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Dallas Mavericks: Nerven aus Titan

Von Für SPOX in Dallas: Tobias Rochau / Haruka Gruber
Dienstag, 01.12.2009 | 06:48 Uhr
Topscorer gegen Top-Rebounder. Oder auch Nowitzki (r., 28 Punkte) gegen Dalembert (19 Rebounds)
© Getty
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Dallas war gegen Philadelphia überlegen - und doch entwickelte sich ein Thriller. Dirk Nowitzki trug die Hauptlast und setzte eine überragende Serie fort. Der Matchwinner beim 104:102-Sieg war jedoch Jason Terry. Aber was macht Allen Iverson in Dallas?

Im Grunde hätten die anwesenden Journalisten ihren Spielbericht schon vor dem Tipoff verfassen können, zu offensichtlich schien die Ausgangslage.

Auf der einen Seite die Philadelphia 76ers. Sechs Niederlagen in Folge, zwei schwerwiegende Ausfälle mit Lou Williams und Marreese Speights, zudem die Unruhen wegen einer zweistündigen Verhandlungsrunde der Klub-Verantwortlichen mit dem vertragslosen Allen Iverson über eine Rückkehr des verlorenen Sohnes nach Philly - und das nur wenige Stunden vor der Partie bei den Dallas Mavericks.

Auf der anderen Seite die Gastgeber aus Dallas, die bisher nach jeder Niederlage fulminant zurückkehrten und das darauf folgende Spiel im Schnitt mit über 21 Punkten Vorsprung für sich entschieden. Da Dallas die vergangene Partie bei den Cleveland Cavaliers verloren hatte, sprach alles für eine erneute Mavs-Sternstunde. Weit gefehlt.

Terry der Matchwinner

Trotz eines über weite Strecken überlegen geführten Spiels und einer zwischenzeitlichen 17-Punkte-Führung (53:36) ließen die Texaner Philadelphia herankommen. Andre Iguodala sorgte mit einem Dreier in Shawn Marions Gesicht 5,6 Sekunden vor der Schlusssirene sogar für den 102:102-Ausgleich.

Es drohte die Verlängerung - doch als es fast zu spät war, demonstrierten die Mavs ihre im letzten und in diesem Jahr herausragende Stärke: Knappe Partien für sich zu entscheiden.

Jason Kidd wirft an der rechten Grundlinie ein auf Jason Terry, der an der Baseline stehend antäuscht, kurz dribbelt, sich einmal dreht und über Gegenspieler Willie Green hinweg den Sprungwurf ansetzt. Nichts als Netz. Noch 1,4 Sekunden auf der Spieluhr.

Philadelphia hat den letzten Wurf, doch Iguodala wird diesmal vom gesamten Team gut verteidigt, der Buzzerbeater des 76ers-Stars verkümmert zum Airball. Dallas (13 Siege, 5 Niederlagen) gewinnt 104:102 und damit auch das fünfte Spiel der Saison, das mit 5 Punkten oder weniger entschieden wurde. Nerven aus Stahl? Nein, Nerven aus Titan.

Nowitzki weiter in MVP-Form

Stellvertretend für die Nervenstärke steht Dirk Nowitzki, der erneut die Hauptlast in der Offensive trug und im letzten Viertel mit 8 Punkten bester Maverick war. Seine beiden verwandelten Freiwürfe 1:07 Minuten vor Schluss bedeuteten auch die Fortsetzung einer imposanten Serie: Bisher traf der 31-Jährige jeden (!) Freiwurf im vierten Viertel oder in der Verlängerung. Einmalig in der NBA.

Da konnte es Nowitzki, mit 28 Punkten (11 von 26) Topscorer des Spiels, mühelos verschmerzen, dass er erstmals nach zwölf Partien keinen Block zustande brachte.

Unterstützt wurde er gegen Philadelphia vor allem von Jason Kidd, der nach 7 Minuten bereits 10 Punkte erzielt hatte. Mit 22 Zählern stellte der sonst als Scorer so unscheinbare Point Guard eine neue Saison-Bestmarke auf.

Die Highlights des Spiels im Video bei ESPN

Dampier wieder dabei

Licht und Schatten hingegen bei den anderen Mavericks. Drew Gooden, der für den nach mysteriöser Krankheit genesenen Dampier den Platz in der Starting Five räumen musste, hatte einige gute Phasen, vergab jedoch vor allem in der Schlussphase leichte Würfe.

J.J. Barea fing Mitte des vierten Viertels mit drei Dreiern Feuer, konnte dafür jedoch seine Defizite in der Defense nur selten übertünchen. Der an Knöchelproblemen laborierende Marion ist weiterhin nur bedingt einsatzfähig, und Terry war - von seinem Game-Winner abgesehen - fast das komplette Spiel über unsichtbar (nur 7 Würfe).

76ers regieren die Bretter

Das alles wäre wohl nicht ins Gewicht gefallen, wenn Dallas kollektiv als Mannschaft nicht derart geschludert hätte bei der Arbeit am Brett. In Cleveland hatte es bereits einen Negativ-Franchise-Rekord von 24 Rebounds gegeben, und gegen Philly lief es auch nicht besser. Dallas griff sich 23 Rebounds weniger ab (37:60) als Philadelphia.

Samuel Dalembert (19) und Elton Brand (10) alleine zeichneten zusammen für 29 Rebounds verantwortlich. Die besten Scorer bei den Sixers waren Green (23), Brand sowie Thaddeus Young (beide 21).

Dass es trotz der Überlegenheit am Brett für die 76ers (5-13) nicht zum Sieg gereicht hat, spricht jedoch Bände - und erklärt, warum sich der Klub mit einer Verpflichtung von Allen Iverson beschäftigt. Rookie-Spielmacher Jrue Holiday ist als Vertreter des acht Wochen verletzten Williams schlicht überfordert.

Kehrt Iverson zurück?

Iverson, sein Agent Leon Rose sowie sein langjähriger Manager Gary Moore reisten eigens nach Dallas, um sich mit Sixers-Coach Eddie Jordan und General Manager Ed Stefanski zu unterhalten.

Anwesend war auch Assistenztrainer Aaron McKie, der zusammen mit Iverson Philadelphia 2001 ins NBA-Finale geführt hatte.

"Wir haben uns getroffen, um über eine mögliche Rückkehr von Allen Iverson zu sprechen", sagte Stefanski.

"Derzeit lassen sich beide Parteien aber alle Optionen offen und wir werden intern diskutieren, ob wir etwas unternehmen wollen."

Starker Nowitzki reicht nicht: Dallas chancenlos in Cleveland

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