Dienstag, 19.01.2010

Dallas triumphiert in Boston

Kostenlose Lehrstunde von Nowitzki

Mit einem 99:90 bei den Boston Celtics haben die Dallas Mavericks die richtige Antwort auf den blutleeren Auftritt in Toronto gegeben. Dirk Nowitzki erzielte starke 37 Punkte.

Gegen die Boston Celtics traf Dallas' Superstar Dirk Nowitzki 14 seiner 22 Versuche aus dem Feld
© Getty
Gegen die Boston Celtics traf Dallas' Superstar Dirk Nowitzki 14 seiner 22 Versuche aus dem Feld

Aus diesen Dallas Mavericks (27-14) soll einer schlau werden. Hatte das Team um Superstar Dirk Nowitzki am Sonntagabend noch eine Klatsche von den Toronto Raptors bekommen, zeigten sie nun gegen einen Titelkandidaten, zu was sie fähig sind.

Bei den Boston Celtics (27-12) fuhr die Nummer zwei der Western Conference nach einer überragenden zweiten Halbzeit einen souveränen 99:90-Erfolg ein.

Dabei sah es zunächst noch gar nicht danach aus. Hatten die Mavs gegen Toronto noch ordentlich begonnen, lagen sie im TD Garden von der ersten Minute an zurück. Vor allem offensiv fand Dallas anfangs keinen Rhythmus.

Rondo mit starker erster Hälfte

Erst zwei Dreier von Jason Kidd Mitte des ersten Viertels brachten das Team langsam ins Rollen. Wenig später gab es sogar die erste Führung (18:17). Drew Gooden, der von der Bank gekommen war, hatte seiner Mannschaft einen kräftigen Schub gegeben.

Doch Bostons Point Guard Rajon Rondo (7 Punkte, 12 Assists) konterte: Mit einem Jumper - nicht gerade seine Spezialität - und einem Assist auf Paul Pierce drehte er den Spieß wieder um und startete einen 8:0-Lauf, um das Viertel ganz nach dem Geschmack der Fans ausklingen zu lassen. Mit 25:20 ging es in die erste Pause.

Ohnehin erlebte Rondo eine vorzügliche erste Hälfte. Mit acht Assists, die zum Teil richtig spektakulär waren, sorgte er für beste Stimmung auf den Rängen und erstickte jeden Versuch der Mavs, einen Lauf zu starten, bereits im Keim.

Mavs diskutieren mit den Schiedsrichtern

Nowitzki dagegen tat sich schwer: 15 Punkte in Hälfte eins können nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihm die langen Arme von Rasheed Wallace und das physische Spiel von Center-Biest Kendrick Perkins gehörig auf die Nerven gingen.

Als er beim Stande von 35:30 für Boston dachte, ein Foul gegen Glen Davis gezogen zu haben, regte er sich furchtbar auf, Rick Carlisle stand seinem Star zur Seite und kassierte ein technisches Foul.

Wie schon gegen die Raptors am Abend zuvor verbrachte Dallas schlicht und ergreifend zu viel Zeit damit, sich über Schiedsrichterentscheidungen aufzuregen.

Als hätten die Mavs nicht wissen müssen, dass Spiele in Boston körperbetont sind und die Heimteams in der NBA im Zweifel bevorteilt werden. Das geht Dallas im American Airlines Center nicht anders, doch hier war es offenbar plötzlich ein Problem.

Howard erneut ein Totalausfall

Josh Howard hielt sich mit Kommentaren zurück, war mit nur einem Treffer bei fünf Versuchen aber erneut eine Schwachstelle. Noch schlechter war in Hälfte eins nur Jason Terry (0 von 6).

Gooden (10 Punkte) und Kidd (8 Punkte, 7 Assists) waren neben Nowitzki die einzigen, die die Mavs im Spiel hielten. Mit einer 50:41-Führung für die Celtics ging es in die Pause.

