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NBA

NBA Playoffs: Portland Trail Blazers fordern Golden State Warriors dank C.J. McCollum - Im Stile von LeBron James

Von Marc-Oliver Robbers
Denvers Nikola Jokic (l.) beglückwünscht Portlands CJ McCollum zum Einzug in die Conference Finals

Die Denver Nuggets sind nach dem Playoff-Aus gegen die Portland Trail Blazers mit sich selbst beschäftigt. Während Superstar Nikola Jokic die Niederlage auf seine Kappe nimmt, hält der Coach die Hand über ihn. Mike Malone ärgert sich vielmehr über eine eigene Entscheidung. Portlands Matchwinner C.J. McCollum vergleicht sich dagegen selbst mit LeBron James.

Mit 17 Punkten lagen die Portland Trail Blazers bereits im zweiten Viertel zurück, ehe sie - angeführt von C.J. McCollum - das größte Comeback in einem Spiel 7 seit 20 Jahren hinlegten und erstmals seit 2000 wieder in die Conference Finals einzogen.

37 Punkte, 9 Rebounds und einen Block gegen Jamal Murray, der fester Bestandteil jedes Playoff-Rückblicks sein wird, legte McCollum auf. "Ich bin einfach hinterher und habe ihn erwischt! Bron-Style", erklärte der Shooting Guard:

"Es war die Mini-Version von LeBrons Block gegen Andre Iguodala. Ich bin auf keinen Fall so hoch gesprungen, aber es war schon eine coole Aktion. Daran werde ich mich gerne erinnern. Ich muss mir vielleicht ein Foto davon besorgen."

Nuggets-Coach Malone mit eigener Entscheidung unzufrieden

Lob für seine Leistung erhielt er auch vom Gegner. "C.J. war heute Abend phänomenal", sagte Nuggets-Coach Mike Malone und sparte anschließend auch nicht an Selbstkritik:

"Ich werde mich den ganzen Sommer hinterfragen. Nach der Auszeit haben sie ihn oben isoliert und er trifft einen schwierigen Pull-up-Jumper, ein Wurf den er immer wieder trifft. Torrey (Craig, Anm. d. Red.) hat ihn gut verteidigt, zumindest so gut wie das 1-gegen-1 geht, aber jetzt danach sage ich, wir hätten ihn doppeln sollen. Er hatte ein großartiges Spiel und wir hätten versuchen sollen, ihn zu zwingen, dass ein anderer ein Play machen oder einen Wurf nehmen muss."

Für die Blazers ist der jetzige Erfolg auch eine Genugtuung. "Vor vier Jahren wurde unser Kader umgekrempelt und jeder war schnell dabei, um uns abzuschreiben. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, in welche Richtung es gehen wird, aber wir haben uns darauf verlassen, die richtige Kultur zu entwickeln. Wir wollten es auf die richtige Art und Weise angehen, hart arbeiten und füreinander da sein", erklärte Superstar Damian Lillard, der nicht seinen besten Abend erlebte, aber im vierten Viertel einen wichtigen Dreier versenkte.

"Es geht nicht um einen oder zwei Spieler. Wir haben das vom Start weg verinnerlicht. Jeder ist begeistert, weil er ein Teil des Ganzen ist. So etwas entsteht nicht, wenn es nur um die Spieler geht. Es sorgt dafür, dass jeder voll dabei ist und so war es heute", lobte Lillard die Chemie innerhalb der Franchise.

Jokic: "Ich erwarte von mir, dass ich einige davon treffe"

Im Spielerlager der Nuggets war dagegen Trübsal blasen angesagt. Nikola Jokic, der das nächste überragende Spiel (29 Punkte, 13 Rebounds) hinlegte, nahm die Niederlage auf seine Kappe. "Sie sehen zu mir als ihren Leader und ihren besten Spieler. Ja, und ich habe die Freiwürfe gegen Ende daneben geworfen. Und als wir in Portland durch vier Verlängerungen mussten, habe ich viele andere Würfe verworfen. Ich erwarte von mir, dass ich einige davon treffe", merkte der Center selbstkritisch an.

Dabei wäre Denver ohne ihn sicherlich nie so weit gekommen. 24, 8 Punkte, 13 Rebounds und 8,9 Assists im Schnitt legte der Big Man in den Playoffs auf und so nahm ihn sein Coach auch direkt in Schutz.

"Ich habe Nikola da drin gesehen, wie er die Schuld auf sich nahm, aber es war nicht seine Schuld. Ich denke, die 14 Playoff-Spiele zusammengenommen und die Last, die wir ihn baten zu tragen, haben heute letztlich ihren Tribut gefordert", sagte Malone.

"Ich hoffe einfach, dass jeder auf der Welt, der die Playoffs geschaut hat, nach diesen 14 Spielen die Leistung von Nikola anerkennt. Er hat in seinem Playoff-Debüt annähernd ein Triple-Double im Schnitt aufgelegt und hat pro Nacht knapp 40 Minuten gespielt. Man kann sicher darüber diskutieren, dass er der beste Big Man der NBA ist", lobte der Coach seinen Center.

Warriors vs. Blazers: Historisches Duell steht an

Für die Nuggets geht damit die beste Saison seit zehn Jahren zu Ende, während auf Portland nun das Duell mit dem amtierenden Meister wartet. Für einen Blazers-Spieler hat das Spiel zusätzlich noch eine besondere Note. Seth Curry trifft auf seinen Bruder Stephen.

"Für uns beide geht ein Traum in Erfüllung. Es ist ja das erste Mal, dass es sowas gibt. Das wird für unsere Familien in der Halle ein Riesenspaß. Ich freue mich drauf", sagte der Shooting Guard.

Tatsächlich kommt es zum ersten Mal vor, dass sich zwei Brüder in den Conference Finals oder Finals gegenüberstehen. Vater Dell freut sich ebenfalls, und das auch aus einem anderen Grund. "Das entzerrt unseren Reiseplan. Das ist der beste Punkt. Wir reisen gerade schon eine Menge herum. Das macht Spaß, ist aber auch anstrengend", erklärte der Ex-Hornet.

Seth ist erstmals in den Playoffs dabei, zuvor konnten sich die Curry-Eltern auf Stephen und die Warriors konzentrieren. Nun müssen nur noch entscheiden, wer wem die Daumen drückt und in entsprechender Teamkleidung in der Halle sein wird.

"Wir werden einfach vor jedem Spiel eine Münze werfen", sagte Sonya Curry. In der Nacht zum Mittwoch heißt es zum ersten Mal "Kopf oder Zahl".

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