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NBA Spielbericht: Statement-Sieg! Milwaukee Bucks dominieren im Spitzenspiel gegen Houston Rockets

Von Philipp Schmidt
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Aufgrund einer beeindruckenden Mannschaftsleistung haben sich die Milwaukee Bucks (56-19) im Topspiel mit 108:94 (BOXSCORE) gegen die Houston Rockets (47-28) durchgesetzt. Nach ausgeglichenem Start setzten sich die Bucks im dritten Viertel ab. Eric Bledsoe war mit starker Defense gegen James Harden und 23 Punkten der beste Spieler auf dem Feld. Giannis Antetokounmpo hielt sich zurück.

Für genügend Storylines war bereits vor Spielbeginn gesorgt: Auf die Frage, was er von den Bucks halte, antwortete Rockets-Coach Mike D'Antoni: "Ich hoffe, wir sehen sie irgendwann im Juni wieder." Weiterhin trafen mit Giannis Antetokounmpo und James Harden die Frontrunner im MVP-Rennen aufeinander.

Derweil will das Verletzungspech bei Milwaukee nicht abreißen: Nachdem die Bucks bereits auf Malcolm Brogdon, Nikola Mirotic und Pau Gasol verzichten mussten, schied beim Sieg gegen die Cavaliers am Sonntag auch noch Tony Snell mit einer Sprunggelenksverletzung aus. Für ihn startete Sterling Brown neben den gewohnten Akteuren.

Entspannter gestaltete sich die Lage bei den Rockets: Gegen Milwaukee lief die übliche Starting Five bestehend aus Chris Paul, Harden, Eric Gordon, P.J. Tucker und Clint Capela auf. Bankspieler Kenneth Faried stand D'Antoni aufgrund von Knieproblemen nicht zur Verfügung. Zudem verpasste Gerald Green (Schulter) das zweite Spiel in Folge.

Während Giannis mit einem Turnover die Partie eröffnete, erzielte Harden auf der anderen Seite mit einem Floater die ersten Punkte des Spiels. Bei beiden Teams fehlte anfangs der Rhythmus, offene Dreier fielen nicht, weshalb zunehmend der Weg in die Zone gesucht wurde. Capela sammelte nach Pässen von Harden 6 schnelle Punkte, nach 2 Dreiern von Danuel House wurde die Gäste-Führung erstmals zweistellig (22:12), nach zwölf Minuten stand es aber lediglich 25:20 für die Rockets.

Milwaukee dominiert ab dem zweitem Viertel gegen Rockets

Auch im zweiten Viertel setzte Milwaukee die Suche nach dem Dreier anfangs erfolglos fort, während bei den Gästen die Schützen zunehmend ihren Rhythmus fanden. House traf seine ersten vier Distanzwürfe. Dann erhöhten die Bucks die Intensität und verkürzten durch einen 11:3-Lauf, den einzig ein übler Crossover von Paul gegen D.J. Wilson unterbrach. Middleton sorgte per Layup für die erste Führung für Milwaukee (44:42). Die Gastgeber blieben heiß und nahmen folgerichtig einen Vorsprung mit in die Halbzeitpause: 58:53.

Die Rockets kamen mit Schwung aus der Kabine, Harden traf von Draußen, ehe Capela Giannis sehenswert aufs Poster nahm. Milwaukee ließ sich jedoch nicht beeindrucken und konterte mit 7 Punkten in Folge. Nach starker Defense gegen Harden netzte Bledsoe auch noch 2 Dreier und zwang Houston zur Auszeit (71:63). Nach dem Timeout legte Bledsoe 8 Punkte nach, die Bucks-Führung wuchs weiter an: 90:71 nach drei Vierteln.

Eric Bledsoe führt Bucks zum Sieg gegen Houston Rockets

Im Schlussabschnitt sollte den Rockets kein entscheidender Run mehr gelingen. Gary Clark verkürzte bei seinen ersten Einsatzminuten mit 2 Dreiern auf 82:98, Houston ließ seine Starter bis kurz vor Schluss auf dem Parkett, kam jedoch nicht mehr in Schlagdistanz. Die Bucks siegten letztlich deutlich mit 108:94. Topscorer bei Milwaukee war Bledsoe mit 23 Punkten, mit Antetokounmpo (19, 14 Boards), Lopez (13) und Middleton (13, 6/23 FG) scorten drei weitere Starter zweistellig. Pat Connaughton steuerte von der Bank 14 Punkte und 7 Rebounds bei.

Die Rockets wurden von Harden angeführt, der auf 23 Punkte, 10 Rebounds und 7 Assists kam, aber mit seinem Wurf kämpfte (9/26 FG, 1/9 3FG). Neben Paul (19 Punkte, 9 Rebounds) und Capela (17 und 11) war Reservist House mit 15 Zählern bei 5 Dreiern der einzige Lichtblick bei Houston, das vor allem als Team eine schwache Leistung zeigte.

