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NBA Playoffs - Die Golden State Warriors vor Spiel 5 gegen die Rockets: Das Warten auf Klay Thompson

Von Philipp Jakob
Klay Thompson befindet sich aktuell in einem Formtief.

In den bisherigen Western Conference Semifinals ist Klay Thompson nur ein Schatten seiner selbst. Der Scharfschütze der Golden State Warriors befindet sich zur Unzeit in einer Schwächephase. Schafft er in Spiel 5 gegen die Houston Rockets die Wende?

"Wenn ich ein Spiel habe, das nicht meinen Standards entspricht, dann versuche ich etwas anderes zu machen. Also bin ich gestern in den Pazifik gesprungen. Es war kalt, aber es hat sich gelohnt. Es hat mich wach gemacht und meinen Körper gereinigt. Das hat sich bezahlt gemacht."

Stilecht in Leder-Weste und mit dicker Sonnenbrille trat Klay Thompson vor wenigen Wochen vor die Fernsehkameras und versuchte mit diesen Worten zu erklären, wie er sich aus seinem Shooting-Slump zum Start der Playoffs befreien und schließlich die Clippers in Spiel 4 der ersten Runde mit 32 Punkten aus der Halle schießen konnte.

In den vorigen Partien war von dem gefürchteten Splash Brother wenig zu sehen gewesen. Nur 13,7 Punkte legte Thompson in den ersten drei Partien der Playoffs auf, aus dem Dreierland waren für ihn nur untypische 33,3 Prozent seiner Versuche erfolgreich.

Als Kehrtwende sollte sich die Explosion in Spiel 4 allerdings nicht herausstellen, trotz des offenbar heilenden Bades im Ozean. Stattdessen spielt der 29-Jährige in den Western Conference Semifinals gegen die Rockets erneut unter seinen Möglichkeiten.

Klay Thompson: Der Dreier will nicht fallen

15,3 Zähler bei 38,7 Prozent aus dem Feld und 30,8 Prozent von Downtown lautet die magere Bilanz des Shooting Guards aus den vier Partien gegen Houston. Vor allem in den Spielen drei und vier in Texas war für Thompson wenig bis gar nichts zu holen. Von seinen zwölf Versuchen aus der Distanz landeten gerade einmal drei Stück im Korb.

"Ich glaube, er hat vier oder fünf Würfe überstürzt genommen, er war zu bemüht, ins Laufen zu kommen", erläuterte Warriors-Coach Steve Kerr nach Spiel 4 seine Beobachtungen. "Das passiert - vor allem auswärts, vor allem, wenn du eine schwache Phase hast. Du versuchst zu sehr, aus deinem Trott zu kommen."

Kerrs Rat klingt denkbar simpel: "Es geht nur darum, ein wenig herunterzukommen." Allerdings hat natürlich auch die gute Rockets-Defense einen Anteil an den Problemen des Scharfschützen.

Die Saisonstatistiken von Warriors-Star Klay Thompson

Spiele/MinutenPunkteReboundsAssistsStealsFG%Dreier%
Regular Season78/3421,53,82,41,146,740,2
Playoffs10/38,116,54,11,71,343,237,1

Klay Thompson vs. Rockets: Keine offenen Würfe

Zum Einen schafft es Houston, das Ball-Movement des amtierenden Champions einzuschränken. Dadurch kommen die Dubs seltener zu offenen Würfen. In der regulären Saison wurden 20,5 Abschlüsse der Warriors pro Partie als weit offen deklariert. In der ersten Runde gegen die Clippers waren es nur noch 18 - gegen die Rockets sind es in den bisherigen vier Spielen nur 10,5!

Ein weiterer Faktor in der Defense der Rockets ist deren physische Herangehensweise. Die deutlich höhere Intensität auf Seiten Houstons war in Spiel 4 ein riesiger Vorteil, zusätzlich machte den Dubs die Linebacker-Mentalität der Rockets zu schaffen, wie selbst Kerr nach der Partie zugeben musste.

"Wenn du gegen diese Jungs spielst, wenn du Klay und Steph (Curry, Anm. d. Red.) herumlaufen und Dreier werfen lässt, dann hast du keine Chance", brachte Harden die Gefahr des Backcourt-Duos der Dubs nach Spiel 4 auf den Punkt. "Die einzige Möglichkeit, die wir haben, ist, direkt an ihren Körper zu gehen und jeden Wurf zu erschweren."

Die körperliche Verteidigung von unter anderem Eric Gordon in Verbindung mit den eigenen defensiven Aufgaben gegen The Beard scheinen Thompson auszulaugen. Gegen Ende von Spiel 4 wirkte er müde, teilweise, wenn Harden mal wieder einen Step-Back-Dreier ins Gesicht von Thompson hämmerte, kam Frust auf. Dem sonst so stoischen Thompson ließen sich die Emotionen ansehen.

Warriors vs. Rockets: Wie fit ist Klay Thompson?

Der verstauchte Knöchel, den sich der Guard im finalen Spiel gegen die Clippers zuzog und der in Anbetracht der wenigen Ruhepausen der Warriors noch nicht komplett verheilt sein dürfte, hilft bei alldem natürlich ebenfalls herzlich wenig. Genau wie die Tatsache, dass von der dünnen Warriors-Bank wenig Entlastung kommt. Verschnaufpausen sind für Klay Mangelware.

All diese Faktoren spielen eine Rolle, wenn man den derzeitigen Slump von Thompson erklären möchte. Neben seinem schwachen Shooting leistete sich der Warriors-Star zuletzt allerdings auch teils unerklärliche, weil unnötige Fehler auf beiden Seiten des Courts. Unter anderem auch im Schlussabschnitt von Game 4, als sich die Warriors angeführt von Kevin Durant und Curry zurück in Schlagdistanz kämpften.

Doch so richtige Zweifel an Killa Klay scheinen sich bei den Warriors noch nicht breit zu machen. Sowohl Kerr als auch die Teamkollegen und Thompson selbst sind sich bewusst, dass der Shooter jederzeit Feuer fangen kann. Es wäre schließlich nicht das erste Mal.

Warriors vs. Rockets: Schafft Klay Thompson die Wende?

Nachdem in den ersten sieben Spielen zum Saisonstart 2018/19 für Thompson noch absolut nichts fallen wollte, explodierte er Ende Oktober auf einmal mit 14 Triples und 52 Zählern gegen die Bulls. "Es ist schwer zu beschreiben, aber wenn Klay ins Laufen kommt, dann passiert etwas in einer Arena", sagte Kerr damals.

Nun hoffen die Warriors erneut darauf, dass Thompson seinen Slump mit einem Knall beendet, auch wenn die Voraussetzungen in einer Playoff-Serie gegen die Rockets natürlich bedeutend schwieriger sind. Zuzutrauen ist es ihm aber allemal.

"Man spielt besser in der eigenen Arena", erklärte Thompson vor der Rückkehr an die Westküste. "Sie haben hier (in Houston, Anm. d. Red.) gut gespielt, wir haben im Oracle gut gespielt und hoffentlich werden wir unsere Aufgabe erledigen."

Vielleicht ist vor Spiel 5 ja auch noch Zeit für ein schnelles Bad im Pazifik. Beim letzten Mal hat das schließlich auch geholfen.

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