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NBA: Golden State Warriors gewinnen knapp gegen Portland Trail Blazers: Es gibt mehr als nur einen Curry

Seth Curry (l.) lieferte in Spiel 2 gegen seinen größeren Bruder Stephen (r.) einen bärenstarken Auftritt ab.

Die Golden State Warriors haben auch Spiel 2 gegen die Portland Trail Blazers gewonnen. Nach der Partie sprachen die Warriors von einem glücklichen Sieg, Portland reichte am Ende auch nicht, dass Seth Curry seinen Bruder zeitweise in den Schatten stellte.

Warriors-Coach Steve Kerr wollte nach dem 114:111-Sieg seines Teams gar nicht lange um den heißen Brei herumreden. "Wir haben das Spiel geklaut. Portland war heute klar besser", lautete das Fazit des 53-Jährigen, nachdem Golden State durch ein furioses Comeback auch Spiel 2 der Western Conference Finals eintütete.

Mit 17 Punkten lag der Champion gegen Ende des zweiten Viertels zurück. Zwischenzeitlich übernahmen Stephen Curry und Co. das Kommando, bevor Portland sich im Schlussabschnitt fing und plötzlich wieder mit 8 Zählern führte. "Sie haben das Spiel definitiv geklaut", stimmte auch Blazers-Guard C.J. McCollum zu, um aber auch anzufügen: "Das haben sie sich aber auch hart erarbeitet."

Vor allem McCollum bekam dies im Schlussabschnitt zu spüren. Nach starken ersten 36 Minuten, in denen er 22 Punkte erzielte, vergab der Shooting Guard alle seine sechs Würfe im vierten Viertel. Die Warriors übten riesigen Druck auf Portlands Guards aus, was diese zu suboptimalen Entscheidungen zwang.

Portland Trail Blazers heiß von der Dreierlinie

Es war ein Trend, der sich aus dem dritten Viertel fortsetzte, nachdem Portland eine furiose erste Halbzeit gespielt hatte. Damian Lillard und McCollum hatten da die Zügel noch fest im Griff, Rollenspieler wie Moe Harkless oder auch der bockstarke Seth Curry produzierten, vor allem aus der Distanz.

Elf von Portlands 18 Dreiern fielen in Halbzeit eins, dazu schien auch die Defense deutlich stabiler zu stehen als noch in Spiel 1. Stephen Curry wurde im Pick'n'Roll deutlich höher aufgenommen, Enes Kanter und Co. campten nicht mehr ausschließlich in der Zone. Dass die Warriors so mehr durch Cuts zum Erfolg kamen, wurde in Kauf genommen. Das Ergebnis zur Halbzeit gab den Gästen recht (65:50).

Schematisch machte Portland offensiv gar nicht viel anders als in Spiel 1, als man nur 36 Prozent aus dem Feld traf und 21 Ballverluste produzierte. Der Unterschied war, dass die Würfe saßen. Lillard verstand es viel besser, sich aus Drucksituationen gegen die Double Teams und Traps zu befreien und antwortete damit gut auf seine 12 Punkte/7 Turnover-Stinkbombe.

Golden State Warriors spielen furioses drittes Viertel

Aber die Warriors wurden nicht ohne Grund in drei der letzten vier Jahre Champion, vor allem das dritte Viertel entwickelte sich unter Kerr zum Sahneabschnitt der Dubs - in Spiel 2 gab es dafür wieder jede Menge Anschauungsmaterial. Im Boxscore stachen natürlich die zusammengerechnet 24 Punkte von Curry und Klay Thompson heraus, möglich gemacht wurden diese aber durch die teils erstickende Defense.

Portland wirkte ob des Drucks völlig überrascht, die Traps wurden noch aggressiver, was auch an Kerrs Maßnahme lag, Kevon Looney in der zweiten Halbzeit anstelle von Andrew Bogut starten zu lassen. Der Australier ist zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere zu hüftsteif, um am Perimeter Guards unter Druck zu setzen, stattdessen durften sich Looney und später Jordan Bell beweisen.

Auch dank ihnen fabrizierte Portland in diesen zwölf Minuten 5 Turnover, was die Warriors mit 13 Punkten bestraften. Einen 13:0-Run über gerade einmal 120 Sekunden schaffen auf so einem Niveau ohnehin wohl nur die Mannen aus der Bay Area. Dass Portland sich nach diesem Orkan sogar wieder fing und das Viertel "nur" mit 24:39 abgab, sollte den Blazers hoch angerechnet werden.

