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NBA

NBA Spielbericht: Warriors siegen locker bei Cousins-Debüt

Von Lennart Gens
DeMarcus Cousins zeigte bei seinem Debür für die Warriors eine ansprechende Leistung.

Keine große Mühe hatten die Golden State Warriors (32-14) mit den Los Angeles Clippers (24-21). Beim Debüt von DeMarcus Cousins reichte eine durchwachsene Vorstellung für den 112:94-Sieg, der neue Big Man der Dubs zeigte allerdings sofort sein ganzes Repertoire.

Während die Warriors ihre gefürchtete Starting Five mit fünf All-Stars auf das Parkett schicken konnten, mussten die Clippers auf einen ihrer besten Spieler verzichten. Lou Williams, der auch sonst allerdings zumeist von der Bank kam, musste mit einer Achillessehnen-Verletzung aussetzen.

Gleich in der ersten Possession suchten die Warriors DeMarcus Cousins im Post-Up. Zwar blieb dessen Aktion noch ohne Erfolg, dieser sollte aber nicht lange auf sich warten lassen. Denn gleich im zweiten Angriff bediente Kevin Durant seinen neuen Starting Center im Pick-and-Roll und dieser stopfte den Spalding durch die Reuse, als hätte er das Wort Verletzung noch nie in seinem Leben gehört.

Dennoch konnten die Clippers zu Beginn mithalten. Nach einem And-One von Tobias Harris betrug die Führung 9:7, ehe Stephen Curry nach der ersten Auszeit der Partie via Layup und anschließendem Dreier auf 14:10 stellte. Dank Harris und seinen 13 Punkten blieben die Clippers aber auch bis zum Ende des ersten Viertels in Schlagdistanz (25:28).

Mit Beginn des zweiten Abschnitts kehrte Cousins zurück in die Partie, nachdem er nur drei Minuten im ersten Viertel gespielt hatte. Sofort zeigte er den nächsten Part seines offensiven Repertoires und traf seinen ersten Wurf von jenseits des Perimeters. Aber: Die Clippers hielten weiterhin dagegen. Auch weil Harris 7 seiner ersten 9 Würfe traf, konnten sich die Warriors in der ersten Halbzeit nie weiter als sechs Punkte absetzen. Mit 51:52 ging es in die Kabinen.

Cousins überzeugt und foult aus

Die zweite Halbzeit begann mit einem Play, in dem Cousins den cuttenden Curry aus dem Post bediente. Es schien als wollte Steve Kerr mit seinem neuen Big Men in jedem Viertel etwas anderes ausprobieren - und das meiste klappte. Weil die Clippers noch etwas schläfrig wirkten und einen 14:2-Lauf der Warriors zuließen, musste Doc Rivers schon nach vier Minuten im dritten Viertel seine zweite Auszeit nehmen (53:66).

Auch weil Rookie Shai Gilgeous-Alexander drei Midrange-Würfe in Folge traf und immer wieder Curry im Post-Up attackierte, verkürzten die Clippers kurz darauf wieder auf 69:75. Die Warriors standen zu diesem Zeitpunkt bei unglaublichen 17 Prozent von Downtown (5 von 28), konnten ihre Führung aber bis zum Ende des dritten Viertels trotzdem wieder etwas ausbauen (72:81).

Auch der Start des letzten Abschnitts sollte wieder einmal DeMarcus Cousins gehören. Wie schon in den drei Vierteln zuvor, waren die ersten Plays auf Boogie zugeschnitten und ließen ihn zwei Mal offen an der Dreierlinie stehen. Im Gegensatz zu vielen seiner Teamkollegen netzte er beide Würfe ein, foulte aber nur einen Angriff später zum sechsten Mal und musste den Rest des Spiels auf der Bank Platz nehmen (72:90).

Spätestens zu diesem Zeitpunkt benötigten die Clippers schon ein Wunder. Zwar spielten sie lange Zeit gut mit, ließen vor allem in der zweiten Halbzeit einige Chancen in der Offensive liegen, die gegen die Warriors einfach genutzt werden müssen. Früh im letzten Viertel wurde daher die Garbage Time eingeläutet, die die Partie relativ unspektakulär über die Bühne brachte.

