so nicht weitergehen konnte, merkte auch Nelson, und brachte Ellis wieder. Der sorgte mit einem schnellen Dreier gleich wieder für Unruhe.

Selbstvertrauen tanken für das Spitzenspiel

Dallas konterte mit dem Nowitzki-Comeback: Der 31-Jährige kam mit bandagierter Hand zurück und übernahm sofort das Kommando. Mit sechs Nowitzki-Punkten in Folge zog Dallas drei Minuten vor Schluss auf 101:92 davon, das Spiel war nun endgültig gelaufen.

Mit offenen Würfen brachten die Mavs die letzten Sekunden locker über die Bühne und fuhren ihren 31. Saisonsieg ein. Und mit Siegen könnte es eigentlich in den nächsten Tagen weitergehen: Denn die Gegner am Freitag und Montag heißen Minnesota und - Golden State.

Auch wenn es in der Oracle Arena deutlich schwerer werden wird zu gewinnen: Ein Erfolg wäre ungemein wichtig, um sich Selbstvertrauen für das Topduell gleich am folgenden Tag zu holen.

Dann reist Dallas nach Denver und spielt gegen die Nuggets, die den Mavs unlängst Plat zwei in der Western Conference entrissen.

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Philipp Dornhegge

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