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NBA - Dirk Nowitzkis Abschieds-PK: "Nur die Familie wusste Bescheid"

Von SPOX
Dirk Nowitzki im deutschen Haus in Dallas.

Dirk Nowitzki absolvierte in der Nacht auf Donnerstag sein letztes Spiel in der NBA, nachdem er am Tag zuvor sein Karriereende verkündet hatte. Am Abend gab der deutsche Basketball-Star in Dallas noch einmal eine abschließende Pressekonferenz und stand Journalisten und Fans Rede und Antwort. SPOX hat die wichtigsten Aussagen und die komplette PK von Dirk Nowitzki im Liveticker zum Nachlesen.

Nowitzki äußerte sich ausgiebig zu seinem Karriereende, den Gründen und zum Zeitpunkt der Entscheidung, Die Dallas Mavericks sieht er für die Zukunft gut aufgestellt. Auch sprach er über die Anfänge seiner Laufbahn und die Entwicklung des Spiels.

In den kommenden Wochen soll die Familie im Vordergrund stehen, ehe einige Charity-Termine anstehen - auch in Deutschland. Auch gab der 40-Jährige eine Anekdote zu Dennis Rodman sowie seine Einschätzung zur deutschen Nationalmannschaft und den anstehenden NBA-Playoffs.

Nowitzki-PK: Die wichtigsten Aussagen im Überblick:

  • Über die Entscheidung zum Karriereende: "Es war ein Geheimnis, das keines war. Ich hatte Probleme wegen dem Fuß, habe mich schlecht bewegt. Bei meinem besten Spiel gegen Golden State hat es mir in der zweiten Halbzeit voll in den Fuß geschossen und so hat das dann keinen Spaß mehr gemacht. Für mich war es dann klar, dass es das ist."

  • Über den Zeitpunkt der Entscheidung: "Das wussten gar nicht viele. Mein Plan war eigentlich, bis zum Sommer abzuwarten. Die Entscheidung fiel erst am Tag vorher. Es hat nur die Familie gewusst und ein paar Freunde."

  • Über Dennis Rodman: "Mitten in der Saison habenwir ihn geholt. Ich war einriesen Fan und er hat einenenormen Hype mitgebracht. Und dann war einnurzweiWochen da. Rodman wurdegefragt, wen die Mavs für die nächste Saison brauchen: 'Einen Aufbau, einen Zweier, einen Dreier, einen Center und einen Coach', hat er gesagt. Cuban meinte, dass das vielleichteinbisschenvielist. Und dann war erschonwiederweg."
  • Über die Entwicklung seines Spiels: "Holger hat mir von Anfang angesagt, dass ich werfen können muss und mit meiner Defense kein großer Spieler werde. Als ich herkam, waren viele kräftige Leute unter dem Korb. Die Vierer und Fünfer konnten nicht richtig schießen. [...] Es ist verrückt, wie sich das Spiel entwickelt hat und dass ich ein Teil davon sein durfte."

Dirk Nowitzki: Die PK im LIVETICKER zum Nachlesen

Das war es aus Dallas. Jetzt stehen noch einige gemeinsame Fotos auf dem Programm, dann ist im Deutschen Haus in der texanischen Metropole Schluss.

Dankesworte zum Schluss: "Es sind so viele, die mich unterstützt haben: Die Familie, die mich mit 12, 13 überall hingefahren hat. Holger ist in den letzten Tagen auch ein bisschen zu kurz gekommen. Es gibt so viele: Coaches, Fans, die mich nie getroffen und immer unterstützt haben. Vielen vielen Dank an jeden, der immer für mich da war."

Der Plan für nächste Woche? "Relaxen, Revue passieren lassen, Tennis spielen, mit den Kids spielen und abschalten."

Über Smalltalk: "Ich war ein ruhiges Kind und wollte meine Größe immer ein bisschen verstecken. Man wird älter und das kommt dann mit dem Alter und den Lebenserfahrungen - auch der Umgang mit dem Rampenlicht. Meine Antworten in Englisch waren am Anfang sehr kurz. Steve meinte, ich hätte anfangs immer nur 'Sure, sure' gesagt."

Es ist schon wahnsinnig, wie ich Deutschland und Texas ein bisschen zusammengebracht habe. Ich fühle mich an beiden Plätzen sehr wohl und bin stolz, beide als Heimat zu bezeichnen. Ich bin in einer glücklichen Situation."