Doch bevor die Teams in den Katakomben verschwanden, wäre es fast zum Eklat gekommen. Nowitzki und Perkins gerieten vor der Dallas-Bank aneinander und wären sich um ein Haar an die Gurgel gegangen. Ein weiterer Hinweis, dass den Mavs weder die Spielweise der Celtics noch das Zwischenergebnis schmeckten.

Die zweite Hälfte begann zwar mit einem weiteren Rückschlag: Dallas spielte gute Defense, doch mit ablaufender Shotclock traf Pierce (24) einen Glücksdreier aus neun Metern.

Benotet werden alle Spieler mit fünf oder mehr Minuten Einsatzzeit
Benotet werden alle Spieler mit fünf oder mehr Minuten Einsatzzeit

Celtics - Mavericks: Die Highlights des Spiels im Video bei ESPN

Dampier bringt Dallas ins Rollen

Danach aber lief es besser für die Mavs: Erick Dampier, ausgerechnet Dampier, verkürzte mit neun Punkten in den ersten fünf Minuten den Rückstand auf fünf Zähler. Nun war es der Gastgeber, der sich völlig aus dem Konzept bringen ließ und vorne eine Durststrecke erlebte.

Was Dampier offensiv ins Rollen gebracht hatte, brachte Nowitzki im dritten Abschnitt zu Ende: Der Deutsche traf von überall auf dem Platz, versenkte sechs seiner sieben Versuche und stand schon vor den letzten zwölf Minuten bei 29 Punkten.

Dallas brannte offensiv ein wahres Feuerwerk ab, gewann den Abschnitt mit 34:18 und nahm eine ordentliche 73:68-Führung mit in die Pause.

Die Zuschauer in Boston erwarteten jetzt ein Aufbäumen ihres Teams - doch die Mavs waren nicht mehr aufzuhalten. Nowitzki traf weiter, wie er wollte, und als dann auch noch Marion und Jason Terry mitmachten, war der Vorsprung ganz schnell auf 16 Zähler angewachsen.

Nowitzki und Terry machen den Sack zu

Mit der Rondo-Herrlichkeit war es übrigens längst vorbei: Der Spielmacher kam im zweiten Durchgang nur noch auf zwei Punkte und vier Assists und fügte sich damit nahtlos in die Liste derer ein, die man im zweiten Durchgang durchaus als Totalausfall bezeichnen konnte.

Einzig der ewig kämpfende Perkins (14 Punkte, 12 Rebounds, 2 Blocks, 2 Steals) und All Star Ray Allen (21) stemmten sich noch gegen die drohende Pleite. Allein es war längst zu spät.

Gegen ein Dallas-Team, das mit Nowitzki und Terry zwei der besten Closer der Liga hat, ist ein zweistelliger Rückstand in wenigen Minuten nur schwer aufzuholen. Vor allem, wenn dazu Kidd einen so fantastischen Job als Spielmacher macht wie gegen Boston.

Der Routinier brachte die Partie mit seiner Ruhe und Übersicht souverän über die Runden, setzte seine Mitspieler ein und spielte nahezu fehlerfrei in der zweiten Hälfte.

Nächster Halt auf dem Roadtrip: Washington

"Der Schlüssel zu diesem Erfolg war ganz klar unsere Defense", erklärte Nowitzki nach der Partie. "In der ersten Hälfte konnten wir Boston nicht stoppen. Und es ist einfach nicht unser Spiel, jeden Angriff mit einem Einwurf beginnen zu müssen. In der zweiten Hälfte sind wir dann endlich ins Laufen gekommen, hatten unseren Spaß und haben richtig gut gespielt."

Der 27. Saisonsieg war die perfekte Antwort auf den peinlichen Auftritt gegen Toronto und untermauerte Dallas' Status als eines der auswärtsstärksten Teams der Liga (14-7).

Die drittbeste Bilanz der Liga auf des Gegners Platz kann das Team in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag weiter ausbauen, wenn die Mavs bei den Washington Wizards antreten (1 Uhr im LIVESCORE).

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Philipp Dornhegge

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