Suche...
NBA

NBA: Die Gerüchte um Kyrie Irving - Die Handschrift von LeBron James

Kyrie Irving kann im Sommer Free Agent werden.

Noch vor der Saison kündigte Kyrie Irving an, dass er mit großer Sicherheit im Sommer 2019 einen neuen Vertrag bei den Boston Celtics unterschreiben würde. Inzwischen scheint dieses Statement aber nur noch wenig Gültigkeit zu besitzen. Es gibt sogar Gerüchte, dass sich Uncle Drew eine Reunion mit LeBron James vorstellen könnte. Was ist dran an diesen Meldungen?

"Ich bin glücklich hier. Ich glaube an die Sache und ich glaube an diese Franchise." Das waren die Worte von Kyrie Irving Anfang Oktober, als er aus dem Nichts quasi bestätigte, dass er über die Saison 2018/19 hinaus plant, bei den Celtics zu unterschreiben.

Es war aber auch wenig überraschend, es lief schließlich vieles rund bei den Kelten. Selbst ohne Irving, ohne Gordon Hayward und ohne Daniel Theis marschierten die Celtics in die Conference Finals, dominierten die Philadelphia 76ers und scheiterten erst in sieben Spielen an den Cleveland Cavaliers um LeBron James.

Folgerichtig waren die Celtics auch der große Favorit auf die Ost-Krone in dieser Spielzeit, vor allem da das Team nun endlich komplett war und von den Youngstern wie Jaylen Brown, Jayson Tatum oder auch Terry Rozier ein weiterer Sprung in der Entwicklung erhofft und prognostiziert wurde.

Weiter erklärte Irving damals: "Ich will nicht mehr umziehen und was Neues kennen lernen. Ich möchte nicht despektierlich gegenüber anderen Teams wirken, aber es ist einfach perfekt hier."

Irving kritisiert Youngster im Team

Die grüne perfekte Welt, sie hat jedoch einige Risse seit Oktober bekommen. Boston rangiert lediglich auf Platz fünf im Osten, die Konkurrenz aus Milwaukee und Toronto hat bereits fünf Spiele Vorsprung auf die so hochgejubelten Celtics. Natürlich ist es schwierig, alle Rückkehrer und Youngster unter einen Hut zu bringen, alle wollen schließlich spielen, jeder will seine Stats; doch einige Streitigkeiten auf und neben dem Court machen schon gewisse Sorgen und reflektieren auch ein wenig die Probleme.

Kyrie war es, der diese Probleme nach einer unnötigen Niederlage in Orlando offensiv gegenüber den Medien ansprach. "Sie wissen nicht, was es heißt, ein Team zu sein, welches um eine Meisterschaft spielt", polterte Irving und schoss damit ungewohnt scharf gegen die Youngster im Team. "Uns fehlt die Erfahrung und deshalb müssen wir noch eine Menge lernen."

Es war vor allem die fehlende Konstanz, die Irving sauer aufstieß. Boston hat nun bereits sieben Spiele gegen Teams mit negativer Bilanz verloren, die meisten aller Mannschaften aus dem Spitzen-Quintett im Osten. "Solange wir nicht verstehen, dass wir jeden Abend Leistung zeigen müssen, wird es immer Auf und Abs geben", analysierte Irving darum folgerichtig.

Celtics: Streitigkeiten auf dem Court

Aber nicht nur Irving scheint mit der Einstellung des Teams nicht immer zufrieden zu sein. Coach Brad Stevens setzte Tatum nach einigen fraglichen Würfen schon auf die Bank, dazu gab es Videomaterial von einer Auszeit in Miami, als sich Brown und Marcus Morris gegenseitig die Meinung geigten.

Beide Streithähne spielten die Aktion wenig später herunter, doch es war eben auch ein weiteres Zeichen dafür, dass man sich in Boston nicht immer grün ist. Auch Irving ruderte wenige Tage nach seiner öffentlichen Kritik in Orlando zurück und bedauerte, dass er seinen Unmut gegenüber der Öffentlichkeit geäußert habe.

Die Kritik selbst wollte der Guard aber nicht zurücknehmen. Vielmehr sorgte Irving für Aufsehen, als er im Zuge dessen zugab, dass er sich bei seinem ehemaligen Mitspieler LeBron James wegen seines früheren Verhaltens entschuldigt habe. Es scheint so, als verstehe Irving nun langsam, was es heißt, ein Team anführen zu müssen und welche Probleme dies mit sich bringt.

Kyrie Irving kontaktiert LeBron James

"Ich musste LeBron anrufen und mich bei ihm entschuldigen, weil ich dieser junge Spieler war, der alles auf einmal haben wollte." Gleiches scheint Uncle Drew nun in Boston mit den aufstrebenden jungen Stars zu erleben.

