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NBA Playoffs: Portland gewinnt unglaubliches Spiel gegen Denver nach vierfacher Overtime

Von Pascal De Marco
Rodney Hood blieb bei seinem Dreipunktwurf cool und brachte die Blazers entscheidend in Front.

Ein unfassbares Spiel hat sich am Freitagabend im Moda Center in Portland abgespielt. Sage und Schreibe vier Overtimes benötigten die Trail Blazers und die Nuggets, um einen Sieger zu ermitteln. Am Ende holten sich die Blazers den zweiten Sieg der Serie mit 140:137.

Die Blazers bangten vor dem Spiel um den Einsatz von Moe Harkless, doch waren die Sorgen unbegründet. Der Forward, der in Spiel 2 mit nur 13 Minuten Einsatzzeit aufgrund einer Knöchelverletzung abbrechen musste, gab beim Aufwärmen das OK.

Beide Teams gingen mit hoher Intensität zu Werke. Während Denver sein Glück von draußen versuchte, waren die Blazers eher in der Zone beschäftigt. Dies führte schnell zu einem frühen Rebound-Vorteil Portlands. Die Terry-Stotts-Truppe erarbeitete sich im ersten Viertel gleich 6 Offensiv-Rebounds und eine 6-Punkte-Führung.

Die Vorteile am offensiven Brett holten sich die Nuggets zurück. Es war das logische Resultat aus der defensiven Reaktion auf den immer besser in die Partie kommenden Jamal Murray. Der schien als einziger Spieler seinen Rhythmus zu finden und legte im ersten Durchgang 16 Zähler auf. Murrays Leistung war die Ausnahme in einem zähen Spiel, in dem beide Teams kaum etwas trafen und die Blazers-Führung zu Pause nur noch 1 Zähler betrug.

Nikola Jokic dreht in der zweiten Halbzeit auf - und Lillard?

Auffällig zurückhaltend waren die beiden Superstars der Teams. Nikola Jokic und Damian Lillard warfen nicht gut und kamen nicht in Gang. Es benötigte Einladungen, bis Jokic sich endlich zutraute, seine Dreier zu werfen. Der Serbe versenkte drei Würfe von Downtown in Folge, nachdem ihm vorher sogar Enes Kanter zeigte, dass die Option gültig ist.

Lillard hingegen wurde eng verteidigt, gerade nachdem er aus dem Pick'n'Roll kam. Seine Antworten darauf waren hervorragende Pässe in die Ecken. Die Blazers machten sich Lillards effizientes Spiel zum Vorteil und zogen im dritten Viertel zwischenzeitlich mit 10 Punkten davon.

Dieser Vorsprung sollte allerdings nicht allzu lange halten. Portland fand offensiv nicht konstant genug Wege zu punkten. Denver hingegen hatte mit Jokic seine Go-to-Option. So holten die Gäste aus Mile High den Rückstand auf und gingen durch zwei Clutch-Würfe von Murray sogar mit 5 in Führung. Portlands Antwort aber waren Harkless und Lillard (28 Punkte, 10/24 FG, 2/9 3FG). Harkless glich mit zwei Würfen bei 100 aus und Dame traf erstmals im vierten Viertel mit 31 Sekunden Restspielzeit. Ein weiterer Traumpass von Jokic (33 Punkte, 18 Rebounds, 14 Assists) auf Will Barton (22) aber führte die Overtime herbei.

Over-Time ist Dame-Time? Von wegen! Auch McCollum mag die Show

Hier nahm der Wahnsinn dann seinen Lauf. C.J. McCollum schaltete plötzlich zwei Gänge nach oben und traf Wurf um Wurf. Auf der anderen Seite waren es immer wieder Murray (34, 14/32) und Paul Millsap (17, 13 Rebounds), die Denver zurück brachten. Es ging nicht nur in eine zweite, sondern auch in eine dritte und sogar in eine vierte Overtime.

Hier wollte McCollums (41, 16/39) heiße Hand einfach nicht abkühlen. Der Shooting Guard brachte die Blazers auch in Triple Overtime mehrmals in Front. Denver jedoch fand immer wieder zurück. Als die Blazers mit dem Rücken zur Wand standen, war es der wieder in die Partie gekommene Rodney Hood (19), der den entscheidenden Faktor spielen sollte.

