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NBA Finals – Die Golden State Warriors und Kevin Durant vor Spiel 5: Der letzte Strohhalm

Kommt Kevin Durant rechtzeitig zurück, um die Golden State Warriors noch zu retten?

Die Golden State Warriors stehen vor Spiel 5 der NBA Finals mit dem Rücken zur Wand, immerhin scheint sich Kevin Durant aber einem Comeback anzunähern.

Spiel 5 der NBA Finals findet in der Nacht auf Dienstag um 3 Uhr in Toronto statt - bei DAZN ist die Partie mit deutschem und mit US-Originalkommentar zu sehen!

Kevin Durant sprach am Sonntag nicht selbst mit den Medien, als derzeit "fraglicher" Spieler ist er von solchen Terminen ohnehin entschuldigt. Dennoch war seine Gesundheit natürlich auch an diesem Tag das große Thema rund um die Warriors, deren Dynastie bedroht wird wie seit Jahren nicht mehr.

Jeder Spieler wurde zu KD befragt, dazu analysierte nahezu jeder anwesende Reporter via Twitter den Gang von Durant und die Größe des Eisbeutels an seiner Wade, nachdem dieser erstmals seit gut einem Monat wieder an einer Trainingseinheit teilgenommen hatte. Humpelte er? War es ein normaler Gang? Bei wieviel Prozent wird Durant nun wohl sein?

An sich erscheint es verzweifelt, wie viele Hoffnungen auf einem Spieler ruhen, der nun seit Anfang Mai nicht gespielt hat und der, sollte er in Spiel 5 auflaufen, direkt gegen den "Terminator" Kawhi Leonard antreten müsste. Gleichzeitig spricht es für Durants Qualität - und für die Lage der Warriors, die mit einem 1-3-Rückstand eben wirklich ein bisschen verzweifelt ist. Durant ist gewissermaßen ein letzter Strohhalm für den stolzen Champion.

Draymond Green: 75 Prozent Kevin Durant wären super

"Er ist viel besser als die meisten Leute, wenn er bei 100 Prozent ist", sagte Draymond Green über den schon so lange fehlenden Superstar. "Wenn er bei 75 Prozent wäre, wäre er also wahrscheinlich immer noch besser als viele andere Leute."

Sinngemäß: KD war zum Zeitpunkt seiner Verletzung der vielleicht beste Spieler der Welt, 34,2 Punkte hatte er in den ersten elf Spielen dieser Playoffs im Schnitt erzielt. Jetzt müsste er erstmal gut genug sein, um die Minuten von Alfonzo McKinnie und vielleicht auch DeMarcus Cousins zu übernehmen. Für Steve Kerr wäre es schon ein Gewinn, einen sechsten verlässlichen Spieler hinzuzubekommen.

Derzeit hat er Stephen Curry, Klay Thompson, Andre Iguodala, Green und Kevon Looney zu Verfügung, so angeschlagen gerade Thompson und Looney auch sind. Die Rotation dahinter ist dünn - so wie es eben läuft, wenn man so viel in die Spitze des Kaders investiert, wie die Warriors es getan haben. Gegen ein Team ohne echte Schwachstellen wie die Raptors kann sich dies leicht rächen.

Golden State Warriors: Eine Serie im Konjunktiv

Ein ansatzweise fitter Durant könnte eine Vielzahl an Problemen lösen, allen voran könnten die Warriors wieder nominell "klein" spielen, ohne dabei den eigenen Ring zu opfern, und es wäre kein Center mehr auf dem Feld, der im Pick'n'Roll permanent entblößt werden könnte. Vorne würde selbst ein limitierter KD mehr Respekt einfordern als große Teile der jetzigen Warriors-Rotation.

Schwer vorstellbar, dass die Raptors Curry so aggressiv verteidigen könnten wie zuletzt, wenn in den Ecken nicht nur Thompson, sondern auch noch Durant als Nutznießer bereitstehen würde. "Egal bei wie viel Prozent er steht, ich bin mir sicher, dass er einen Einfluss haben wird, wenn er spielt", sagte Curry. "Er wäre eine mächtige Waffe."

Die letzten Spiele erweckten nicht den Eindruck, dass Golden State die Raptors in dieser Form besiegen kann. Aber vielleicht ja mit Durant? "Er hat uns zu zwei Meisterschaften getrieben. Es wäre ziemlich märchenhaft, wenn ihm das nochmal gelingen würde", sagte Thompson. Der Konjunktiv bleibt vor Spiel 5 ein ständiger Begleiter der Warriors.

Andre Iguodala zeigt Verständnis für Kevin Durant

Dazu passend: The Athletic zufolge würde Durant unter normalen Umständen wohl erst in ein oder zwei Wochen auf den Court zurückkehren. Normale Umstände sind derzeit aber natürlich nicht gegeben. Die nächste Niederlage würde das Ende der Saison bedeuten, vielleicht auch das Ende von Durant bei den Warriors. Sollte die dreijährige "Partnerschaft" wirklich so enden? Spielt auch das mit hinein in die zunehmend frustrierende Situation des 30-Jährigen?

Möchte man eine gesunde Perspektive auf das ganze Thema bekommen, ist wie so oft bei den Warriors Iguodala der richtige Ansprechpartner. Der 35-jährige prototypische "Erwachsene im Raum" bei den Warriors äußerte am Sonntag Verständnis für die Situation des Superstars, wie es nur jemand haben kann, der selbst schon ähnliche Situationen erlebt hat.

"Ich kenne das, wie es ist, wenn man jeden Tag gefragt wird, ob man spielen kann. Das zerrt an deinem Geist", sagte Iguodala. "Aber das interessiert niemanden. Es geht nur um das Endresultat. Das kann dich wirklich belasten. Deswegen will ich einfach nur, dass es ihm gut geht. Wenn er bereit ist und mit Selbstvertrauen rausgehen kann, dann soll er das machen. Aber wenn nicht, warum sollte man irgendjemandem etwas beweisen oder versuchen, seinen Körper zu opfern, wenn dieser nicht bereit dafür ist? So ist es im Sport manchmal einfach."

Die Statistiken von Kevin Durant in den Finals

SaisonTeamSpielePunkteReboundsAssists
2012Thunder530,66,02,2
2017Warriors535,28,25,4
2018Warriors428,810,87,5

Stephen Curry: "Könnt ihr jetzt erstmal ein Basketball-Spiel gewinnen?"

Es bleibt den Warriors nicht viel übrig, als abzuwarten, wie Durants Körper reagiert, ob er belastet werden kann, ob er selbst das Gefühl hat, etwas beitragen zu können. Natürlich würde das viel verändern. Man tut sich allerdings sicherlich auch keinen Gefallen, wenn man sich im Voraus ausschließlich an diese Hoffnung klammert.

"Könnt ihr jetzt erstmal ein Basketball-Spiel gewinnen?", war die Mentalität, die Curry von seinem Team vor Spiel 5 forderte - und nur darauf kann man sich konzentrieren. Ob Durant dabei mitwirken kann, liegt nicht in der Kontrolle der Spieler. Auch nicht in der von Durant: Die Entscheidung muss letzten Endes Rick Celebrini treffen, der sportmedizinische Direktor bei den Warriors.

Noch ist nichts verloren.

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