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NBA Spielbericht: Blowout! Boston Celtics demontieren die Warriors

Von Marc-Oliver Robbers
Gordon Hayward zeigte gegen die Golden State Warriors eines seiner besten Spiele für die Boston Celtics

Die Boston Celtics (39-26) haben einen eindrucksvollen Auswärtserfolg bei den Golden State Warriors (44-20) eingefahren. Beim 128:95-Erfolg (BOXSCORE) zeigte Boston eine starke Mannschaftsleistung. Gordon Hayward ragte dabei mit 30 Punkten aus dem Kollektiv heraus. Der Meister aus Kalifornien enttäuscht dagegen auf ganzer Ebene und kassierte die höchste Niederlage der Saison.

Beide Mannschaften strauchelten zuletzt eher so durch die Liga, dabei geht es für beide noch darum, sich den Heimvorteil in den Playoffs zu sichern. Die Celtics als aktuell Fünfter im Osten hätten momentan gar keinen Heimvorteil, Golden State will sich Denver vom Hals halten, um mindestens bis in die Finals einen Heimvorteil genießen zu können.

Die Warriors mussten dabei aber erneut auf Klay Thompson verzichteten, der aufgrund von Schmerzen im Knie zum zweiten Mal in Folge pausieren musste. Dazu fehlte mit Shaun Livingston (Nackenschmerzen) ein wichtiger Bankspieler.

Boston Celtics attackieren DeMarcus Cousins

Der Meister verschlief mal wieder den Start, Boston legte einen 11:0-Run zu Beginn hin und zwang Warriors-Coach Steve Kerr früh dazu, die erste Auszeit zu nehmen. Die Celtics hatten sich DeMarcus Cousins als Schwachstelle der Dubs herausgepickt und switchten immer wieder ihre Guards gegen den Center, der dabei selten gut aussah.

Auch offensiv lief es eher holprig für Golden State. Kevin Durant erwischte einen gebrauchten Tag, leistete sich ungewöhnliche Ballverluste und hatte zudem Probleme mit seinem Wurf. Einzig Stephen Curry erreichte in der Offensive Normalform. Die Celtics konnten sich neben ihren Startern auch auf die Bank verlassen. Gordon Hayward spielte eine überragende erste Halbzeit und auch Jaylen Brown wusste zu überzeugen.

Boston baute den Vorsprung kontinuierlich aus und hatte zur Halbzeit eine mehr als komfortable 25-Punkte-Führung. Einen so hohen Pausen-Rückstand konnten die Warriors laut Elias Sports Bureau noch nie seit Beginn der Shot-Clock-Era aufholen.

Warriors vs. Celtics: Frustfoul von Cousins

Die Warriors probierten es natürlich trotzdem und konnten den Rückstand zeitweise auf immerhin 17 Punkte einschmelzen, weil sie defensiv aktiver waren und so zu leichten Fastbreak-Punkten kamen. Allerdings wollte der Dreier überhaupt nicht fallen. Nach drei Vierteln lag die Quote bei gerade einmal 20,7 Prozent. Mit einem 12:0-Run am Ende des Viertels baute Boston die Führung sogar noch auf 29 Zähler aus. Das Spiel war gelaufen.

Einen Aufreger gab es dann noch. Nach einem Frustfoul von Cousins gegen Aron Baynes hatte der Warriors-Center noch ein paar nette Worte für den Australier übrig, anschließend schubste er Jayson Tatum. Terry Rozier ging dazwischen und schubste zurück. Beide erhielten ein technisches Foul. Für Boogie war der Arbeitstag danach beendet, er wurde ausgewechselt.

Hayward war mit 30 Punkten der Topscorer der Partie. Irving kam auf 19 Punkte, 11 Assists und 5 Rebounds. Brown hatte 18 Zähler auf seinem Konto, Tatum 17. Daniel Theis stand 12 Minuten auf dem Parkett und holte dabei 2 Punkte und 4 Rebounds. Bei den Warriors kam Curry auf 23 Punkte.