Über den eigenen Humor: "Sie müssen meinen Vater fragen, warum ich so witzig bin. Ich habe immer versucht, mich selbst nicht zu ernst und alles leicht zu nehmen. Es gibt wenige Situationen, in denen ich richtig ernst bin."

Die NBA-Playoffs vor dem Fernseher: "Ich vermisse natürlich die Playoffs seit ein paar Jahren. Das ist komisch, wenn Mitte April das letzte Spiel ist. Ich habe immer gern in den Playoffs gespielt, die Atmosphäre ist eine andere. Das Feld ist Wahnsinn. Der Osten ist so ausgeglichen und so gut wie noch nie, da kann alles passieren. Im Westen sind die Warriors für mich der Favorit, wenn sie einen Gang hochschalten. Aber es wird Spaß machen. Natürlich werde ich mit Chips auf der Couch sitzen und die Playoffs genießen."

Nowitzki über Freiwurf 2006: "Würde ich mir reinwünschen"

Ein Wurf, an den er sich noch erinnern kann? "Einen, den ich mir reinwünschen würde, war der Freiwurf in den Finals 2006, ich hätte auf Unentscheiden stellen können. Wer weiß, ob wir gewonnen hätten, aber so haben wir das Spiel 3 verloren, danach ging alles bergab. Wenn wir das Spiel 3 gewinnen, sieht es sehr gut aus. Ansonsten ... es sind so viele tolle Erinnerungen. Schwer zu sagen, welcher Wurf da noch herausragt."

Was würde Dirk Nowitzki dem 16 Jahre alten Dirk heute sagen? "Augen und Ohren offenhalten. Immer versuchen, Neues zu lernen. Hart arbeiten. Da würde ich nicht viel anders machen. Ich habe hier und da abseits des Feldes ein paar Fehler gemacht, aber auch daraus muss man lernen."

Der Draft 1998: "Ich war damals ein riesiger Bulls-Fan, von MJ und Pippen, Kukoc, Rodman. Aber als ich hier gedraftet wurde, war es kein Thema mehr, dass ich woanders hingehe, erst recht als wir den Titel holten. Ich freue mich, dass es geklappt hat. Nicht viele können sagen, dass sie so lange bei einem Team gespielt haben - kein anderer."

Über Mick Schumacher: "Dass er Formel 2 fährt, habe ich mitbekommen. Ich versuche ein bisschen was nachzulesen, hier und da. Aber ich habe daheim nicht mehr so viel Zeit wie früher. Zwei Stunden am Computer - die Zeiten sind vorbei. Aber ich freue mich für ihn, es macht Spaß ihm zuzuschauen. Ich hoffe, dass er eine lange Karriere vor sich hat."

Über die Basketball-WM 2019: "Ich hoffe dass alle am Start sind, dann haben wir eine tolle Mannschaft. Eine Super-Generation mit Dennis, Maxi und vielen anderen, die hoffentlich die Mannschaft jahrelang tragen. Die Gruppe ist okay, in jeder Gruppe sind immer zwei gute Teams und zwei, die du normalerweise schlagen musst. Danach muss man schauen, was in den K.o.-Runden passiert. Ich hoffe, dass sie so weit wie möglich kommen."

Über Maxi Kleber: "Maxi hat mich positiv überrascht, er hat sich super entwickelt. Er hat sich von Anfang an durchgekämpft und wird jetzt von den Coaches und Fans geliebt"

Über die interessantesten Mitspieler:"Steve Nash und Michael Finley werde ich nievergessen. Die beidenhabenmir am Anfang sehrgeholfen und habenmirgezeigt, wie man sichabseits des Feldesverhalten muss. Das Meisterschafsjahrmit Cardinal, Jet und Tyson war natürlich der Höhepunkt. So einErfolgschweißtzusammen. Der wahnsinnigsteTeamkollege war wahrscheinlich Dennis Rodman. Mitten in der Saison habenwir den geholt. Ich war einriesen Fan und er hat einenenormen Hype mitgebracht. Und dann war einnurzweiWochen da. Rodman wurdegefragt, wen die Mavs für die nächste Saison brauchen: 'Einen Aufbau, einen Zweier, einen Dreier, einen Center und einen Coach', sagte er. Cuban meinte, dass das vielleichteinbisschenvielist. Und dann war erschonwiederweg."

