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NBA: Kawhi Leonard überragt erneut gegen Sixers - Butler: "Ich weiß nicht, was wir noch tun können"

Von Lennart Gens
Jimmy Butler hatte gegen Kawhi Leonard meistens nur das Nachsehen.

Die Toronto Raptors haben sich das wichtige Spiel 4 bei den Philadelphia 76ers geholt und die Serie damit ausgeglichen. Bedanken können sie sich vor allem bei Kawhi Leonard, der von der Philly-Defense erneut nicht zu stoppen war - und Jimmy Butler fast schon ein wenig ratlos zurück ließ.

39 Punkte erzielte die Klaue in Spiel 4, traf dabei 13 seiner 20 Versuche aus dem Feld und sammelte zudem noch 14 Rebounds. Bereits zum sechsten Mal standen in diesen Playoffs damit mehr als 30 Punkte auf seinem Konto. Durchschnittlich legt er in diesen Playoffs bisher 32,3 Punkte, 7,7 Rebounds und 3,4 Assists auf und besitzt dabei eine effektive Feldwurfquote von 66,2 Prozent - diese Statistiken legte in Kombination noch kein Spieler vor ihm in einer Postseason auf!

Da Kawhi zudem ohne Zweifel einer der besten Flügel-Verteidiger überhaupt ist, macht ihn das momentan wohl zum wichtigsten Two-Player der Liga, ohne den die Raptors wohl schon in Spiel 1 (45 Punkte von Leonard) arge Probleme bekommen hätten.

Dass die Serie nun wieder ausgeglichen ist und Toronto zwei der letzten drei Spiele zuhause bestreiten darf, liegt aber keineswegs an der schlechten Defense der Sixers gegen Kawhi. Ganz im Gegenteil: Immer wieder versuchte es das Team von Head Coach Brett Brown mit Doppelteams gegen die Klaue, aus denen sich dieser aber oftmals befreien konnte.

Und selbst wenn die Defense Zugriff auf Leonard hatte, warf er ihnen zur Not einfach einen wilden Dreier ins Gesicht, so wie er es eine Minute vor dem Ende beim Stand von 101:100 gegen Joel Embiid tat.

Jimmy Butler ratlos: "Ich weiß nicht, was wir noch tun können"

Kyle Lowry lobte seinen Teamkollegen nach dem Spiel in höchsten Tönen: "Kawhi ist so unglaublich dominant. In meiner ganzen Karriere habe ich nur mit einem Spieler gespielt, der ähnlich dominant war: Yao Ming. Wenn er ins Rollen kam, war er unaufhaltsam. Kawhi spielt nun schon seit einem Monat auf diesem Niveau."

Auch sein Gegenüber Jimmy Butler, der in der Verteidigung zumeist auf Leonard angesetzt war, hatte keinen wirklichen Lösungsansatz parat und wirkte fast schon ratlos: "Er macht das jetzt schon über eine lange Zeit in der Liga und hat auch in dieser Serie in jedem Spiel gezeigt, was er kann. Ich weiß nicht, was wir noch tun können."

Butler selber war mit 29 Punkten Topscorer seines Teams und kam mit 11 Rebounds auf ein Double-Double. Dass es dennoch nicht zum Sieg reichte, lag auch daran, dass Joel Embiid (11 Punkte, 2/7 FG) keinen guten Tag erwischte - wobei dieser über die gesamte Spielzeit mit einem schweren Handicap zu kämpfen hatte.

Joel Embiid in Spiel 4 erneut von Krankheit geplagt

Nachdem sich der Kameruner in den ersten beiden Spielen noch mit einer Krankheit herumplagte, schien er in Spiel 3 endlich wieder gesund zu sein und bestätigte im Anschluss daran, dass er "endlich wieder Spaß haben" könne.

Vor Spiel 4 sei die Grippe allerdings wieder ausgebrochen, weshalb er deutlich geschwächt in die Partie ging. "Ich konnte nicht schlafen und brauchte morgens um 6 Uhr eine Infusion. Ich habe es trotzdem versucht und mein Bestes gegeben, aber es war nicht genug", zeigte er sich nach der Niederlage enttäuscht. Ob sein Gesundheitszustand bis Spiel 5 in Toronto in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wieder besser wird, bleibt abzuwarten.

Unterstützung bekam Embiid immerhin von seinen Teamkollegen, die ihm schon im Spiel den Druck von den Schultern nehmen wollten: "Ich habe ihm gesagt, dass er aggressiv spielen soll", sagte Butler: "Mir ist egal, ob er 2 von 7 oder 2 von 20 trifft. Wir stehen hinter ihm."

Zumindest defensiv machte der Big Men allerdings ein sehr gutes Spiel und ließ Serge Ibaka gleich mehrfach ziemlich alt aussehen. Auch sein Plus/Minus-Rating von +17 ist für eine Niederlage außergewöhnlich stark, die benötigte Offensiv-Dominanz fehlte den Sixers aber dennoch und könnte sie noch teuer zu stehen kommen.

Raptors vs. 76ers: Die Serie im Überblick

TagDatumUhrzeitSpielHeimAuswärtsErgebnis
Sonntag30. April2 Uhr1TorontoPhiladelphia108:95
Dienstag2. Mai3 Uhr2TorontoPhiladelphia89:94
Freitag3. Mai4.30 Uhr3PhiladelphiaToronto116:94
Sonntag5. Mai21.30 Uhr4PhiladelphiaToronto112:116
Mittwoch8. Mai2 Uhr5TorontoPhiladelphia
Freitag10. Mai2 Uhr6PhiladelphiaToronto
Sonntag/Montag12. MaiTBD7*TorontoPhiladelphia

Philadelphia 76ers benötigen mindestens einen Auswärtssieg

Wie geht es nun also weiter? Die Raptors haben sich den Heimvorteil zurückerkämpft und könnten mit zwei Heimsiegen den Einzug in die Conference Finals perfekt machen. Philly hingegen muss mindestens eines der beiden Auswärtsspiele gewinnen und darf sich zuhause ohnehin keinen Patzer erlauben.

Joel Embiid wird mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auch in Spiel 5 auflaufen. Ob er nun bei 100 Prozent ist, ist dabei zweitrangig, zu wichtig ist sein Impact für Philly. Dennoch bleibt die Frage, ob das gegen die Raptors ausreicht, die unter anderem mit einem wiedererstarkten Kyle Lowry (14 Punkte, 7 Assists in Spiel 4) und einer breiten Brust zurück nach Kanada reisen werden.

Um dort zu bestehen braucht es neben einem gesunden Embiid auch eine Leistungssteigerung von Ben Simmons (10 Punkte) und Tobias Harris (16 Punkte, 7/23 FG), sowie einer besseren Leistung der Second Unit (nur 11 Bankpunkte in Spiel 4). Genau diese schwachen Leistungen könnten für die Sixers-Fans allerdings auch ein Hoffnungsschimmer sein.

Denn obwohl drei Starter und die Bank unter ihren Möglichkeiten blieben, verlor Philly nur mit 5 Punkten und schnupperte bis kurz vor Schluss am Sieg. Wenn in Spiel 5 zumindest zwei dieser Baustellen behoben werden, ist ein Sieg keineswegs unrealistisch. Und dennoch: Das oberste Ziel muss wohl sein, einen Weg zu finden, Leonard zu stoppen - auch wenn momentan noch die Ideen dazu fehlen.

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