Er nahm das Heft in die Hand und besorgte in der Schlussphase die entscheidenden Punkte - in der letzten Overtime erzielte er 7 der letzten 9 Blazers-Punkte. Im Gegensatz zu den Nuggets hatte der Reservist der Blazers noch Energie. Der vollkommen ausgelaugte Jokic wurde noch zum tragischen Helden, als er 5,6 Sekunden vor Schluss mit der Chance zum Ausgleich nur einen von zwei Freiwürfen treffen konnte.

Die wichtigsten Statistiken

Portland Trail Blazers (3) vs. Denver Nuggets (2) 140:137 4OT (BOXSCORE), Serie: 2-1

  • Die Nuggets spielten in Spiel 2 eines ihrer schlechtesten ersten Viertel in ihrer Playoff-Geschichte. Kein einziger Dreier fiel für die Nuggets. Im Moda Center hatte Denver ähnliche Start-Schwierigkeiten. Lediglich einer von acht Versuchen ging durch die Reuse.
  • Jokic ist eigentlich einer der verlässlichsten Big Men in Sachen Shooting. Gegen die Blazers hat er potenzielle Dreier-Versuche auffällig häufig zurückgezogen. Jokic nahm nur einen Dreier bis Mitte des dritten Viertels. Als er sich endlich traute zu werfen, versenkte er drei in Folge und beendete das dritte Viertel mit 17 Punkten.
  • Für Lillard verlief auch das dritte Spiel nicht wie gewünscht. Der Point Guard nahm sich im dritten Viertel auffällig zurück, nahm wenige Wurfversuche und suchte stattdessen sehr häufig seine Mitspieler in Mismatches. Dies öffnete ihm Ende des Viertels Räume, um endlich seinen ersten Dreier zu versenken.
  • Es ist erst das zweite Playoff-Spiel der Geschichte (1953), das in Quadruple-Overtime gegangen ist. Für Jokic bedeutete das Spiel unglaubliche 65 Minuten Einsatzzeit. Portlands meiste Minuten spulte C.J. McCollum mit 60 ab.

Trail Blazers vs. Nuggets - die Stimmen zum Spiel

Terry Stotts (Head Coach Trail Blazers): "Ich habe keine Ahnung, was in der ersten Halbzeit passiert ist, oder in der zweiten. Ich weiß auch nicht, was in den ersten drei Overtimes passiert ist. Dann ist Rodney Hood reingekommen und hat großartig gespielt. Ich habe so ein Spiel noch nie erlebt. Am Ende weiß ich nicht, ob es mehr Begeisterung oder mehr Erleichterung war."

Michael Malone (Head Coach Denver Nuggets): "Ich habe Nikola vor der dritten und der vierten Overtime nur noch dasselbe gesagt. 'Du bist nicht müde! Du bist nicht müde!' 64:58 Minuten Spielzeit. Das ist unglaublich. Das ist zu viel."

Der Star des Spiels

C.J. McCollum. Lange war wenig vom Shooting Guard zu sehen. In den Overtimes riss McCollum dann das Spiel an sich. McCollum schaltete mehrere Gänge nach oben und nahm in der wichtigsten Phase des Spiels Würfe mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit. Im heißesten Moment behielt er die Ruhe nach einem Offensiv-Rebound und fand den in seinem Rücken stehenden Rodney Hood für den entscheidenden Dreier.

Der Flop des Spiels

Mason Plumlee. Absolvierte 12 von 68 möglichen Minuten, während Jokic knapp 65 auf dem Platz stand. Das kam nicht von ungefähr, denn Plumlee agierte sehr unglücklich, auf beiden Seiten des Balles. Da wäre ein unfassbar überflüssiges Goal Tending, ein einziger Rebound und ein +/- von -10, dem schlechtesten Rating aller Spieler. Plumlee spielte zuletzt noch eine deutlich größere Rolle, diesmal konnte Malone nicht auf ihn bauen.

Coaching Move des Spiels

Terry Stotts wollte den Einfluss Denvers Big Men unbedingt minimieren. Der Blazers-Coach ließ Jokic und Millsap gleich beide doppeln. Dies zeigte sich lange effektiv, da die Nuggets die freien Würfe am Perimeter lange überhaupt nicht verwerten konnten. Jokic und Millsap hatten ihrerseits ebenfalls Probleme mit Portlands intensivem Ansatz.

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