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NBA: Nikola Jokic nach Nuggets-Pleite gegen Portland frustriert: "Sie haben nicht einmal gut gespielt"

Von Philipp Jakob
Die Denver Nuggets um Nikola Jokic müssen in Spiel 2 eine bittere Heimpleite hinnehmen.

Die Denver Nuggets kassieren eine bittere 90:97-Niederlage in Spiel 2 der Western Conference Semifinals gegen die Portland Trail Blazers - und geben damit den Heimvorteil ab. Zum Ärger der Spieler und des Coaches steht sich Denver vor allem selbst im Weg.

Das kritische Stirnrunzeln von Nikola Jokic auf der Pressekonferenz im Anschluss an die 90:97-Pleite seiner Nuggets gegen Portland sprach Bände: So richtig konnte sich der Joker auch nicht erklären, was da gerade passiert war.

"Es war ein komisches Spiel für uns", versuchte der Serbe schließlich, die 48 Minuten zusammenzufassen. "Unsere Energie war irgendwie schlecht. Und das sage ich, obwohl wir 20-irgendwas Offensiv-Rebounds hatten."

23 waren es, um genau zu sein. Das reichte, um den eigenen Playoff-Franchise-Rekord einzustellen. Es reichte auch, um ein Comeback nach 17-Punkte-Rückstand anzuzetteln. Doch es reichte nicht, um das Spiel letztlich zu drehen.

"Die gute Nachricht ist, dass sie all diese Offensiv-Rebounds hatten, aber sie nicht verwerten konnten", brachte Blazers-Coach Terry Stotts das Dilemma des Gegenübers auf den Punkt. "Sie waren 8 von 23 bei den Second-Chance-Punkten. Wir hatten Glück, dass wir nicht so schwer getroffen wurden, wie es bei den Offensiv-Rebounds möglich gewesen wäre."

Denver Nuggets mit katastrophaler Shooting-Night

Nicht nur bei der Verwertung der zweiten Möglichkeiten präsentierte sich Denver höchst ineffizient, die schwachen Quoten zogen sich durch die gesamte Partie und durch alle Bereiche. Zur Halbzeit stand Denver bei mickrigen 32,6 Prozent aus dem Feld (darunter 4/20 Dreier), bis zum Ende der Partie konnten die Hausherren ihre Quote auf 34,7 Prozent "hochschrauben".

Vor allem in den ersten 24 Minuten verliebte sich Denver viel zu sehr in den (nicht fallenden) Jumper. Das ermöglichte es Portland, davonzuziehen. "Wenn man keine Würfe trifft, dann attackiert man vielleicht den Korb oder geht an die Freiwurflinie", kritisierte Nuggets-Coach Mike Malone. "Wir haben so weit offene Würfe bekommen, dass die Jungs lieber geworfen haben."

Immerhin: Die Halbzeitansprache des 47-Jährigen kam offenbar bei den Spielern an. Mit Beginn der zweiten Halbzeit attackierten die Nuggets öfter und aggressiver die gegnerische Zone, ein krachender Dunk von Malik Beasley verdeutlichte, in welche Richtung sich die Offense der Hausherren von nun an orientieren würde (34 der 50 Punkte in der Zone kamen in Halbzeit zwei).

In Verbindung mit den Offensiv-Rebounds nutzte Denver diese Aggressivität, um das Spiel wieder spannend zu gestalten. "Wir hatten in der ersten Halbzeit nicht das richtige Mindset. Sie waren viel aggressiver, viel physischer. Aber ich bin stolz auf meine Jungs in der zweiten Halbzeit", sagte Malone.

Nuggets-Coach Malone lobt angeschlagenen Craig

Dabei hob er vor allem einen Mann hervor: Torrey Craig. Der 28-Jährige bekam im zweiten Viertel einen Ellenbogen ins Gesicht, musste blutüberströmt das Parkett verlassen - nur um im dritten Abschnitt mit einer Maske wieder zurückzukommen. Ganz zur Freude seines Coaches: "Torrey Craig ist der stille Held dieses Spiels. Der Junge hat Eier, er hat Toughness. Ich würde mit diesem Jungen jeden Tag in den Krieg ziehen."

