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NBA Playoffs - Fünf Fakten zu den Toronto Raptors und Milwaukee Bucks: Die Suche nach der Ballkönigin

Von Philipp Jakob
Giannis Antetokounmpo und Kawhi Leonard treffen in den Eastern Conference Finals aufeinander.

In der Nacht von Sonntag auf Montag treffen die Toronto Raptors in Spiel 3 der Eastern Conference Finals auf die Milwaukee Bucks. Die Kanadier stehen bereits gehörig unter Druck, eine weitere Niederlage können sich Kawhi Leonard und Co. nicht erlauben. SPOX präsentiert die wichtigsten Fakten vor dem möglicherweise richtungsweisenden Duell.

Die Partie ist in der Nacht von Sonntag auf Montag ab 1 Uhr im kostenlosen LIVESTREAM auf SPOX zu sehen.

1. Raptors vs. Bucks: Flexibilität ist Trumpf?

In der regulären Saison schickte Raptors-Coach Nick Nurse insgesamt 22 verschiedene Starting Fives aufs Parkett. Einerseits natürlich aufgrund verschiedener Verletzungen oder des berühmt-berüchtigten Load Managements für Kawhi Leonard - gleichzeitig wollte Nurse aber auch ein flexibles Team für die Postseason aufbauen. Genau das soll sich in Spiel 3 nun bezahlt machen.

"Ich denke, es könnte mehr als eine Veränderung im Lineup auf uns zukommen", kündigte der 51-Jährige vor dem ersten Duell mit den Bucks vor eigenem Publikum an. Eine leichte Entscheidung wird es für ihn aber nicht werden: "Die Frage ist die: Wirst du mit der tanzen, die du zum Ball mitgebracht hast?"

Was Nurse damit meint: Die Starting Five aus Kyle Lowry, Danny Green, Kawhi Leonard, Pascal Siakam und Marc Gasol hat die Kanadier bis in die Conference Finals geführt, doch nach Spiel 1 und 2 deutet alles darauf hin, dass diese Erfolgsformel gegen die Bucks nicht wirkt. In Spiel 2 standen die Starter der Kanadier nach 15 gemeinsamen Minuten bei -15. Die Ballkönigin wird wohl jemand anderes.

Vor allem Marc Gasol präsentiert sich in der Serie bisher offensiv höchst ineffizient (3/20 FG) und defensiv oftmals einen Schritt zu langsam. Den mobileren Serge Ibaka ins Lineup zu befördern, scheint die logische Konsequenz. Nurse wollte dieses Adjustment nicht ausschließen, auch Danny Green (3/11 FG) wäre ein potenzieller Kandidat für die Bank.

2. Die Bucks-Reserve ist Toronto überlegen

Neben den im Verbund schwächelnden Starter gab es für Toronto zum Auftakt der Conference Finals allerdings noch ein weiteres, nicht ganz unerhebliches Problem: Selbst wenn die Bucks-Starter und der Greek Freak auf der Bank Platz nahmen, konnten die Raptors die Minuten nicht zu ihrem Vorteil nutzen.

"Als wir uns nach dem schwachen Start irgendwie zurückgekämpft hatten, kamen ihre Bank-Spieler rein und haben sich abgesetzt", bilanzierte Raptors-Coach Nurse nach Spiel 2. Angeführt vom starken Malcolm Brogdon oder Ersan Ilyasova entschied Milwaukee das Duell der Bänke mit 54:39 für sich - und erzielte damit nur zehn Zähler weniger als die Raptors-Starter in deutlich weniger Minuten!

"Sie können auch mit anderen Startern mithalten", lobte deshalb Khris Middleton seine Teamkollegen von der Bank. Die Bucks-Reservisten kommen in den Playoffs auf durchschnittlich 37,5 Punkte, der mit Abstand beste Wert unter allen vier verbliebenen Teams. Bei Toronto sind es gerade 22,1.

3. Giannis vs. Kawhi: Zwei Schwergewichte im Duell

Die nackten Zahlen von Kawhi und Giannis lesen sich in dieser Serie auf beiden Seiten extrem beeindruckend. Der Greek Freak hatte bisher aber immer die Nase vorn: In der ersten Partie war er (für seine Verhältnisse) zwar fast blass, doch auch von Leonard war gerade im Schlussabschnitt nichts mehr zu sehen. In Spiel 2 zeigte Giannis dann seine komplette Dominanz von der ersten Minute an.

