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NBA: Caron Butler im Interview: "Moe Wagner sind keine Grenzen gesetzt"

Von DAZN/SPOX
Moritz Wagner legt in bisher 13 Spielen für die Lakers durchschnittlich 3,5 Punkte und 1,7 Rebounds in knapp 7 Minuten Einsatzzeit auf.

Caron Butler war Teil der legendären Meister-Mannschaft der Dallas Mavericks um Dirk Nowitzki im Jahr 2011. Heute arbeitet der ehemalige Forward als Experte und ist auch in London bei den Global Games im Einsatz. Im Interview mit DAZN und SPOX sprach Butler nun über die Meister-Mavs von 2011, Dirk Nowitzki sowie Moritz Wagners Rookie-Saison bei den Los Angeles Lakers.

Die Partie der Knicks gegen die Washington Wizards wird auf SPOX und DAZN im LIVESTREAM gezeigt - erstmals mit Per Mertesacker als Experte (21 Uhr im LIVESTREAM).

SPOX/DAZN: Mr. Butler, Sie sind über Jahre Teil des NBA-Zirkus gewesen, sind viel gereist. Nun sind Sie auch mit in London dabei. Haben Sie noch immer Spaß an den ganzen Reisen?

Caron Butler: Ich genieße es immer noch, natürlich. Ich bin hier mit meiner Frau und habe eine tolle Zeit. Ich genieße das Essen, ich konnte sogar Star-Koch Gordon Ramsay über die Schulter schauen. Es ist wirklich ein Erlebnis.

DAZN/SPOX: Sie müssen bekanntlich nicht mehr spielen. Können die Spieler so einen Trip überhaupt genießen oder ist es für sie einfach nur Business?

Butler: Ein bisschen von beiden. Ich war mit den Washington Wizards zusammen im Kensington Palace und ich habe schon ein wenig Freude verspürt. Niemand hat sich beklagt, dass am nächsten Tag wieder ein Training oder so angesetzt ist. Sie sind alle mit ihren Familien oder anderen Angehörigen da. Sie können mal ein wenig abschalten, die ganze Saison hinter sich lassen, durchschnaufen und den Moment genießen. Erst am Spieltag müssen sie wieder voll bei der Sache sein und ihre Leistung bringen. Ich denke, dass dies ein tolles Konzept ist und ich glaube, dass es in der Zukunft mehr solcher Spiele geben könnte.

DAZN/SPOX: Ist es tatsächlich so leicht, den Schalter umzulegen und am Donnerstag wieder voll konzentriert zur Sache zu gehen?

Butler: Das sind alles Profis, es ist der Job eines Spielers, bereit zu sein. Wenn die Lichter in der Halle angehen, du das Popcorn riechst, dann weißt du, dass du bereit sein musst.

DAZN/SPOX: Reden wir über die Knicks und deren Rookie Kevin Knox, der die gleiche Position wie Sie früher spielt. Was denken Sie über seine Entwicklung? Wie schwierig ist es, als junger Spieler in ein Haifischbecken wie New York geschmissen zu werden?

Butler: Wenn man jung ist, dann ist es zunächst immer schwer, ob es jetzt New York, Oklahoma City oder ein anderer kleiner Markt ist. Man muss mit dem Grind einer NBA-Saison zurechtkommen, dazu spielt man nun gegen echte Männer. Vorher konnte man sich ein wenig auf seinem Talent ausruhen, aber das geht in der NBA nicht mehr. Du brauchst dein komplettes Skillset, auf deine Moves brauchst du Konter. Das Spiel wird dich testen und du darfst dich vom Druck nicht kaputt machen lassen. Das wissen die Jungs aber und ich denke, dass auch aus Knox ein richtig guter Spieler wird.

SPOX/DAZN: Auch Sie haben viel in Ihrer Karriere durchgemacht, unter anderem als Teil der Meister-Mannschaft der Dallas Mavericks 2011. Sind diese Erinnerungen für Sie immer noch präsent?

Butler: Na klar, immer wenn ich darauf angesprochen werde. Ich sehe mich dann auf dem Podium, sehe, wie Dirk noch während des Spiels in den Tunnel rennt. Es war ein solch emotionaler Moment, wir haben vor Freude an der Seitenlinie geweint. Ich glaube, es war sogar für jeden im Team die erste Meisterschaft, also war das für uns damals schon etwas richtig Besonderes.

DAZN/SPOX: Sie sprachen Dirk Nowitzki an, der die Leute in Deutschland natürlich immer interessiert. Man hört immer, dass er so ein lustiger und verrückter Typ in der Kabine ist. Können Sie das bestätigen?

