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NBA Playoffs 2019, Philadelphia 76ers vs. Brooklyn Nets: Der Process ist in Gefahr

Die Philadelphia 76ers sind gegen die Brooklyn Nets der klare Favorit.

Die Favoritenrolle ist in der Serie zwischen den Philadelphia 76ers und den Brooklyn Nets klar verteilt, in Philly sorgt man sich jedoch wieder einmal um die Gesundheit von Joel Embiid. Die größte Schwäche der Sixers ist zudem Brooklyns größte Stärke. Reicht das für einen Upset?

Philadelphia 76ers vs. Brooklyn Nets: Die Ausgangslage

Kein Team ist diese Saison ungeduldiger angegangen als die Sixers - um den jungen Star-Kern um Joel Embiid und Ben Simmons zu unterstützen, fädelte der neue General Manager Elton Brand gleich zwei riesige Trades ein und stellte ihnen erst Jimmy Butler und später Tobias Harris an die Seite.

Die Sixers haben seither die auf dem Papier potenteste Starting Five im Osten, allerdings ging ihnen natürlich etwas Kontinuität und Tiefe flöten. Entsprechend war ihre Saison von einigen Aufs und Abs geprägt, die wahre Stärke des Teams ist noch immer gar nicht so leicht einzuschätzen. Allerdings sollte sich das nun schnell ändern - schließlich werden drei Starter (Butler, Harris und J.J. Redick) im Sommer zu (teuren) Free Agents.

Eine ärgerliche Nachricht überschattete zudem das Ende der Saison: Embiid hat seit längerem mit Knieproblemen zu kämpfen, wurde eventuell aber nicht lange genug rausgehalten. Nun ist nach Aussage von Brand nicht garantiert, dass der mit Abstand wichtigste Spieler des Teams für Spiel 1 gegen die Nets überhaupt zur Verfügung stehen wird.

Der Gegner in Runde eins ist derweil eine Art Antithese zu den unheimlich talentierten Sixers: Da die Nets seit 2013 keinen eigenen Erstrundenpick mehr hatten, besteht ihr Team zu einem großen Teil aus Journeymen und anderswo aussortierten Spielern, aus denen Head Coach Kenny Atkinson ein verschworenes Kollektiv geformt hat.

Dass sie es so kurz, nachdem sie komplett am Boden lagen, wieder in die Playoffs geschafft haben, gehört zu den positiven Stories der Saison, nun will Brooklyn aber sicher auch noch mehr - wobei sie in den letzten Wochen viele Körner lassen mussten. Kein Team hatte zum Saisonendspurt einen härteren Spielplan und die Playoff-Teilnahme wurde erst im vorletzten Spiel gesichert.

Gleichzeitig stehen sie dadurch natürlich voll im Saft. In den letzten Spielen zeigten auch die zwischenzeitlich verletzten Spencer Dinwiddie und vor allem Caris LeVert wieder eine ansteigende Formkurve. Allen Crabbe ist wohl auch für die Playoffs raus, ansonsten gehen die Nets jedoch vollzählig in ihre ersten Playoffs seit 2015.

Philadelphia 76ers vs. Brooklyn Nets: Fakten zur Serie

SixersNets
Bilanz Regular Season51-3142-40
Offensiv-Rating (Platz)111,5 (8)108,8 (19)
Defensiv-Rating (Platz)108,9 (14)108,9 (15)
Net-Rating (Platz)2,6 (11)-0,1 (15)
Direkter Vergleich2-22-2


Sixers vs. Nets: Alle Termine der Serie!

NBA Playoffs 2019: So gewinnen die Sixers die Serie

Je nachdem, wie es um Embiid tatsächlich aussieht, verschiebt sich die Strategie natürlich. So komisch das bei Phillys Starpower klingt: Die Sixers sind ziemlich abhängig von ihrem Center. Mit dem Kameruner auf dem Court beträgt das Net-Rating elitäre +8, ohne ihn -3,3, so groß ist die Diskrepanz bei keinem anderen Spieler (Redick kommt in die Nähe, da beide zumeist gemeinsam spielen).

Erst Embiid macht das Team elitär, mit ihm sollten die Nets auch keine großen Probleme machen, zumal er physisch sowohl Jarrett Allen als auch Ed Davis mühelos überpowern kann. Unabhängig davon muss Philly zudem Harris dringend wieder einen Rhythmus verschaffen, dessen Quoten zuletzt immer tiefer in den Keller gingen (24,6 Prozent 3FG über die letzten 15 Spiele!). Wenn nur Redick verlässlich Dreier trifft, bekommen die Sixers ziemlich bald Probleme.

Außerdem: Brett Brown muss schnell herausfinden, welche Spieler von der Bank verlässliche Alternativen in den Playoffs sein können. Pikanterweise kommt gerade auf Rookie Zhaire Smith, der erst Ende März sein NBA-Debüt gab, womöglich eine ziemlich wichtige Aufgabe zu (siehe unten).

Der Kader der Philadelphia 76ers

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Ben SimmonsJ.J. RedickJimmy ButlerTobias HarrisJoel Embiid
T.J. McConnellJonathon SimmonsJames EnnisMike ScottBoban Marjanovic
Zhaire SmithFurkan KorkmazJonah BoldenAmir Johnson
Shake MiltonHaywood Highsmith Greg Monroe

NBA Playoffs 2019: So gewinnen die Nets die Serie

Die große Schwachstelle der Sixers ist seit dem Butler-Trade, in dem Robert Covington verschifft wurde, die Defense gegen Point Guards - die Nets haben gleich zwei offensivstarke Einser im Kader. Dinwiddie ist zwar im Saisonverlauf etwas eingebrochen, D'Angelo Russell ist dafür immer stärker geworden. Wenn der All-Star gegen die Sixers aufdreht, könnte die Serie enger werden als erwartet.

Butler kann für einige Minuten übernehmen, ist defensiv aber nicht mehr das Monster früherer Tage, dazu wird er offensiv gebraucht. Auch Simmons sollte keine 40 Minuten kleine Guards jagen, Redick kann gnadenlos attackiert werden. Vielleicht ist Smith die Antwort, zumindest als Entlastung - die Nets werden auf dieser Position in jedem Fall ihre Vorteile suchen.

Der Gameplan muss zudem eindeutig vorsehen, Turnover zu limitieren, was normalerweise nicht die Stärke der Nets ist. Aber: Vor allem Simmons ist in Transition brandgefährlich, während man ihn im Halbfeld durchaus einschränken kann.

Der Kader der Brooklyn Nets

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
D'Angelo RussellCaris LeVertJoe HarrisDeMarre CarrollJarrett Allen
Spencer DinwiddieTheo PinsonRodions KurucsRondae Hollis-JeffersonEd Davis
Shabazz Napier Treveon GrahamJared DudleyAlan Williams

Sixers vs. Nets: Wer gewinnt die Serie?

Eine gewisse Chance besteht für die Nets, gerade wenn Embiid wirklich erstmal ausfällt beziehungsweise nicht bei 100 Prozent agiert und man eins der ersten beiden Spiele "klauen" kann. Atkinson ist klug und dürfte die fraglos vorhandenen Lücken bei den Sixers attackieren. Aber: Im Endeffekt fehlt den Nets defensiv wohl etwas die Qualität gegen Phillys Firepower. Mehr als ein Ärgern ist unwahrscheinlich, aber die anderen möglichen Matchups hätten den Sixers wohl besser gefallen. Prognose: Sixers in 6.

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