Über die Entwicklung des Spiels: "Holger hat mir von Anfang angesagt, dass ich werfen können muss und mit meiner Defense kein großer Spieler werde. Als ich herkam, waren viele kräftige Leute unter dem Korb. Die Vierer und Fünfer konnten nicht richtig schießen. Die NBA hat versucht, das Spiel offener zu machen und da kam ich zur richtigen Zeit in die Liga. Das war perfekt für mein Skillset. Es ist verrückt, wie sich das Spiel entwickelt hat und dass ich ein Teil davon sein durfte."

Nowitzkis Zukunft: Meine Heimat ist erstmal in Dallas

Über die kurzfristige Planung: "Meine Heimat ist erstmal hier, die Kids sind hier geboren und wir haben hier ein Netzwerk. Ich gehe immer gerne nach Hause nach Deutschland. Die Kids sind bis Ende Mai in der Schule, dann ist das Charity Baseball Game, nach meinem Geburtstag im Juni werden wir sicher nach Deutschland kommen. Und dann wird auch wieder das ING-Fußball-Spiel geben."

Über die Anfänge in Amerika: "Der Hoop Summit war Wahnsinn. Wir waren ja im Aufstiegskampf mit Würzburg und sind in einer Nacht-und-Nebel-Aktion rübergeflogen. Im Endeffekt war es super, ich habe ein super Spiel gemacht und es hat mich in Amerika nach oben gepusht. Gottseidank sind wir trotzdem aufgestiegen. Wir haben uns hier in Dallas getroffen und sind mit dem Mavs-Flieger nach San Antonio geflogen. Eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde."

Über die "Generation Social Media". "Früher gab es mehr Kameradschaft im Bus und der Umkleide. Heute sitzen die Jungs ein paar Minuten nach dem Spiel schon am Handy, nur ich nicht. Aber das gehört bei der neuen Generation einfach dazu.

Die Zeit nach dem Titel 2011: "Nach der Meisterschaft gab es mehr Enttäuschungen als schöne Momente. Man muss auch durch die schlechten Zeiten durch wie am Anfang meiner Karriere. Ich wollte sicherstellen, dass die Franchise in gute Hände gelegt wird. Ich freue mich für die Zukunft der Mavs - ohne mich."

Nowitzki zur Entscheidung - "fiel erst einen Tag vorher"

Über den Zeitpunkt der Entscheidung: "Das wussten gar nicht viele. Mein Plan war eigentlich, bis zum Sommer abzuwarten. Die Entscheidung fiel erst am Tag vorher. Ich hätte gern noch ein bisschen mit Luka und KP gespielt, aber es macht einfach keinen Sinn mehr. Es hat nur die Familie gewusst und ein paar Freunde."

Über seinen Rücktritt: "Es war ein Geheimnis, das keines war. Ich bin gestrauchelt wegen dem Fuß, habe mich schlecht bewegt. Nach dem Vorjahr dachte ich, dass es mit der OP nochmal besser wird. Aber die Arthrose hat sich immer mehr gezeigt. Bei meinem besten Spiel gegen Golden State hat es mir in der zweiten Halbzeit voll in den Fuß geschossen und so hat das dann keinen Spaß mehr gemacht. Für mich war es dann klar, dass es das ist. Es war spielerisch ein frustrierendes Jahr, aber die Erinnerungen werden bleiben."

Die kommende Woche: "Die Woche wird hektisch, ab nächster Woche habe ich Zeit, das Ganze noch mehr zu reflektieren. Ich habe mir auch die Zeremonie noch gar nicht angeschaut."

Das letzte Heimspiel: "Nach dem Spiel gegen Phoenix bin ich im Hotel ein bisschen in mich gegangen. Es war schon Wahnsinn, dass fünf meiner Helden zum Spiel gekommen sind."

Dirk über den Gesundheitszustand: "Bis jetzt ist der Fuß noch ganz gut. Gestern haben wir ein bisschen was getrunken, der Kopf tut gerade mehr weh"

Dirk ist da! Jetzt kann es richtig losgehen.

Silke Mayer kümmert sich als Vorsitzende der Dirk-Nowitzki-Stiftung um viele soziale Projekte. "Neben dem Sport ist vor allem das soziale Engagement prägend für Dirk - für sein gesamtes Leben."

