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NBA Spielbericht: OKC Thunder verlieren trotz Monster-Comeback gegen Nuggets

Von Philipp Jakob
Dennis Schröder und die Oklahoma City Thunder müssen eine knappe Niederlage gegen die Nuggets einstecken.

Die Denver Nuggets haben sich in einem intensiven und hochklassigen Spiel mit 121:112 gegen die Oklahoma City Thunder durchgesetzt. Den Gästen reicht am Ende auch ein Monster-Comeback nicht - die bärenstarke Performance von Nikola Jokic ist einfach zu viel.

Das Topduell der Northwest Division hielt von der ersten Sekunde an, was es versprach. Die Nuggets und Thunder lieferten sich ein irres Duell mit extrem hohem Tempo und hochklassigem Basketball auf beiden Seiten.

Nach einem frühen 9:0-Run der Thunder antworteten die Hausherren mit einem eigenen 9:0-Run, anschließend konnte sich kein Team bis Mitte des zweiten Viertels einen echten Vorteil erspielen. Dann schaltete Denver allerdings einen Gang nach oben.

Langsam aber sicher übernahmen die Nuggets dank ihrer starken Defense, die Paul George in Hälfte eins ziemlich gut in Schach hielt - mal abgesehen von einem krachenden Slam des MVP-Anwärters in den Anfangsminuten -, und der weiterhin furiosen Offense die Kontrolle. In der Schlussminute des zweiten Viertels versenkte Nikola Jokic schließlich zwei Dreier in Folge und Denver nahm eine 64:51-Führung mit in die Kabine.

Die sollte jedoch nicht allzu lange Bestand haben. Nachdem in er ersten Hälfte für OKC wenig bis gar nichts aus dem Dreierland zusammenlief, versenkten die Thunder zum Start ins dritte Viertel zwei Dreier. Ein Dunk von Jerami Grant nach schönem Backdoor-Cut verkürzte den Rückstand kurz darauf auf 5 Zähler.

OKC Thunder starten Monster-Comeback gegen Nuggets

Doch letztlich stellte die Nuggets-Defense Oklahoma City vor zu große Probleme. Den Thunder fiel das Scoring alles andere als leicht, auf der Gegenseite war es für die Gäste zudem schwer, Denver zu stoppen. Vor allem Jokic hatte im spektakulären Privatduell mit Steven Adams immer wieder das bessere Ende auf seiner Seite.

Ein weiterer Dreier des Centers stellte Mitte des dritten Viertels auf 78:67, anschließend legten Will Barton und Jamal Murray von Downtown nach. Plötzlich waren die Nuggets wieder enteilt (18), ein Buzzer-Beater zum Ende des Durchgangs von der Mittellinie von PG-13 machte den Thunder nochmal Hoffnung.

Zwar ließ OKC auch im Schlussabschnitt einige gute Möglichkeiten aus der Distanz liegen, doch gerade defensiv präsentierten sich die Gäste nun besser. Auch mit Hilfe einiger Nuggets-Turnover machten es die Thunder mit einem 21:6-Lauf noch einmal spannend.

Nuggets entscheiden intensives Duell mit OKC für sich

Kurz darauf versenkte Dennis Schröder seinen ersten Dreier des Abends zum Ausgleich und Russell Westbrook schickte den nächsten erfolgreichen Triple hinterher - sechs Minuten vor dem Ende lagen die Gäste auf einmal mit 100:97 in Front!

Doch Denver fing sich wieder. OKC fand kein probates Mittel gegen Jokic, der 9 der letzten 14 Nuggets-Zähler erzielte. Offensiv leisteten sich die Gäste nun auch mehrere Ballverluste. Die Nuggets hatten das Spiel wieder unter Kontrolle und gingen gut eine Minute vor Schluss mit 116:108 in Führung. Das war zu viel für die Thunder.

Jokic kratzte dabei an einem Triple-Double, am Ende fehlte ein Rebound. Das schmälerte seinen starken Auftritt aber in keinster Weise. Der Serbe legte 36 Punkte (11/25 FG), 10 Assists sowie 9 Rebounds auf, auch Will Barton (23 und 5 Assists) und Jamal Murray (20 und 5) zeigten gute Leistungen.

