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NBA Spielbericht: Wildes Finish in OKC! Thunder verlieren gegen Timberwolves

Von Philipp Jakob
Russell Westbrook und die Oklahoma City Thunder kassieren gegen die Timberwolves eine knappe Niederlage.

Nach mehreren Comebacks haben die Oklahoma City Thunder (25-15) in einem irren Finish die doppelte Chance auf den Sieg. Doch am Ende reicht es für Russell Westbrook und Co. nicht, die Minnesota Timberwolves entführen einen 119:117-Sieg (BOXSCORE) aus OKC. Dennis Schröder bleibt dabei eher blass.

Zwei Tage nach der Entlassung von Head Coach Tom Thibodeau stand in Oklahoma City das Debüt von Interimscoach Ryan Saunders auf der Bank der Timberwolves auf dem Programm. Nach zuletzt zwei Siegen in Folge sah der 32-Jährige keinen Grund für Veränderungen in der Starting Five, auch die Thunder gingen mit ihrem gewohnten Lineup in die Partie.

Den etwas besseren Start erwischten jedoch die Gäste, Minnesota ging schnell mit 7:3 in Front, immerhin antworteten die Thunder aber mit zwei Dreiern von Paul George und Terrance Ferguson. Anschließend blieb es über die ersten 12 Minuten eine ausgeglichene Angelegenheit, OKC konnte es nicht ausnutzen, dass Karl-Anthony Towns bereits nach vier Minuten sein zweites Foul aufgebrummt bekam und auf die Bank musste.

Dies verhinderte bei den Timberwolves letztlich auch Andrew Wiggins, der allein im ersten Durchgang 10 Zähler auflegte, als dann KAT im zweiten Durchgang wieder aufs Parkett zurückkehrte, übernahm der Big Man die Kontrolle. Mit schnellen 8 Zählern führte er sein Team zu einem 17:6-Lauf, mit dem sich Minnesota zwischenzeitlich bis auf 13 Zähler absetzte.

Doch die Antwort der Thunder ließ nicht lange auf sich warten. Ferguson und George stellten erneut ihr heißes Händchen unter Beweis und hämmerten den Gästen mehrere Dreier um die Ohren - beide hatten bereits zur Halbzeit jeweils 3 Treffer von Downtown auf dem Konto. Bis zur Halbzeitpause war OKC so wieder zurück in der Partie - 64:64 nach 24 Minuten.

Schockmoment für die Oklahoma City Thunder

Auch nach dem Seitenwechsel ging es zunächst sehr ausgeglichen weiter, kein Team konnte sich einen wirklichen Vorteil erspielen. Etwa nach der Hälfte des dritten Viertels rückte das sportliche Geschehen jedoch kurzzeitig in den Hintergrund. Beim Versuch, einen Dunk von Wiggins zu verteidigen, fiel Nerlens Noel zu Boden und knallte mit dem Kopf aufs Parkett.

Der Center blieb mehrere Minuten regungslos liegen und musste behandelt werden. Schließlich wurde er auf einer Trage in die Katakomben gebracht. Anschließend nutzten die Thunder ein kleines Lineup, um sich ein wenig abzusetzen, doch kurz darauf kam es zu einer Schubserei zwischen Dennis Schröder und Jeff Teague.

Der Deutsche war zuvor schon nicht erfreut darüber, dass einige Gäste während der Behandlungspause von Noel miteinander redeten und lachten. Mit Teague kam es zunächst zu einem kleinen Gerangel, das in eine Schubserei ausartete. Das Resultat war ein technisches Foul für Schröder und ein Double-Technical für Teague. Der Wolves-Guard wurde daraufhin des Feldes verwiesen.

Anschließend sorgten vor allem die Timberwolves für Furore. Einerseits erarbeiteten sie sich zahlreiche Trips an die Freiwurflinie, außerdem liefen die Gäste von Downtown heiß. Mit Hilfe von mehreren Triples startete Minnesota einen 17:8-Lauf, mit dem sie die Partie nach einer zuvor guten Phase der Thunder wieder drehten. Die Gäste gingen mit einer 96:93-Führung in den Schlussabschnitt.

Timberwolves gewinnen nach wildem Finish gegen Thunder

Kurz darauf bauten die Timberwolves ihren Vorsprung sogar bis auf 7 Zähler aus, doch das sollte es noch lange nicht gewesen sein. Etwa dreieinhalb Minuten vor dem Ende versenkte Westbrook einen ansatzlosen Dreier, mit dem OKC tatsächlich wieder die Führung übernahm. Anschließend ging es bis zum finalen Buzzer wild Hin und Her.

46 Sekunden vor dem Ende ließ George allerdings eine gute Chance von Downtown liegen, besser machte es auf der Gegenseite Josh Okogie, der nach einem guten Drive von Wiggins in der Ecke bedient wurde und eiskalt den Triple zum 119:115 für die Wolves versenkte. Doch auch das brachte noch nicht die Entscheidung.

Westbrook verkürzte nochmal von der Freiwurflinie, im nächsten Angriff entschieden sich die Thunder, nicht sofort zu foulen. Stattdessen setzten sie Tyus Jones per Double-Team unter Druck, der sich einen Schrittfehler leistete. OKC bekam den Ball zurück und eine letzte Chance auf den Sieg.

Zwei Chancen, um genau zu sein. Nach einem Dreier von Westbrook an den Ring sicherte sich Adams den Offensiv-Rebound. Erneut ging der Spalding zu Russ an der Dreierlinie, doch erneut blieb der Wurf viel zu kurz - Sieg für die Timberwolves!