Jetzt ist Schwester Silke an der Reihe: Auch sie war auf die Entscheidung zum Rücktritt nicht vorbereitet: "Das ist ein Abschnitt, der auch für mich zu Ende geht. Das Abschiedagefühl war beim letzten Heimspiel sehr präsent, in San Antonio war es schon wieder entspannter."

Eine Anekdote darf natürlich auch nicht fehlen: Bei einem Werbedreh in Barcelona fehlte die passende Jeans für den Riesen, sodass kurzfristig die spanische Basketball-Community aktiviert werden musste, um eine entsprechende Hose ausfindig zu machen.

Seit 2003 ist die ING an der Seite von Nowitzki. "Wir haben nie versucht , ihn zu inszenieren, sondern er war ganz selbstverständlich Teil der Crew. Er war immer der nette Typ von nebenan." Niemann lobt insbesondere das karikative Engagement von Nowitzki - frei von allen Starallüren.

Nun betritt Waltraud Niemann stellvertretend für Sponsor ING die Bühne und verliert einige nette Worte zu Dirk Nowitzki und dessen Karriereende. Zur Sprache kommt sie unter anderem auf die magischen Zahlen der letzten Tage - 41, 21 und 1.

Und los geht es. Zwar ist Dirk Nowitzki noch nicht auf der Bühne, aber es wird immerhin schon einmal darauf zurückgeblickt, was in den letzten Tagen für die deutsche Delegation in Dallas und San Antonio so geboten war.

In der vergangenen Nacht zollten auch die San Antonio Spurs Respekt vor einer ganz großen Karriere. Bereits vor dem Tip-Off war auf dem Videowürfel ein Tribute Video zu sehen, bei dem bei Nowitzki kein Auge mehr trocken blieb. Während der Partie wurde der 40-Jährige mit MVP-Rufen gefeiert - in fremder Halle!

Vor Beginn: Mavs-Besitzer Mark Cuban ermöglichte Nowitzki beim Spiel gegen die Suns einen mehr als würdigen Abschied von seinen Heimfans. Nach der Partie gaben sich auch Nowitzkis Kindheitsidole - unter anderem Larry Bird und Scottie Pippen - die Ehre, was auch beim Würzburger für Gänsehaut sorgte: "Der einzige, der da gefehlt hat, war MJ."

Vor Beginn: Auch in der SPOX-Redaktion kullerte in den vergangenen beiden Nächten die ein oder andere Träne und es wurde zurückgeblickt auf die ganz persönlichen Höhepunkte der 21-jährigen Karriere des großen Blonden. Hier entlang!

Vor Beginn: Bereits nach den letzten Heimspiel gegen die Phoenix Suns verneigte sich die gesamte Sportwelt vor einem der größten deutschen Sportler aller Zeiten. Unter anderem schrieb Emre Can: "Dank Dir wissen die Amerikaner auch, wie gut die Deutschen sind." Hier geht es zur Übersicht mit allen Stimmen.

Vor Beginn: Ob das gebührend gefeiert wurde? Wir werden es spätestens 19.30 Uhr deutscher Zeit erfahren, wenn Nowitzki im von den Mavs eingerichteten deutschen Haus vor die deutschen Journalisten tritt.

Dirk Nowitzki nimmt Abschied

Nach 21 Jahren hat Dirk Nowitzki seine Karriere in der NBA beendet. Zum Abschluss verloren die Mavs zwar in San Antonio, doch Nowitzki konnte noch einmal mit 20 Punkten und 10 Rebounds glänzen. Es war das erste Double-Double der Saison für den 40-Jährigen, der am Tag zuvor den Phoenix Suns satte 30 Zähler einschenkte.

Dirk Nowitzki: Auszeichnungen, Titel, Stats

AuszeichnungJahr
NBA Champion2011
NBA Finals MVP2011
NBA MVP2007
NBA All-Star14x (2002-2012, 2014, 2015, 2019)
All-NBA First Team4x (2005-2007, 2009)
All-NBA Second Team5x (2002, 2003, 2008, 2010, 2011)
All-NBA Third Team3x (2001, 2004, 2012)
NBA Three-Point Shootout Champion2006
NBA Teammate of the Year2017
FIBA World Cup MVP2002
FIBA World Cup Scoring Champion2002
FIBA EuroBasket MVP2005
FIBA EuroBasket Top Scorer3x (2001, 2005, 2007)
Europas Spieler des Jahres6x (2002-2006, 2011)
Silbernes Lorbeerblatt2011
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