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NBA Spielbericht: Nächste Embiid-Show! Sixers schlagen Boston in hitzigem Schlagabtausch

Joel Embiid verbuchte ein Career High bei den Rebounds.

In einem hektischen Spiel haben die Philadelphia 76ers erstmals in dieser Saison gegen die Boston Celtics gewonnen. Im Duell der Schwergewichte ragte mal wieder Joel Embiid heraus und führte seine Farben zu einem 118:115-Erfolg. Für Boston hielt Kyrie Irving dagegen, während Marcus Smart vorzeitig zum Duschen geschickt wurde.

Bei den Sixers rückte wieder Joel Embiid nach einer Pause in Charlotte in die Starting Five, Boston musste lediglich auf Gordon Hayward (Gehirnerschütterung) verzichten. Die Celtics erwischten dennoch den besseren Start, Kyrie Irving versenkte schnell zwei Dreier über Embiid, doch auch Philly stabilisierte sich nach einigen Minuten. Die Bank offenbarte jedoch mal wieder große Schwächen, während Bostons Offense sehr flüssig aussah. Irving hatte schon 16 Punkte, die Celtics führten mit 39:30 nach einem Viertel.

Embiid bekam nun immerhin den Ball in besseren Positionen unter dem Korb und konnte sein Punktekonto ein wenig aufpolstern, während Al Horford als Vierer einige Male erfolgreich aufpostete. Da auch Terry Rozier (schon 4/4 Dreier) heiß lief, wuchs der Vorsprung der Gäste auf bis zu 15 Zähler an. Philly wirkte frustriert und so kam ein wenig Hektik auf, was dem Spielfluss nicht guttat. Die Sixers drückten den Rückstand zwischenzeitlich wieder in den einstelligen Bereich, doch aufgrund einiger fürchterlicher defensiver Fehler baute Boston den Vorsprung bis zur Pause wieder aus (69:58).

Marcus Smart nach Schubser gegen Joel Embiid ejected

Die zweite Halbzeit begann mit einem Aufreger. Embiid setzte einen harten Screen gegen Marcus Smart, der danach den Sixers-Center zu Boden schubste. Eine direkte Konfrontation konnte zwar vermieden werden, doch die Referees schickten den Celtics-Guard dennoch zurecht zum Duschen. Die Celtics waren so arg ersatzgeschwächt, weil auch Aron Baynes sich schon in der ersten Halbzeit mit einer Knöchelverstauchung abmeldete.

Die Sixers nutzten das Momentum und kamen wieder auf vier Zähler ran, erst danach schüttelten sich die Gäste dank einiger guter Plays von Jaylen Brown. Dennoch hatte Philly Oberwasser, weil Embiid nun nicht mehr zu stoppen war. Aber: Außer dem Center ging bei den Gastgebern nicht viel und trotz zwischenzeitlichen Rückstands führten die Celtics vor dem Schlussabschnitt wieder mit 90:85.

Embiid und Butler besorgen Sieg der Sixers über Boston

Dank Horford und Rozier bekamen die Celtics weiter Entlastung, wenn auch nur für einige Minuten. Jimmy Butler wachte endlich auf und glich die Partie fünf Minuten vor Schluss mit Back-to-back-Dreiern aus (105:105). Beide Teams tauschten nun Körbe, keiner erspielte sich einen Vorteil, bis Ben Simmons per And-One auf 3 Zähler erhöhte, da waren noch 40 Sekunden auf der Uhr. Embiid räumte Irving dann beim Drive zum Korb ab, Butler machte den Deckel mit einem offenen Jumper aus der Mitteldistanz drauf.

Für Philly überragte natürlich Embiid (37 Punkte, 8/17 FG, 20/21 FT, 22 Rebounds) mit einem Monster-Double-Double, Unterstützung gab es von Tobias Harris (21), Redick (17) und Butler (22, 7/17 FG). Auf Seiten der Celtics überzeugten in Irving (36, 12/29 FG) und Rozier (20) beide Guards und auch Horford (22) machte wieder ein gutes Spiel gegen die Sixers. Daniel Theis spielte knapp 7 Minuten und konnte nur 1 Rebound greifen, stand aber gegen Embiid solide seinen Mann.