Butler: Das ist wirklich so. Er ist einfach ein toller Typ, ein Superstar ohne Allüren oder Ego. Für mich ist er neben Hakeem Olajuwon noch immer der beste Ausländer, der je in der NBA gespielt hat. Ich freue mich für ihn, dass er eine solch tolle Karriere hingelegt hat. Wer die Geschichte des Basketballs erzählen will, der wird um den Namen Dirk Nowitzki nicht herumkommen.

DAZN/SPOX: Und trotzdem steht er immer noch auf dem Platz. Ist es nicht verrückt, wenn Sie ihn da draußen noch sehen?

Butler: Irgendwie schon, aber Dirk ist auch ein revolutionärer Spieler für seine Position. Dank ihm gibt es die Stretch Four, er war einer der ersten, der mit seiner Größe vom Perimeter werfen und auch treffen konnte. Eigentlich hatte er gar keine klare Position und das ist genau das, was wir in der heutigen NBA sehen - vor allem wegen Dirk.

DAZN/SPOX: Nicht nur in Dallas spielen nun Deutsche. Mit Moritz Wagner und Isaac Bonga spielen nun auch zwei deutsche Spieler für die Lakers. Auch Sie verbrachten ein Jahr bei diesem Team. Wie ist es, für eine solche Franchise aufzulaufen?

Butler: Es ist in der Tat eine historische Franchise, eines der erfolgreichsten Teams der kompletten Welt. Du bist dann Teil einer Bruderschaft - für immer. Ich arbeite nun als TV-Experte für Spectrum und ich habe eines gelernt: Sie sind immer ehrlich zu dir. Die Lakers sind wie eine Familie, man hält zusammen.

DAZN/SPOX: Wenn Sie die Spiele der Lakers verfolgen, dann haben Sie sich sicher auch ein Bild von Moritz Wagner gemacht. Wie sehen Sie seine ersten Schritte in der NBA?

Butler: Ich liebe sein Spiel. Er ist sehr explosiv, ist immer in der Lage zu scoren. Er wird mit Sicherheit immer besser werden. Die Leute wollen immer wissen, wo das Potenzial eines Spielers endet. Das sehe ich bei ihm nicht. Meiner Meinung nach sind ihm keine Grenzen gesetzt.

DAZN/SPOX: Dennoch hat er es bei den Lakers im Moment schwer, Spielzeit zu bekommen, auch weil er defensiv noch große Probleme hat. Ist es für Wagner vielleicht nicht optimal, seine Karriere bei einem Team wie den Lakers mit LeBron James zu beginnen?

Butler: Nicht unbedingt. Er bekommt ja seine Minuten, sei es mit den Lakers oder aber auch in der G-League. Dort spielt er richtig gut, scort hervorragend. Defensiv muss er sich steigern. Er muss das System begreifen, seinen Mann stehen. Jeder Ballbesitz zählt, vor allem wenn du mit LeBron James auf dem Feld stehst. Natürlich bekommt er nicht viele Chancen bei den Lakers, um sich auf dem Feld zu entwickeln und aus seinen Fehlern zu lernen. Du kannst vielleicht einen Fehler machen, aber nicht mehrere, ansonsten sitzt du wieder auf der Bank. Er muss nun schnell lernen, sei es im Training oder in der G-League, und konstant seine Leistung bringen. Seine Zeit wird aber kommen.

DAZN/SPOX: Er scheint zumindest ein lustiger Typ zu sein.

Butler: Er ist auf jeden Fall eine echte Persönlichkeit, sehr lustig. Mir ist aber sein Spiel wichtiger. Klar, er muss sich defensiv steigern, aber es gibt nicht viele Spieler in der NBA, die von sich behaupten können, dass sie echte Two-Way-Player sind. Wagner hat aber immerhin das Talent, den Ball im Korb unterzubringen.

DAZN/SPOX: Sprechen wir noch kurz über den allgemeinen Zustand der Lakers. Nach dem tollen Christmas Game bei den Warriors ging es zuletzt bergab, auch weil LeBron verletzt fehlte.

Butler: Es ist schwer. Sie haben LeBron, Rajon Rondo und auch Kyle Kuzma wegen Verletzungen verloren. Man darf sich einfach nicht mehr viele Fehler erlauben und dann lastet ein großer Druck auf all diesen jungen Spielern, dass sie diese Krise meistern müssen. Wegen LeBron schaut auch jeder auf die Lakers, jeder will gegen die Lakers gewinnen. Aber wenn James dann wieder gesund ist, werden die Lakers viele Spiele gewinnen und auch die Playoffs erreichen. Dort sind sie dann für jedes Team im Westen gefährlich.

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