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NBA

NBA Playoffs: Golden State Warriors ringen Houston Rockets in Spiel 6 nieder und erreichen Western Finals

Von Philipp Jakob
Stephen Curry führt die Warriors nach einer schwachen ersten Halbzeit zum Sieg in Spiel 6.

Die Golden State Warriors haben sich in Spiel 6 gegen die Houston Rockets mit 118:113 durchgesetzt und stehen damit erneut in den Western Conference Finals. Stephen Curry erwischte eine katastrophale erste Halbzeit - dann dreht er aber so richtig auf. Die Rockets können am Ende nicht mehr dagegenhalten.

Kevin Durant stand den Warriors nach seiner Wadenzerrung aus Spiel 5 bekanntermaßen nicht zur Verfügung, stattdessen schickte Head Coach Steve Kerr Andrew Bogut von Beginn an aufs Parkett und setzte damit auf die Starting Five der 2015er Meistersaison.

Stephen Curry fiel in der Anfangsphase vor allem mit unnötigen Fehlern auf, kassierte früh sein zweites Foul und musste auf die Bank. Stattdessen war für die Warriors Klay Thompson zur Stelle, auf der anderen Seite hielt The Beard mit 14 Zählern im ersten Viertel, das die Rockets mit 28:27 für sich entschieden, dagegen.

Auch im zweiten Viertel war Curry kein Faktor, in der gesamten ersten Hälfte blieb der Chefkoch punktlos. Dass Houston sich trotzdem keine Pausenführung erspielen konnte (57:57), lag vor allem an der starken Warriors-Bank und Thompson - und es sollte sich in der zweiten Hälfte rächen. Im dritten Viertel taute Curry zwar etwas auf, trotzdem holten sich die Rockets hier dank des stark aufspielenden Chris Paul einen kleinen Vorsprung (87:82). Doch danach war endgültig Steph an der Reihe.

Warriors: Stephen Curry dreht im vierten Viertel auf

10 Punkte hatte der 31-Jährige zuvor auf dem Konto, zum Ende des Spiels hin waren es 33 (9/20 FG, 4/11 3FG, 11/11 FT). Während die Rockets in der engen Schlussphase offensiv wie defensiv immer mehr Probleme bekamen, drehte Curry mächtig auf und brachte die Dubs mit mehreren Dreiern auf die Siegerstraße.

Auch von der Freiwurflinie blieb er cool, wann immer die Rockets noch einmal verkürzen konnten - 8/8 Freebies versenkte er allein in den letzten fünf Minuten. Die Rockets gaben sich zwar nicht geschlagen, sie kamen jedoch nicht gegen Curry, Thompson (27 Punkte, 7/13 3FG) und Andre Iguodala (fünf Dreier! So viele versenkte Iggy seit 2013 in keinem Spiel mehr) an und kassierten letztlich doch die letzte Niederlage ihrer Saison.

James Harden war für die Rockets mit 35 Punkten (11/25 FG, 6/15 Dreier) bester Scorer, Paul steuerte zudem 27 Zähler und 11 Rebounds bei. Doch es fehlte diesmal an Unterstützung, Eric Gordon etwa konnte seine zuletzt oft bärenstarken Leistungen diesmal offensiv nicht wiederholen (9 Punkte, 4/10 FG).

Die Warriors können nun Kräfte sammeln, bevor es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in den Western Conference Finals gegen den Sieger aus Spiel 7 zwischen den Denver Nuggets und den Portland Trail Blazers (Sonntag, ab 21.30 Uhr live auf DAZN und im kostenlosen LIVESTREAM auf SPOX) geht.