Die wichtigsten Statistiken

Philadelphia 76ers (47-25) vs. Boston Celtics (43-29) 118:115 (BOXSCORE)

  • Die Sixers spielten in der ersten Halbzeit teils fürchterliche Defense. Natürlich waren die Gäste aus Boston teilweise sehr heiß, doch 36 Punkte in der Zone sowie 12 Zähler in Transition waren viel zu viel, was Philadelphia den Celtics genehmigte.
  • Dass die Gastgeber nicht schon zur Pause aus dem Spiel waren, lag an der riesigen Differenz bei den Freiwürfen. Schon nach zwei Vierteln hatte Philadelphia satte 24 Freiwürfe (21 Treffer) genommen, Boston war zu diesem Zeitpunkt nur achtmal an die Linie marschiert. Der Unterschied ist aber nicht durch Bevorteilung der Referees zu erklären, die Sixers suchten einfach entschlossener den Kontakt und hatten in Embiid den Akteur, der nur durch Fouls zu stoppen war, vor allem weil der Center zu oft Position tief unter dem Korb hatte.
  • Die Sixers trafen bis zur Pause nicht einmal die Hälfte ihrer Versuche in der Zone (11/26 FG) und wurden insgesamt bei gerade einmal 33 Prozent aus dem Feld gehalten. Boston versenkte auf der anderen Seite 55 Prozent und gute 43 Prozent aus der Distanz. Nach dem Wechsel kühlten die Gäste aber ab und so fand Philly durch die Hektik wieder zurück, ohne dabei selbst Bäume auszureißen.
  • In Durchgang zwei zeigten sich dann wieder die Vorzüge der Sixers. Zwar trafen die Gastgeber nur 43 Prozent aus dem Feld, schnappten sich aber 8 Offensiv-Rebounds und gingen weitere 19-mal an die Linie. Boston wurde dabei ebenfalls bei gearde einmal 38 Prozent gehalten.
  • Es ist ja eigentlich nichts Neues mehr, den Sixers fehlt es an Tiefe und das machte sich wieder bemerkbar. Vor allem hinter Embiid sind die Möglichkeiten begrenzt. Boban Marjanovic war quasi nicht spielbar, aber auch T.J. McConnell als Backup-Spielmacher konnte nichts beitragen. Die vier eingesetzten Reservisten verbuchten gerade einmal 7 Punkte (3/11 FG). Die Celtics erzielten trotz Hayward-Ausfall insgesamt 37 Bank-Punkte.
  • Die Celtics waren vor dem Spiel so etwas wie der Angstgegner der Sixers. Nicht nur verloren die Gastgeber bisher alle Spiele in dieser Saison, aus den letzten 19 Partien konnten gerade einmal zwei gewonnen werden.

Der Star des Spiels

Joel Embiid. In der Schlussphase hatten die Celtics den Center einigermaßen im Griff, doch davor war es eine Show, die der Kameruner lieferte. Embiid machte, was er wollte und zog außerdem Foul um Foul gegen so ziemlich jeden Celtics-Spieler. 22 Rebounds waren ein Career High für den Sixers-Star, 37 Punkte waren aber auch nicht übel. Sein Block gegen Kyrie brachte Philly letztlich endgültig auf die Siegerstraße.

Der Flop des Spiels

Marcus Smart. Seine Ejection war einfach eine unglaubliche Dummheit, die es nicht gebraucht hat und das Spiel letztlich kippen ließ. Es war kein Zufall, dass J.J. Redick in der ersten Halbzeit fast komplett abgemeldet war, während Brown den Scharfschützen mehrfach aus den Augen verlor. Mit Smart auf dem Feld in der zweiten Halbzeit hätten die Celtics dieses Spiel wohl gewonnen. Auch schwach: Marcus Morris.

Coaching Move des Spiels

Celtics-Coach Brad Stevens ließ Horford diesmal nicht ausschließlich gegen Embiid ran und brachte schon nach gut vier Minuten Aron Baynes, der den Kameruner ebenfalls solide verteidigte. Zwischenzeitlich vertraute Boston auch auf die Kombination aus Horford und Baynes auf den großen Positionen. Horford nutzte dabei mehrfach seine Größenvorteile auf der Vier mit erfolgreichen Postups. In der zweiten Halbzeit war dies aber nicht mehr möglich, weil sich der Australier im zweiten Viertel den Knöchel verstauchte.

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