Westbrook dreht spät auf, Dennis Schröder bleibt blass

Letztlich konnte Westbrook seine insgesamt starke Leistung also nicht belohnen. Nach einem alles andere als beeindruckenden Start mit vielen Turnovern (insgesamt 7) und schlechten Würfen, drehte der Point Guard in Halbzeit zwei auf und überzeugte mit gutem Scoring (25 Punkte) und teils hervorragendem Playmaking (16 Assists).

Doch das reichte ebenso wenig wie die 27 Zähler von George (dazu 9 Bretter) oder der starke Auftritt von Adams (20 und 12). Dennis Schröder erwischte derweil einen eher gebrauchten Abend und beendete die Partie mit 9 Punkten (3/8 FG), 4 Assists und dem mit Abstand schlechtesten Plus/Minus-Wert seines Teams (-19).

Auf der Gegenseite war Wiggins mit 40 Punkten (Season-High, dazu 10 Rebounds) bester Mann, auch Karl-Anthony Towns zeigte mit 20 und 9 eine gute Leistung. Zudem steuerte Dario Saric von der Bank aus noch 15 Zähler bei. Minnesota setzte damit seinen kleinen Erfolgslauf fort und feierte den dritten Sieg in Serie. Für OKC hagelte es die zweite Pleite in Folge.

Die wichtigsten Statistiken

Oklahoma City Thunder (25-15) vs. Minnesota Timberwolves (20-21) 117:119 (BOXSCORE)

  • Während die Timberwolves während ihres Runs im zweiten Viertel vor allem in der Zone einiges an Schaden anrichtete (32 points in the paint in Halbzeit eins), hielten die Thunder von Downtown dagegen. OKC versenkte allein in den ersten 24 Minuten 8 Triples, am Ende standen insgesamt 12 von 30 erfolgreiche Dreier (40 Prozent) im Statistikbogen. Die Timberwolves trafen nach einem schwachen Start immerhin noch 11 von 31 aus der Distanz (35,5 Prozent).
  • Minnesota gibt durchschnittlich nur 13,2 Mal pro Partie den Ball aus der Hand, im ligaweiten Vergleich ist das der drittbeste Wert. Auch an diesem Abend machten die Gäste einen sehr guten Job in Sachen Ballkontrolle, zur Halbzeitpause hatten die Wolves gerade einmal 3 Ballverluste auf dem Konto. Insgesamt waren es bei Minny 10 Turnover (OKC: 16).
  • Nachdem OKC bei der Niederlage zuletzt gegen die Wizards noch unter den Brettern dominiert wurde (55:41 Rebounds für Washington), zeigten sich die Thunder an diesem Abend bei der Reboundarbeit deutlich verbessert - zumindest in der ersten Halbzeit. Gerade im Schlussabschnitt gab OKC dann aber wieder vermehrt Offensiv-Rebounds ab, insgesamt hatten die Gäste 15 Bretter am offensiven Ende vorzuweisen (OKC: 10), die sie in zahlreiche Second-Chance-Points (22) ummünzten. Insgesamt gesehen gestaltete sich das Rebound-Duell aber relativ ausgeglichen (43:42 für OKC).
  • Ganz und gar nicht ausgeglichen war dagegen das Freiwurf-Verhältnis. Die Timberwolves standen ganze 40 Mal an der Charity Stripe und hatten damit fast doppelt so viele Freiwürfe auf dem Konto wie OKC (19/26 FT) - auch dank einiger eher fragwürdigen Calls. Immerhin nutzte Minnesota diesem Umstand effizient aus, die Gäste trafen 80 Prozent (32/40) Prozent von der Linie.

OKC Thunder vs. Minnesota Timberwolves: Die Stimmen

Taj Gibson (Timberwolves) über das erste Spiel von Coach Sanders: "Er hat von unserer Energie profitiert und wir von seiner. Wir haben versucht, das Spiel für ihn zu gewinnen."

Andrew Wiggins (Timberwolves) über Schröder nach dessen Schubserei: "Ich weiß nicht, was mit ihm verkehrt ist. Er hat ohne Grund verrückt gespielt. Er ist niemand, den ich als Problem ansehe. Überhaupt nicht."

Der Star des Spiels

Andrew Wiggins. Die Thunder scheinen Wiggins diese Saison irgendwie zu liegen. Bereits im ersten Duell mit OKC vor wenigen Wochen erzielte der 23-Jährige 30 Zähler, dieses Mal legte er mit 40 Punkten nach. Nach einer starken ersten Halbzeit (24), blieb es in Hälfte zwei zwar etwas ruhiger um Wiggins, gerade von der Freiwurflinie (16/18 FT) und mit guten Plays in der Crunch Time konnten sich die Timberwolves aber auf ihn verlassen.

Der Flop des Spiels

Die Bank der Thunder. Minnesota gewann das Duell der Reservisten deutlich mit 37:24 für sich, jeder einzelne Bank-Spieler der Hausherren hatte einen negativen Plus/Minus-Wert vorzuweisen. Auch Schröder konnte mit seinem blassen Auftritt den Thunder keinen Schub geben.

Coaching Move des Spiels

Nachdem Steven Adams im dritten Viertel mit Foulproblemen zu kämpfen hatte, entschied sich Thunder-Coach Billy Donovan für ein kleines Lineup mit Schröder und Westbrook auf den Guard-Positionen und Jerami Grant als nomineller Fünfer. Die Thunder verteilten sich also am Perimeter und sorgten damit für viel Platz in der Zone, die Westbrook mit einigen starken Drives gut ausnutzte. Das half dem MVP von 2016, in seinen Rhythmus zu finden.

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