Die wichtigsten Statistiken

Houston Rockets vs. Golden State Warriors 113:118 (BOXSCORE), Serie: 2-4

  • In der bisherigen Serie vertraute Warriors-Coach Kerr normalerweise auf eine 8- oder 9-Mann-Rotation. Durch den Ausfall von KD und die Foulprobleme von Curry und Draymond Green bekamen in Spiel 6 jedoch elf Akteure ausgiebig Einsatzzeiten. Die Reservisten zahlten das Vertrauen zurück, das Bank-Duell ging dank Kevon Looney (14) oder Shaun Livingston (11) mit 33:17 deutlich an die Dubs.
  • In Halbzeit eins switchte Houstons Defense nahezu alles, die Warriors nutzten die daraus resultierenden Größenvorteile unter dem Korb in erster Linie mit einer hervorragenden Arbeit an den Brettern aus. Allein in den ersten 24 Minuten hatten die Gäste 7 Offensiv-Rebounds auf dem Konto und holten sich dadurch 10 Second-Chance-Points (HOU: 6 Offensiv-Rebounds, 2 Second-Chance-Points). Am Ende war diese Kategorie jedoch wieder ausgeglichen.
  • Ein großes Problem der Dubs waren die zahlreichen Ballverluste. Golden State hatte am Ende der Partie 17 Turnover auf dem Konto, die Houston in 25 Zähler ummünzte. Allerdings leistete sich Houston vor allem im vierten Durchgang (5 TO) ebenfalls viele Ballverluste, sodass auch die Hausherren auf insgesamt 17 Turnover kamen, die die Warriors mit teils starkem Transition-Game (14:7 Fastbreak-Punkte) ausnutzten.
  • Erstmals in seiner Playoff-Karriere (102 Spiele) stand Steph Curry nach 24 Minuten noch bei 0 Zählern. Umso beeindruckender, wie er in der zweiten Hälfte und vor allem im vierten Viertel reagierte. Im Schlussabschnitt versenkte er 6 von 8 aus dem Feld und 3 von 5 Dreier. Dazu blieb er in der Crunch Time perfekt von der Freiwurflinie (8/8).
  • Die Warriors stehen nun zum fünften Mal in Folge in den Western Conference Finals - Franchise-Rekord! Neben den Lakers (1982 bis 1989) sind die Dubs im Westen das einzige Team mit solch einer Serie.

Houston Rockets vs. Golden State Warriors: Die Stimmen

Klay Thompson (Warriors) über Currys zweite Hälfte: "Das hat mich kein bisschen überrascht. Er ist unser Anführer. Er spielt mit einer großartigen Gelassenheit."

James Harden (Rockets): "Wir haben eine Menge Möglichkeiten verstreichen lassen. Es tut immer weh, wenn deine Saison zu Ende ist. Sehr, sehr frustrierend."

Der Star des Spiels

Stephen Curry. In Halbzeit eins war die Suppe des Chefkochs noch gründlich versalzen. Mit teils dummen Fouls nahm er sich anfangs selbst aus der Partie, dementsprechend hatte er lange Zeit Probleme, seinen Rhythmus zu finden. Doch im Schlussabschnitt drehte er dafür umso mehr auf! Mit mehreren wichtigen Dreiern zerstörte Curry schließlich alle Hoffnungen der Rockets-Fans.

Der Flop des Spiels

Clint Capela. Es war definitiv nicht die Serie des Schweizers. Auch in Spiel 6 war von Capela nicht viel zu sehen. Gegen Bogut in der Anfangsphase oder auch gegen Looney konnte er sich offensiv zu selten durchsetzen.

Coaching Move des Spiels

Die Rockets machten nahezu das komplette Spiel über einen hervorragenden Job gegen das Pick'n'Roll von Curry. Oftmals wurde der Warriors-Star getrapt, nach Switches dazu immer wieder gedoppelt. Damit hatte Curry lange Zeit arge Probleme. Als er im Schlussabschnitt aber Feuer fing, nahm er die Rockets-Defense mit einigen ansatzlosen Dreiern (mit Hand im Gesicht) oder hervorragenden Pässen aus dem Side-Pick'n'Roll mit Green auf der rechten Seite auseinander.

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