Seit diesen Aussagen hat sich aber ein Wandel vollzogen, Kyrie geht voran, trägt sein Team. In den fünf Spielen seit seiner Kritik legt der Point Guard 31,0 Punkte und 10,8 Assists bei Quoten von starken 56,2 Prozent aus dem Feld (51,4 Prozent Dreier) auf. Pflichtaufgaben wie in Atlanta, gegen Memphis oder Miami wurden souverän erfüllt, nur gegen die Golden State Warriors setzte es eine knappe Niederlage.

Es war der erste richtige Test für die Celtics, das viel erwartete und vor der Saison prognostizierte Finals-Matchup, auch wenn Irving davon nur wenig wissen wollte. "Das hatte mit den Playoffs nichts zu tun, es ist die Regular Season", bremste Kyrie, um noch einmal zu betonen, dass die Postseason ganz anders aussehen wird. Es hätte irgendwie auch ein Zitat von LeBron sein können, zumindest tragen dieses Aussagen gefühlt seine Handschrift.

Bedeutet dies nun, dass die beiden sich wieder ein wenig annähern? Diese Frage werden wir erst im Juli endgültig beantworten können. Die Boston Celtics haben allerdings weiter starke Argumente auf ihrer Seite, um Kyrie vom Rekordmeister zu überzeugen.

Celtics können Irving viel bieten

Die Celtics haben weiterhin viele junge und gute Spieler, eine ganze Wagenladung an Picks und aktuell bereits eine schlagkräftige Truppe, die trotz aller Probleme zu gut ist, um nicht um die Krone im Osten zu kämpfen. Es ist natürlich unglücklich, dass man im Moment aufgrund der Rose Rule nicht für Anthony Davis traden kann, dennoch ist Boston auch ohne die Braue ein Contender in diesem Jahr und vielleicht ist der Forward ja auch noch im Sommer auf dem Markt. Auszuschließen ist es zumindest nicht.

Welche Rolle für Irving der schnöde Mammon spielt, ist dagegen nicht abzusehen. Boston kann dem Guard fünf Jahre und 190 Millionen Dollar anbieten, aber Kyrie könnte auch einfach seine Spieleroption in Höhe von 21,3 Millionen ziehen, was aber aufgrund der Summen für einen neuen Vertrag ausgeschlossen scheint. Andere Teams könnten dem Spielmacher nur rund 140 Millionen und vier Jahre bieten.

Der Unterschied ist also nicht wahnsinnig groß, wenn man das fehlende Jahr weglässt und bedenkt, dass auch Anthony Davis dankend darauf verzichten wird, der bestbezahlteste NBA-Spieler aller Zeiten zu werden. Vor allem die Davis-Dynamik könnte im Hinblick auf Irvings Free Agency faszinierend werden.

Sollte AD tatsächlich zu den Lakers oder zu den Knicks getradet werden, macht es einen der beiden sofort zu einem potenziellen Kyrie-Team. Bereits in dieser Saison bestätigte Irving, dass er grundsätzlich Interesse an den Knicks habe, mit Davis im MSG wäre zumindest schon einmal ein Fundament gelegt.

Was steckt hinter den Gerüchten über eine Reunion mit LeBron James?

Der ultimative Win-Now-Move wäre aber eine Reunion mit LeBron in L.A., wenn die Lakers tatsächlich Davis an Land ziehen können. Laut diversen Quellen soll sich Kyrie durchaus mit dieser Idee anfreunden können und auch ein Scout bestätigte gegenüber Ric Bucher vom Bleacher Report: "Das ist nicht nur ein Gerücht."

Doch was soll man davon halten? Will Kyrie tatsächlich noch einmal die zweite Geige hinter James spielen, oder steckt eine ganz andere Motivation dahinter? Man muss sich immer die Frage stellen, wer die Intention hat, solche Gerüchte zu streuen. Das kann ein anderes Team, ein Berater oder gar der Spieler selbst sein, um gewissen Ziele zu erreichen. Vor allem LeBron galt über Jahre als Meister solcher Moves, vielleicht folgt ihm nun Irving in seinen Fußstapfen.

Die Celtics-Saison dümpelte zuletzt nur so vor sich hin, alle waren sich einig, dass Irving im Sommer verlängern würde. Vielleicht tut er das so oder so, doch die Gerüchte dürften die Celtics in Alarmbereitschaft versetzt haben und es ist das, was Boston für eine erfolgreiche Saison braucht. Ein bisschen Dampf unterm Kessel ist nicht immer etwas Schlechtes.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung