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NBA - Die Dallas Mavericks vor der Free Agency: Alte Geschichte, neue Protagonisten

Personalien bei den Mavs: Kemba Walker, Luka Doncic, Kristaps Porzingis, Maxi Kleber (v.l.).

Die Dallas Mavericks gehen mal wieder mit großen Hoffnungen in die Free Agency und wollen einen weiteren Star an die Seite von Luka Doncic und Kristaps Porzingis stellen. Wie erfolgreich ihre "Jagd" verläuft, kann auch Auswirkungen auf die Zukunft von Maxi Kleber haben.

Eigentlich kennt man die Geschichte. Die Mavericks gehen optimistisch in die Free Agency, werden mit großen Namen in Verbindung gebracht, innerhalb von einem Sommer will man von einem 33-Siege-Team zu einem Playoff-Team werden, bald wieder ganz oben angreifen.

Seit dem Titel 2011 setzte man immer wieder auf die Free Agency und wurde immer wieder enttäuscht. Die Gefahr, "leer" auszugehen, besteht auch heute. Dennoch fühlt sich in diesem Sommer einiges anders an.

Zum einen beginnt nach dem Rücktritt von Dirk Nowitzki nach 21 Jahren endgültig eine neue Zeitrechnung. Zum anderen hat man mit Luka Doncic bereits einen jungen Star in seinen Reihen - nun geht es darum, dem frisch gekürten Rookie of the Year ein echtes Team an die Seite zu stellen.

Dallas Mavericks: Keine gute Historie in der Free Agency

Die Mavericks haben, seitdem Mark Cuban die Franchise 2000 kaufte, kaum Kosten und Mühen gescheut, um eine erstklassige Organisation aufzubauen, dennoch liest sich ihre Ausbeute in der Free Agency bescheiden. Die wichtigsten Spieler kamen per Draft oder Trade - der beste Free Agent der Mavs-Historie war wohl Shawn Marion, der zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung schon länger ein "Ex-All-Star" war. Superstars kamen noch nie, auch wenn man es immer versuchte.

Die Hoffnung ist, dass sich dies nun ändert, weil Stars mit dem überragenden Passer Doncic zusammenspielen wollen. Der 20-Jährige soll dabei als Lockvogel fungieren. Die Tatsache, dass er noch drei Jahre auf seinem Rookie-Deal spielt und damit "unterbezahlt" ist, verschafft den Mavs zudem finanzielle Flexibilität.

Der Vertrag von Luka Doncic

Saison18/1919/2020/2121/2222/23
Gehalt in Mio.6,67,78,0 (Team-Option)10,2 (Team-Option)13,3 (Qualifying Offer)

Kristaps Porzingis soll einen Maximalvertrag bekommen

Diese können sie in diesem Sommer gut gebrauchen. Die erste Baustelle ist ein neuer Vertrag für Kristaps Porzingis, der nach seinem Kreuzbandriss bisher noch nicht für Dallas spielte und nun Restricted Free Agent wird. Dallas könnte hier theoretisch ein fremdes Angebot abwarten und dann mitziehen, um Geld zu sparen. The Athletic zufolge lautet der Plan aber anders.

Direkt am Sonntag will Dallas demnach Porzingis einen Fünfjahresvertrag über 158 Millionen Dollar vorlegen - ohne leistungsbezogene Klauseln wie etwa bei Joel Embiid, sondern voll garantiert. Das ist angesichts der Verletzungshistorie von Porzingis riskant, aber auch ein Zeichen: Dallas sieht Porzingis als Teil des Fundaments, als gleichwertigen Partner für Doncic.

Formal muss Dallas Porzingis ein Qualifying Offer unterbreiten: Da er letzte Saison nicht spielte, beläuft sich dieses aber nur auf 4,5 Mio. Dollar statt 7,5 Mio., Porzingis würde also auf noch mehr Geld verzichten, wenn er diesen Einjahresvertrag anstelle eines längeren Vertrags unterzeichnen würde. Das erscheint fast ausgeschlossen.

Kemba Walker ist der Wunschspieler der Dallas Mavericks

Porzingis ist damit quasi Lockvogel Nr. 2. Da die Mavs vergangene Saison Topverdiener Harrison Barnes getradet haben, könnten sie nun, solange Porzingis' neuer Vertrag nicht offiziell ist, fast 30 Mio. Dollar an Cap-Space haben, mit weiteren Trades potenziell sogar mehr. Die Mavs können also Stars jagen und haben dies allem Anschein nach auch vor.