Zu einem direkten Duell der beiden Superstars kam es in den Conference Finals laut stats.nba.com bisher allerdings nur in insgesamt 25 Possessions, die meiste Zeit wird Leonard von Middleton oder Brogdon und Giannis von Ibaka oder Pascal Siakam verteidigt. Dabei zeigt sich der Grieche in diesen Matchups im Vergleich zu Kawhi deutlich effizienter (1,64 points per possession zu 1,06).

Vor allem Middleton macht einen sehr guten Job, den Raptors-Star auf seine eher ungeliebte linke Seite zu drängen. Leonard bevorzugt es eigentlich, über seine rechte Seite zum Korb zu ziehen, diese Option wird ihm aber zumeist genommen. Wenn er in die Nähe des Korbs kommt, verstopft Milwaukee zudem mit mehreren Verteidigern die Zone (ganz ähnlich wie auch die Raptors gegen Giannis auf der anderen Seite).

Die Statistiken von Giannis und Kawhi im Vergleich

SpielerSpiele/MinutenPunkteReboundsAssistsTurnoverFG%3FG%
Giannis Antetokounmpo2/362715,55,54,547,2 Prozent28,6 Prozent
Kawhi Leonard2/40318,522,545,5 Prozent22,2 Prozent

4. Toronto Raptors: Zone dicht, von Downtown kalt

Dies führt unter anderem auch dazu, dass insgesamt für die Raptors in der Painted Area relativ wenig zu holen war. Zusammengenommen erzielte Toronto in den vergangenen beiden Spielen 72 Zähler in der Zone, die Bucks kamen dagegen auf 94 Punkte. Die 19 Abschlüsse pro Partie in der Restricted Area sind die wenigsten in den Conference Finals.

Dabei hilft auch nur bedingt, dass die Schützen recht wenig Gefahr aus der Distanz ausstrahlen und nicht sonderlich zum Spacing beitragen. Von Downtown landeten bisher nur 33,8 Prozent der Versuche im Korb. Unter anderem auch deshalb konnte Toronto die Off-Night der Bucks in Spiel 1 (11/44 Dreier) nicht in einen Sieg ummünzen.

Zu guter Letzt fällt auch aus der Midrange relativ wenig. Toronto kam bisher auf 16 Midrange-Würfe pro Partie (Bucks nur 9,5), von denen allerdings nur magere 31,3 Prozent im Korb landeten. Das Heilmittel der Raptors klingt also denkbar einfach: Würfe treffen! Zwar ist das noch keine Lösung gegen den überragenden Antetokounmpo, ein Anfang wäre es aber allemal. Immerhin sollte dies vor eigenem Publikum leichter fallen.

Die Shotcharts der Toronto Raptors aus Spiel 1 (links) und Spiel 2 (rechts).

5. Raptors vs. Bucks: Wer beendet seine Finals-Durststrecke?

Mit einem Sieg in Spiel 3 würden die Bucks einen riesigen Schritt in Richtung dritter Finals-Teilnahme der Franchise-Geschichte machen. Immerhin gab es in der langen Historie der NBA noch kein Team, das einen 0-3-Rückstand in einer Best-of-Seven-Serie noch umbiegen konnte.

Für Milwaukee wäre es der erste Auftritt in den Finals seit 1974. Damals verlor das Team um einen gewissen Kareem Abdul-Jabbar in sieben Spielen gegen die Boston Celtics. Sollten die Raptors dagegen vier der nächsten fünf Spiele für sich entscheiden, stünden die Kanadier zum ersten Mal in ihrer Franchise-Geschichte in den Finals.

Die Vorzeichen stehen allerdings nicht besonders gut: Nur 7 Prozent aller Teams, die in einer Best-of-Seven-Serie mit 0-2 in Rückstand gerieten, kamen noch einmal zurück. In 302 Fällen geschah dies nur 20 Mal. Die Raptors werden alles daransetzen, die Nummer 21 zu werden.

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