Die wichtigsten Statistiken

Milwaukee Bucks (56-19) vs. Houston Rockets (47-28) 108:94 (BOXSCORE)

  • Milwaukee versuchte von Beginn an, Harden nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Während Capela die entstehenden Lücken unter dem Korb insbesondere in der ersten Hälfte gut ausnutzen konnte, hatten die Schützen der Rockets einen gebrauchten Tag erwischt. Houston traf nur 30,8 Prozent aus der Distanz (16/52 3FG), vor allem Tucker, Harden und Gordon (0/5) sind als Negativbeispiele zu nennen.
  • Die Bucks zeigten eindrucksvoll, was es heißt, als Einheit zusammenzuspielen. Während Antetokounmpo und Middleton nicht ihre beste Leistung zeigten, sprangen andere in die Bresche. Das Fehlen von einigen Rollenspielern kompensierten Connaughton (bestes Plus-Minus mit +15), Lopez und Wilson. Die Räume, die sich durch die Penetrationen von Antetokounmpo boten, bestraften die Mannschaftskollegen mit guter Dreierquote (14/34, 41,2 Prozent).
  • Die Rockets sind nicht dafür bekannt, in puncto Fastbreak-Punkten zur Elite der NBA zu gehören (11,9 pro Spiel/Platz 18). Zur Halbzeit standen sie gegen die Bucks bei 0 Punkten, während Milwaukee bereits 19 Zähler verbuchen könnte (17,3 pro Spiel/ Rang 6). Im zweiten Durchgang wurde es nicht besser: Am Ende entschieden die Bucks diesen Vergleich mit 28:2 für sich.
  • Capela machte beileibe kein schlechtes Spiel, war aber trotzdem gegen die Dominanz der Bucks unter den Brettern machtlos. Milwaukee gewann das Rebound-Duell mit 60:46 und erzielte 46 Zähler in der Zone (Houston 36). Neben Giannis und Lopez kämpfte das gesamte Bucks-Team engagiert um jeden Abpraller.
  • Beide Mannschaften versuchten möglichst ohne Fouls zu verteidigen, um keine einfachen Punkte an der Linie herzuschenken. Die Rockets gingen in Halbzeit eins nur ein einziges Mal an die Linie, die Bucks nur fünf Mal. Freiwurf-König Harden musste bis weit ins dritte Viertel auf seinen ersten Freebie warten. Milwaukee kam schließlich auf 13 Freiwürfe, Houston auf 7.

Milwaukee Bucks vs. Houston Rockets: Die Stimmen zum Spiel

Eric Bledsoe (Bucks) über die Defense gegen Harden: "Ich habe einfach versucht, nicht zu foulen. Giannis und Brook haben mir sehr geholfen. Wir haben Teambastketball gespielt."

Mike Budenholzer (Bucks-Coach) über Bledsoe: "Was er an beiden Enden des Feldes macht, ist wirklich besonders. Er liebt diese Herausforderung. Er ist ein unglaublicher Verteidiger."

James Harden (Rockets): "Wir hatten unsere offenen Würfe. Wir konnten sie nicht versenken. Wir haben gekämpft, aber im dritten Viertel haben sie einen Lauf gestartet und das war es dann."

Der Star des Spiels

Eric Bledsoe. Machte auf beiden Seiten des Feldes einen überragenden Job. Ließ Harden nie zur gewohnten Entfaltung kommen und verlieh der Offensive der Bucks Struktur (6 Assists). Traf im dritten Viertel wichtige Dreier in einer Phase, in der Milwaukee sich entscheidend absetzte.

Der Flop des Spiels

P.J. Tucker. Während der ehemalige Bamberger gegen Antetokounmpo in der Defensive im Rahmen seiner Möglichkeiten Widerstand leistete, war er auf der anderen Seite des Feldes kaum spielbar. Durch die Aufmerksamkeit, die Harden auf sich zog, erhielt Tucker zahlreiche weit offene Dreier und vergab viele davon kläglich. Die Quote von 12,5 Prozent (1/8 3FG) spricht Bände.

Coaching Move des Spiels

Beide Teams fokussierten sich auf die Defense der Stars. Während die Rockets versuchten, die Kreise von Giannis einzuengen, galt das Augenmerk der Bucks dem Backcourt um Harden und Paul. Die Folge waren zahllose offene Dreier für beide Teams. Während die Bucks diese im Laufe des Spiels immer besser trafen, blieben die Gäste kalt. Einen Plan B hatten die Rockets jedoch nicht parat, um dennoch zum Erfolg zu kommen.

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