Mehrmals konnten die Nuggets im Laufe der zweiten Hälfte auf einen einstelligen Rückstand verkürzen, doch entweder machten sich die Nuggets durch das schwache Shooting selbst wieder einen Strich durch die Rechnung oder Portland antwortete mit eiskaltem Shotmaking.

Und das mehr oder weniger ohne Damian Lillard. Der Star der Trail Blazers erwischte einen rabenschwarzen Abend (14 Punkte, 5/17 FG, 1/7 Dreier), stattdessen sprang C.J. McCollum mit wichtigen Buckets in die Bresche - genau wie die in Spiel 1 noch zurecht kritisierten Rollenspieler.

Portland Trail Blazers: Rollenspieler mit gutem Auftritt

Dieses Mal war nicht nur Enes Kanter (15 Punkte) zur Stelle, sondern auch Al-Farouq Aminu (11), Rodney Hood (15), Zach Collins (10) oder auch Moe Harkless bis zu seiner Knöchelverletzung im zweiten Viertel. Nimmt man Lillard und McCollum aus der Rechnung heraus, traf Portland immer noch starke 47,9 Prozent aus dem Feld (23/48 FG).

Auf der anderen Seite stand Portland als Kollektiv seinen Mann gegen den Joker. "Wir müssen ihn einfach arbeiten lassen. Wir dürfen es ihm nicht bequem machen", lobte Lillard die Defensiv-Arbeit seiner Kollegen gegen den Nuggets-Big, der zwar auf 16 Punkte (7/17 FG), 14 Rebounds und 7 Assists kam, aber nicht auf demselben Level agierte wie noch in Spiel 1. "Wir haben ihm nicht die Freiheiten gegeben, seine Plays zu machen wie in Spiel 1", zeigte sich auch Stotts zufrieden.

Dies werden die Trail Blazers auch in Spiel 3 der Western Conference Semifinals beibehalten müssen, wenn die Serie in der Nacht von Freitag auf Samstag nach Portland wechselt. Im Idealfall bringen sie dann Jokic und Paul Millsap (zusammen 9 Offensiv-Rebound) auch an den Brettern besser unter Kontrolle.

Nuggets vs. Trail Blazers: Die Serie im Überblick

TagDatumUhrzeitSpielHeimAuswärtsErgebnis
Sonntag30. April4.30 Uhr1DenverPortland121:113
Dienstag2. Mai3 Uhr2DenverPortland90:97
Samstag4. Mai4.30 Uhr3PortlandDenver
Sonntag6. Mai1 Uhr4PortlandDenver
Mittwoch8. Mai4.30 Uhr5DenverPortland
Freitag10. MaiTBD6*PortlandDenver
Sonntag/Montag12. MaiTBD7*DenverPortland

*Spiele werden nur ausgetragen, wenn nötig.

Nuggets-Star Nikola Jokic frustriert: "Komisches Spiel"

Einfach wird das sicherlich nicht, trotz des Heimvorteils, den Portland nun auf seiner Seite hat. "Man sagt, dass eine Serie erst beginnt, wenn ein Team auswärts gewinnt", so Lillard. "Unser Ziel ist es, ein Spiel nach dem anderen anzugehen und unseren Home-Court zu beschützen. Wir wissen, dass sie besser zurückkommen werden."

Vor allem wird Denver aller Voraussicht nicht ein zweites Mal knapp zwei Drittel aller Feldwurfversuche daneben setzen. Gleichzeitig darf man auch von Dame D.O.L.L.A. eine Reaktion erwarten. "Sie haben noch nicht einmal so gut gespielt, um ehrlich zu sein. Sie können viel besser spielen als das", musste Jokic in Bezug auf den schwachen Auftritt Lillards anerkennen. "Es war ein komisches Spiel, ein komischer Tag."

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