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NBA: Mavs-GM Donnie Nelson im Interview: "Dirk Nowitzki ist unsere Version von Michael Jordan"

Von Frederik Harder
Donnie Nelson scoute 1998 Dirk Nowitzki und holte den Deutschen mit seinem Vater nach Dallas.

Donnie Nelson ist der General Manager der Dallas Mavericks und war bereits vor 21 Jahren mitverantwortlich, dass Dirk Nowitzki bei den Mavs landete. Im Interview mit DAZN und SPOX sprach der Sohn von Coaching-Legende Don Nelson über die Anfänge mit Nowitzki, schwere Zeiten und den Titel 2011.

Außerdem sprach Nelson über das mögliche Karriereende des Würzburgers sowie die rosige Zukunft in Dallas mit Luka Doncic und Kristaps Porzingis.

DAZN überträgt das vielleicht letzte Heimspiel in Nowitzkis Karriere in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch aus der Halle in Dallas (10. April., 2.30 Uhr).

Mr. Nelson, ich glaube, es ist richtig, wenn ich sage, dass es schwer wird für Dallas, einen weiteren Spieler wie Dirk Nowitzki zu finden?

Donnie Nelson: Er hat sie alle übertroffen. Keine Frage. Es ist schwer zu glauben, dass es schon 21 Jahre sind. Die Zeit ist wie im Flug vergangen und da sind so viele Erinnerungen. Nochmal, es gibt noch keine offizielle Bestätigung aber wir planen einfach damit (dass er aufhört, Anm. d. Red.). Es ist also schwer zu glauben, dass nur noch ein Heimspiel übrig ist.

Was planen Sie für die Partie gegen die Suns?

Nelson: Es gibt keinen Plan. Wenn ein Typ wie Dirk den Platz verlässt, dann ist er unsere Version von Michael Jordan. Er hinterlässt riesige Fußstapfen, die schwer zu füllen sein werden. Sowohl auf, als auch neben dem Platz war er immer Vorbild, ging voran, war integer und ein Charakter. Es ist extrem schwer. Wir haben mit Porzingis und Doncic ein paar junge Spieler, auf die wir bauen, aber wenn ein Typ wie Dirk uns verlässt, dann gibt es keinen Ersatz.

Gehen wir 21 Jahre zurück. Sie riskierten viel für einen großen, dünnen Jungen aus Deutschland. Hätten Sie damals je gedacht, dass Nowitzki eine solche Karriere hinlegt?

Nelson: Offensichtlich haben wir Dirk einiges zugetraut. Aber dass es ein solcher Lauf über 21 Jahre wird, mit wahrscheinlich dem besten europäischen Spieler und all diesen Meilensteinen - der wichtigste natürlich die Meisterschaft, die er 2011 nach Dallas gebracht hat - das ist schon eine Geschichte, wie sie sonst nur auf dem roten Teppich der Traumwelt passiert.

Wann haben Sie Dirk und Holger Gschwindner das erste Mal gesehen? Was waren Ihre Eindrücke damals?

Nelson: Oh, das erste Mal habe ich Dirk hier im Hotel gleich neben der Halle gesehen, im Rahmen des Hoop Summits. Und mein erster Gedanke war: Mann, er ist wirklich 2,11 Meter groß. Und mein zweiter Gedanke war: Verdammt, er ist wirklich gut. Er traf den Dreier, hatte ein großes Herz. Ein Wettkämpfer, ein Gewinner. Und glücklicherweise ist es gut für uns gelaufen.

Über die 21 Jahre gab es jede Menge Höhen und Tiefen. 2006 verloren Sie unglücklich in den Finals, dann gab es das schlimme Erstrundenaus 2007 gegen die Golden State Warriors als Top-Seed. Wie nah rückt man in so einer Zeit zusammen?

Nelson: Das waren zwei der schwierigsten Jahre in seiner Karriere. Die Mavericks haben vor Dirks Ankunft in acht aufeinanderfolgenden Jahren die Playoffs nicht erreicht, wir waren die Lachnummer der NBA. Und dann musste dieser Junge aus Deutschland diesen Staffelstab aufnehmen und damit laufen. Das war schon schwierig. Es gab keinen einfachen Weg. Ich bin mir sicher, dass Steve Nash und Michael Finley, mein Vater und der Trainerstab ihm oft wieder auf die Beine helfen mussten, den Staub von ihm abklopfen, ihm das Vertrauen geben. Mit der Hilfe seiner unglaublichen Familie und Holger hat er diese zwei schwierigen Jahre überstanden. Und als er es dann in seine Komfortzone geschafft hatte, wurde es richtig interessant in Dallas.

Und am Ende stand 2011 die Meisterschaft. Wie groß war die Erleichterung, dass es doch noch klappte?

Nelson: Wir waren 2006 sehr nah dran. Wir hatten bereits unsere Arme um die Trophäe gelegt während unserer ersten Finals und dann wurde uns die Trophäe aus den Armen gerissen. Das war die schwierigste Phase in Dirks Karriere. Ohne Zweifel. Es war extrem schwierig, er musste es den Zweiflern zeigen, die sagten, dass ein Europäer nie der beste Spieler eines Teams sein könne, der ein Team zu einer Meisterschaft trägt. Er hat nicht nur zahlreiche Hindernisse überwunden, sondern es etlichen Kritikern in der Basketballl-Welt gezeigt, die das bezweifelt hatten. Und als er dann zurück an den Ort kommen konnte, an dem ihm die Meisterschaft Jahre zuvor entrissen wurde, war das sehr speziell. Die Karten waren unfair gemischt. Sie hatten ein Team mit extremer Feuerkraft. Auf dem Rücken von Dirk und mit der Unterstützung seiner Mitspieler war es uns möglich, die Meisterschaft nach Dallas zu bringen und dann hat Dirk diese Version von "We are the Champions" gesungen. Freddie Mercury wäre nicht sehr stolz auf ihn gewesen. Gott habe ihn gnädig.

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