Auf der Gegenseite war George trotz eines schwachen Beginns mit 25 Punkten Topscorer (dazu 8 Rebounds, 7 Assists, 6 Steals). Auch Westbrook schrammte nur knapp an einem Triple-Double vorbei (22, 14 Rebounds, 9 Assists), Grant steuerte 21 Zähler bei. Schröder beendete die Partie mit 11 Punkten (5/17 FG, 1/7 Dreier) und 7 Assists.

Die wichtigsten Statistiken

Denver Nuggets (42-18) vs. Oklahoma City Thunder (38-22) 121:112

  • Es dauerte gerade einmal dreieinhalb Minuten in der zweiten Halbzeit, bis OKC mehr Dreier als in den gesamten ersten 24 Minuten verwandelt hatte. In Hälfte eins war das Shooting der Thunder noch katastrophal (2/17, 11,7 Prozent), nach dem Seitenwechsel wurde es deutlich besser (insgesamt 10/37, 27 Prozent). Mit den Nuggets konnten die Gäste dennoch nicht mithalten (13/28, 46,4 Prozent).
  • Das Ball-Movement muss an diesem Abend auf beiden Seiten positiv hervorgehoben werden. Sowohl die Nuggets als auch die Thunder bewiesen das Auge für den Mitspieler, sei es indem der Spalding am Perimeter wanderte oder indem cuttende Teamkollegen bedient wurden. Denver kam auf insgesamt 28 Vorlagen, die Thunder hatten 31 Assists auf dem Konto.
  • Nach zuletzt drei Tagen Pause ging OKC eigentlich mit dem Plan in die Partie, kontinuierlich aufs Tempo zu drücken. Damit sollte die starke Halbfeld-Defense der Nuggets ein wenig aus dem Spiel genommen werden, doch das funktionierte nur selten. Die Thunder kamen nur auf 8 Fastbreak-Punkte, viel zu oft hatte Denvers Defense Gelegenheit, sich zu ordnen.
  • Das Duell in der Zone war ziemlich ausgeglichen, sowohl in Sachen Scoring (58:52 points in the paint für die Thunder) als auch bei den Rebounds (47:46 für Nuggets). Beide Teams machten aber vor allem am offensiven Brett einen sehr guten Job. Die Nuggets schnappten sich 11 Offensiv-Rebounds (allein Paul Millsap hatte im vierten Viertel 3 Stück), die Thunder kamen auf ebenfalls sehr starke 14.

Denver Nuggets vs. Oklahoma City Thunder: Die Stimmen

Nikola Jokic (Nuggets) über die MVP-Rufe: "Um ehrlich zu sein finde ich das lustig. Ich denke, es gibt einen besseren Spieler als mich, der den MVP-Award gewinnen wird. Ich habe einfach versucht, guten Team-Basketball zu spielen, das ist alles."

Der Star des Spiels

Nikola Jokic. Der Big Man der Nuggets zeigte mal wieder das gesamte Paket: Scoring, Playmaking und selbst defensiv stand er recht gut seinen Mann. Doch natürlich war sein Auftritt vor allem in der Offense eine Augenweide. Egal ob von Downtown oder im Pick-and-Roll, bei Jokic klappte beinahe alles - am Ende hatte er sich die MVP-Rufe der Fans redlich verdient.

Der Flop des Spiels

Dennis Schröder. Klar, während des Thunder-Comebacks hatte auch der Deutsche gute Szenen, aber im Großen und Ganzen konnte DS17 nicht überzeugen. Vor allem bei seinem Wurf haperte es an diesem Abend gewaltig. Auch einige offene Dreier fanden in wichtigen Situationen nicht den Weg durch die Reuse.

Coaching Move des Spiels

Das Comeback der Thunder wurde vor allem dank deutlicher Fortschritte in der Defense möglich. Head Coach Billy Donovan fand kurz vor dem Start des Schlussabschnitts offenbar die richtigen Worte, um seine Mannen auf die entscheidende Phase einzustellen. OKC war viel aktiver in der Defense, mit aggressiven Double-Teams und schnellen Händen erzwangen sie zwischenzeitlich 5 Turnover in 6 Nuggets-Possessions. Denver beruhigte das Spiel mit seiner Set-Offense und vielen Pick-and-Rolls oder Hand-Offs zwischen Murray und Jokic, mit denen OKC teilweise große Probleme hatte.

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