Trotz Dreier-Schwäche der Warriors: Keine Chance für die Clippers

Selbst an einem Abend, an dem die Warriors ihren Touch von Downtown nie wirklich finden sollten, stand also ein ungefährdeter Sieg gegen die Clippers. DeMarcus Cousins beendete die Partie mit 14 Punkten in 15 Minuten, traf dabei 5 seiner 11 Würfe und sammelte 6 Rebounds, foulte aber auch aus. Bester Werfer der Warriors war Stephen Curry (28, 10/19 FG, 4 Assists) ohne dabei allerdings wirklich seinen besten Basketball zeigen zu müssen. Kevin Durant beendete das Spiel mit 24 Zählern (8/13 FG).

Auf Seiten der Clippers wusste vor allem Tobias Harris (28, 7/18 FG, 9 Rebounds) zu überzeugen, traf nach der Halbzeit aber keinen Wurf mehr aus dem Feld. Gilgeous-Alexander wusste zudem seine Größenvorteile gegen Curry zu nutzen und kam auf 24 Zähler (7/17 FG).

Die wichtigsten Statistiken

Los Angeles Clippers (24-21) vs. Golden State Warriors (32-14) 94:112 (BOXSCORE)

  • Selten sieht man die Golden State Warriors so ineffektiv von der Dreierlinie wie heute. Nur 9 der 37 Versuche von Downtown fanden das Ziel, was eine Warriors-untypische Wurfquote von 24 Prozent bedeutet. Noch schlimmer lief es übrigens für die Clippers. Sie trafen gerade einmal 16 Prozent aus der Distanz (4/25).
  • Nicht ganz so schlimm wie der legendäre Auftritt von Bubba Wells, aber dennoch bemerkenswert, waren die Foulprobleme von DeMarcus Cousins. In nur 15 Minuten sammelte der Big Men sechs persönliche Fouls, von denen ihm gleich drei in der Offensive unterliefen.
  • Trotz Boogie hatten die Warriors Probleme unter dem Korb. Die Gastgeber holten sich gleich 12 Offensiv-Rebounds und erzielten so 13 Punkte durch zweite Chancen (Warriors: 2). Das Rebound-Duell gewannen die Clippers mit 52:43.
  • Dafür leisteten sich die Gastgeber viel zu viele Ballverluste. Aus 18 Turnover erzielten die Warriors satte 28 Punkte. Zum Vergleich: Der Champ schmiss den Ball nur zehnmal weg, was die Clippers zu gerade einmal 9 Zählern nutzen konnten.

Der Star des Spiels

Stephen Curry. Auch wenn es keiner dieser typischen Curry-Abende war und der zweimalige MVP nur 3 seiner 11 Würfe von Downtown traf, zeigte er einen sehr ordentlichen Auftritt. Trotz der schwachen Quote von außen verwandelte Curry letztlich 10 seiner 19 Versuche aus dem Feld und führte sein Team mit 28 Punkten in Sachen Scoring an.

Der Flop des Spiels

Marcin Gortat. Es gibt sicherlich angenehmere Aufgaben als DeMarcus Cousins zu verteidigen. Dennoch wirkte der Pole schon sehr überfordert mit seiner Aufgabe und hatte in der Defensive des Öfteren das Nachsehen. Auch Doc Rivers merkte schnell, dass das nicht lange gut gehen kann und ließ Gortat nur 13 Minuten auf dem Parkett.

Coaching Move des Spiels

Viele Fragezeichen standen hinter der Rückkehr von DeMarcus Cousins. Steve Kerr zeigte allerdings wieder einmal, dass er Spieler in sein System integrieren kann. Egal ob Pick-and-Roll, Dreier oder Pässe aus dem Post-Up - die Vielfältigkeit von Cousins ist schon jetzt angsteinflößend.

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