Portland: Nurkic-Ausfall macht sich gegen Warriors bemerkbar

Dennoch offenbarte der frühe Ansturm auch wieder die Probleme der Mannschaft von Terry Stotts. Gegen Golden State fällt der Ausfall von Jusuf Nurkic ungleich schwerer ins Gewicht, als es dies noch gegen Oklahoma City oder Denver tat. Enes Kanter war zu Beginn der zweiten Halbzeit hoffnungslos verloren, Ersatz Zach Collins verwechselte die Playoffs mit der Summer League und sammelte in acht Minuten 5 Fouls (dazu 2 Ballverluste) ein.

So versuchte es Stotts zeitweise mit Al-Farouq Aminu oder Harkless auf Center, was jedoch verpuffte, weil Portland weiter kaum switchte und beide keinerlei Ringschutz boten. Und so musste der Coach in Meyers Leonard den dritten Center aus dem Hut zaubern, der in Spiel 1 noch 48 Minuten auf der Bank schmorte.

Und der machte es überraschend gut. Leonard traf im vierten Viertel zwei wichtige Jumper, erzielte 7 Punkte und spielte tatsächlich den kompletten Schlussabschnitt durch. Das galt übrigens auch für Seth Curry, der sich mit seinem Bruder ein teils packendes Duell lieferte. Das Lineup mit drei Guards war dabei Portlands schärfste Waffe in diesem Spiel, es sollte nicht verwundern, wenn Stotts Curry künftig länger als 29 Minuten spielen lässt.

Warriors vs. Trail Blazers: Die Serie im Überblick

TagDatumUhrzeitSpielTeam 1Team 2Ergebnis
Mittwoch15. Mai3 Uhr1Golden StatePortland116:94
Freitag17. Mai3 Uhr2Golden StatePortland114:111
Sonntag19. Mai3 Uhr3PortlandGolden State
Dienstag21. Mai3 Uhr4PortlandGolden State
Donnerstag23. Mai3 Uhr5*Golden StatePortland
Samstag25. Mai3 Uhr6*PortlandGolden State
Montag27. Mai3 Uhr7*Golden StatePortland

*Spiele werden nur ausgetragen, wenn nötig.

Curry vs. Curry: Das packende Bruder-Duell

Jener Curry brachte die Blazers eine Minute vor dem Ende wieder in Front. Hätte Portland diese Führung gehalten, Seth wäre die große Story des Spiels gewesen. Das musste auch der große Bruder erstaunt feststellen: "Er war herausragend. Als Verteidiger war er die Pest und vorne hat er im vierten Viertel drei echte Big Shots versenkt", gab Steph zu, der sich gleich viermal von Seth den Ball klauen ließ.

Das bessere Ende hatte letztlich der große Curry auf seiner Seite, nicht nur weil er 37 Punkte (Seth: 16) verbuchte. "Er hat gut gespielt, wir haben gewonnen. Es ist perfekt gelaufen", bilanzierte der zweifache MVP schmunzelnd. Dennoch war es spannend zu sehen, wie Seth viele Moves seines Bruders antizipierte. Der beste Verteidiger der Blazers gegen Curry könnte ausgerechnet ein Curry ein.

Warriors: Draymond Green mit grandioser Schlussphase

Doch Golden State hat eben mehr als nur Curry anzubieten, trotz des Fehlens von Kevin Durant. In der Schlussphase war es Draymond Green, der die entscheidenden Plays lieferte. Bei allen fünf Warriors-Körben in den letzten vier Minuten hatte der Forward seine Finger im Spiel (4 Punkte, 3 Assists), das wichtige 114:111 12 Sekunden vor Schluss besorgte er mit einem klugen Cut.

"So wie die Gegner Steph verteidigen, gibt das Draymond Räume", analysierte Kerr die letzten Minuten. "Er trifft gute und schnelle Entscheidungen. Genau das haben wir am Ende gebraucht." Gute Entscheidungen traf Green auch defensiv. Schon im ersten Viertel hatte Green 4 Blocks gesammelt, im Schlussabschnitt kam ein wichtiger Fünfter hinzu, als McCollum am Korb hervorragend verteidigte.

"Draymond war bärenstark. Er hatte Foulprobleme, aber dank unserer Bank blieben wir im Spiel", lobte Kerr. "Seine Defense und auch Andre waren fantastisch. Das braucht es in den Playoffs. Defensiv bekamen wir genau das, was wir gebraucht haben."

So kam der Champion mit einem blauen Auge davon, Portland verpasste dagegen eine vielleicht einmalige Chance. Dennoch zeigte dieses Spiel, dass die Blazers an guten Tagen durchaus in der Lage sind, Golden State vor erhebliche Probleme zu stellen. Im berüchtigten Rose Garden (heute Moda Center) wird es für die Warriors sicher nicht leichter, Portland ist mehr als nur ein Sparingspartner.

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