Die wichtigsten Statistiken

Golden State Warriors (44-20) vs. Boston Celtics (39-26) 95:128 (BOXSCORE)

  • Die Warriors lagen zum elften Mal in den letzten 14 Spielen mit mehr als zehn Punkten zurück, zum vierten Mal in den letzten sechs Spielen passierte ihnen das bereits im ersten Viertel. Ihre Plus-Minus-Bilanz im ersten Viertel in den letzten sieben Partien liest sich mit -31 geradezu gruselig.
  • Boston bewegte den Ball extrem gut. Den 29 Field Goals zur Halbzeit ging 23 Mal ein Assist voraus. Das lag natürlich auch daran, dass das Pick-and-Roll-Spiel der Celtics nach Belieben funktionierte. Am Ende hatte Boston unglaubliche 38 Assists bei 49 getroffenen Würfen verteilt.
  • Zudem erhielt Boston endlich mal wieder Unterstützung von der Bank. Vor allem Hayward zeigte eine nahezu perfekte erste Hälfte. Der Forward traf 7/8 aus dem Feld und stand bei 19 Zählern (am Ende 30). Dazu erhielt er Unterstützung von Jaylen Brown, der letztlich auf 18 Punkte kam. Das Bankduell ging mit 68:32 deutlich an Boston.
  • Wie bei einem Blowout zu erwarten, ging so ziemlich jede relevante Statistik deutlich an die Celtics. Sie dominierten die Zone (50:38 Points in the Paint, 46:45 Rebounds), machten 26 Punkte aus 22 Ballverlusten der Warriors und waren auch bei den Fastbreak-Punkten (29:25) vorne.
  • Für Golden State war es die höchste Saisonniederlage, seit sie im November einen Blowout (-28) von den Oklahoma City Thunder kassierten. Zudem war es die höchste Heimniederlage unter der Führung von Steve Kerr.

Der Star des Spiels

Gordon Hayward. Genau so wollen die Celtics Hayward sehen. Der Forward machte eines der besten Spiele seit seiner schweren Verletzung. Hayward war sehr aktiv, gab Boston dadurch in der ersten Halbzeit eine Menge Energie von der Bank und konnte sich dann mit dem beruhigenden Vorsprung im Rücken in der zweiten Halbzeit weiteres Selbstvertrauen holen. Am Ende stand er bei 30 Punkten (12/16 aus dem Feld), 7 Rebounds und 4 Assists in 28 Minuten.

Der Flop des Spiels

Kevin Durant fand zu keiner Zeit in die Partie. Der Superstar leistete sich unnötige Ballverluste in Form von schlampigen Pässen oder offensichtlichen Offensivfouls. Dazu fiel sein Wurf nicht. Selbst am Brett kam er nicht zu Punkten. Durant traf nur 5 von 16 aus dem Feld, blieb vom Perimeter gänzlich ohne Treffer bei fünf Versuchen und hatte auch sonst keinen Einfluss auf das Spiel. Dazu kamen die besagten 5 Ballverluste und ein Plus/Minus-Rating von -20. Ansonsten bewarb sich noch Cousins ausdrücklich für eine Erwähnung in dieser Kategorie.

Coaching Move des Spiels

Celtics-Coach Brad Stevens hatte sich eine simple wie effektive Taktik zurecht gelegt. Boston attackierte mit Tipoff in erbarmungsloser Konsequenz DeMarcus Cousins. Der Center der Warriors wurde permanent in Pick-and-Roll-Situationen verstrickt und sah sich so Missmatches gegen schnellere und kleinere Spieler ausgesetzt. Egal ob es gegen Irving, Marcus Smart oder Tatum ging, Boogie sah nicht gut aus und wurde zunehmend frustrierter. Mit dieser Taktik legte Boston früh den Grundstein zum Sieg.

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