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NBA-News: Kyle Korver von den Utah Jazz über Rassismus: "Wir sind alle in der Verantwortung"

Von SPOX
Kyle Korver wurde im November 2018 von den Atlanta Hawks zu den Utah Jazz getradet.

Kyle Korver von den Utah Jazz hat in einem Brief in der Players' Tribune auf den Rassismus in den USA geblickt. Dabei ging es auch um die Festnahme von Teamkollege Thabo Sefolosha im Jahr 2015 und die Auseinandersetzung zwischen Russell Westbrook und einem Fan der Jazz.

"Ich habe in den letzten Wochen viel über eine Tatsache nachgedacht: Wenn wir ehrlich sind, habe ich aus demographischer Sicht mehr mit dem durchschnittlichen Zuschauer bei einem NBA-Spiel gemeinsam als mit den Spielern auf dem Platz", schrieb Korver in dem Stück mit dem Namen Privileged.

Das Privileg äußere sich darin, dass er als weißer Mann selbst entscheiden könne, ob er sich in den Kampf gegen Rassismus einschalte oder nicht. "Egal wie stark meine Unterstützung für farbige NBA- und WNBA-Spieler ist, ich betrachte die Diskussion dennoch aus einer bevorzugten Position - nur aufgrund meiner Hautfarbe", erklärte Korver weiter.

Korver über Sefolosha-Verhaftung: "Ich hielt ihn für schuldig"

2015 spielte Korver gemeinsam mit Thabo Sefolosha für die Atlanta Hawks. Vor einem Gastspiel bei den New York Knicks wurde Sefolosha vor einem New Yorker Nachtclub festgenommen und dabei schwer am Bein verletzt. Korver zeigte sich nun beschämt von seiner damaligen Reaktion: "Bevor ich die Story kannte und mit Thabo gesprochen hatte, [...] beschuldigte ich ihn."

Sefolosha hielt sich beim Zwischenfall zufälligerweise am Ort einer kriminellen Tat auf, in der Folge wurde er von allen Anklagepunkten freigesprochen. Der Schweizer spielt nun auch mit Korver bei den Utah Jazz und ist im Team einer seiner engsten Freunde.

Kyle Korver über Rassismus: "Sind alle in der Verantwortung"

Zudem nahm Korver Bezug auf den Streit zwischen Russell Westbrook und einem Anhänger der Jazz beim Spiel der OKC Thunder in Utah am 11. März. Nachdem Westbrook rassistisch beleidigt wurde, antwortete dieser mit einigen unschönen Worten. Der Fan erhielt ein lebenslanges Hallenverbot, der Thunder-Star musste 25.000 Dollar Strafe bezahlen.

Laut Korver traf der Zwischenfall einen Nerv im Team, was in einem Meeting hinter verschlossenen Türen mit Jazz-Präsident Steve Starks am Folgetag resultierte. "Eine wichtige Sache, die angesprochen wurde, war, dass Ereignisse wie dieses nicht nur die Leute betreffen, die direkt involviert sind. Es geht um viel mehr - um Rassismus in Amerika."

Korver sieht sich und seine weißen Mitmenschen in der Verantwortung - nicht nur für die eigenen Taten: "Unsere Inaktivität kann einen sicheren Platz für toxisches Verhalten begünstigen. Wir müssen uns alle angesprochen fühlen." Der 38-Jährige absolviert seine 16. NBA-Saison und steht mit den Jazz kurz vor dem Start der Playoffs auf Platz fünf in der Western Conference.

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