Der absolute Wunschspieler ist mehreren Berichten zufolge Kemba Walker, der mit seinem Shooting und den Qualitäten mit und ohne Ball sportlich tatsächlich sehr gut reinpassen würde - auch wenn er mit 29 Jahren deutlich älter ist als Doncic und Porzingis.

Walker kann zudem in Charlotte einen Supermax-Vertrag unterschreiben und neben Dallas sind unter anderem auch die Celtics an ihm interessiert. Dennoch: Von den gehandelten Namen würde Walker die Mavs in der kommenden Saison am stärksten verbessern.

Variante A: Ein Star kommt

Weitere Namen, die gehandelt werden oder wurden, bezogen sich primär auf den Frontcourt: Al Horford (Celtics) hat angeblich schon ein 112-Mio.-Dollar-Angebot vorliegen, bei dem spekuliert wird, es könne aus Dallas kommen (die Quellen widersprechen sich). Tobias Harris (76ers) galt mal als Wunschkandidat, Khris Middleton (Bucks) oder Nikola Vucevic (Magic) wurden ebenfalls schon gehandelt, wobei gerade Middleton sein bisheriges Team kaum verlassen wird.

Der "Pitch", den die Mavs mit Doncic, Porzingis und Head Coach Rick Carlisle machen können, muss sich vor anderen nicht verstecken - die Zukunft scheint reizvoll. Dennoch ist man abhängig davon, dass tatsächlich jemand kommen will, es gibt mehr Teams mit Cap-Space als Stars auf dem Markt. Im Gegensatz zu früheren Jahren wären Absagen von Walker und Co. aber keine Katastrophen.

Dallas Mavericks: Was passiert mit Maxi Kleber?

Es gibt auch die Variante, dass man statt Stars verstärkt auf Tiefe setzt, die letzte Saison zu den Stärken der Mavs gehörte. Neben Doncic und Porzingis braucht es Rollenspieler, Dallas soll etwa großes Interesse an Patrick Beverley (Clippers) haben, einem überragenden Verteidiger, der das Playmaking primär Doncic überlassen würde. Laut Dallas Morning News ist Nikola Mirotic (Bucks) ebenfalls ein Kandidat.

Mit J.J. Barea, Devin Harris, Trey Burke, Dorian Finney-Smith, Maxi Kleber und Salah Mejri hat Dallas zudem auch sechs eigene Free Agents. DFS und Kleber sind dabei die interessantesten Namen, zumal sie beide Restricted sind und die Mavs somit den Vorteil haben, dass sie bei jedem Angebot mitgehen können. Garantien gibt es aber nicht.

Sollte etwa ein Walker kommen wollen, könnten die Cap Holds von Kleber und DFS (zusammen 3,8 Mio. Dollar) den Unterschied ausmachen, in dem Fall würden die Mavs wohl auf die Rechte an ihnen verzichten.

Gerade bei Kleber ist es zudem möglich, dass ein fremdes Team ein so hohes Angebot macht, dass die Schmerzgrenze für Dallas überschritten wird. Kleber hat signalisiert, dass er gern bleiben will, die Kontrolle liegt aber nicht komplett bei ihm.

Luka Doncic: Mavericks haben eine "großartige Chance"

Generell hängt viel in der Schwebe. Die Mavs hoffen, dass der Doncic-Porzingis-Kern reizvoll genug ist, um wieder ein Playoff-Team mit Ambitionen zu werden, sei es mit einem weiteren Star oder starken Rollenspielern. "Wir haben eine großartige Chance", sagte Doncic selbst am Montag.

Es wäre schon kurios, sollte Dallas ausgerechnet jetzt zur "Destination" werden und seine Geschichte der Free Agency-Nieten beenden. Gerüchte-Papst Adrian Wojnarowski (ESPN) bezeichnete Dallas als "Wild Card". Gleichzeitig fliegen zu dieser Zeit des Jahres so viele Gerüchte, Falsch-Informationen und Halbwahrheiten durch die Gegend, dass weder Donnie Nelson noch irgendjemand sonst sich bei irgendetwas sicher sein dürfte.

Echte, hundertprozentige Gewissheit gibt es vorerst nur bei Doncic. Einen künftigen Superstar hat Dallas schon fix in seinen Reihen, das ist der erste und wichtigste Schritt. Die kommenden Tage werden zeigen, ob und wie schnell Dallas die nächsten Schritte gehen kann.

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