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NBA

NBA: Warriors verlieren Overtime-Krimi in Toronto trotz 51 Punkten von Durant

Kevin Durant erzielte zum dritten Mal in Folge über 40 Punkte.

Die Toronto Raptors haben trotz einer Scoring-Gala von Kevin Durant gegen die Golden State Warriors gewonnen. Beim 131:128-Erfolg (BOXSCORE) lieferten sich KD und Kawhi Leonard ein heißes Duell, wobei die Klaue deutlich mehr Unterstützung hatte als der amtierende Finals-MVP. Durant erzwang mit einem wilden Fadeaway-Dreier die Verlängerung, doch dort hatten die Raptors das letzte Wort.

Wie erwartet mussten die Warriors erneut auf Stephen Curry und Draymond Green verzichten, während die Gastgeber ihre erwartete Formation aufboten. Toronto kam dabei hervorragend aus den Startlöchern und traf sieben der ersten neun Würfe, was Warriors-Coach Steve Kerr zu einer schnellen Auszeit zwang (17:6).

Jeder Raptors-Starter hatte gepunktet, dazu konnte Kawhi Leonard nach Switches gegen Damian Jones nach Belieben scoren. Die Klaue nagelte einen Jumper nach dem nächsten in den Korb und die Warriors brauchten ein weiteres Timeout (32:14). Dank Kevin Durant antworteten die Dubs aber mit einem 9:0-Run, weil die Reservisten der Raptors das hohe Niveau des Teams zunächst nicht halten konnten. Dennoch hatten die Gastgeber nach einem Viertel eine 38:25-Führung inne.

Torontos zweiter Anzug saß aber nicht wirklich, es dauerte nun lange, bis Systeme gelaufen wurden, es hagelte einige Ballverluste. Da aber auch der Champion ohne Durant nur wenig Offense generierte, pendelte sich der Vorsprung bei 13 Punkten ein. Nun folgte aber wieder ein Scoring-Duell zwischen Kawhi (schon 22 Zähler) und KD (20), die sich zudem häufig auch gegenseitig verteidigten. Toronto führte noch mit 67:58.

Kevin Durant erzwingt mit Gala die Verlängerung

Die zweite Halbzeit begann dann wieder wie im ersten Viertel, die Raptors starten mit einem Run. Pascal Siakam versenkte seinen dritten Dreier und war noch immer ohne Fehlversuch. Es dauerte eine Weile, bis sich die Dubs erholten, doch Klay Thompson drückte den Rückstand mit zwei Dreiern wieder in den einstelligen Bereich. Durant traf dann mit der Sirene noch vom Logo und stand bereits bei 38 Punkten (18 im dritten Viertel). Mit 96:88 ging es in den Schlussabschnitt.

Auch dort kehrte keine Ruhe ein, die Raptors spielten zu wild, griffen am Ring nicht richtig zu und so brachte Kevon Looney die Warriors 1:40 vor dem Ende per Tip-In wieder auf 2 Zähler heran (114:112). Leonard antwortete aber aus der Mitteldistanz über KD, der von der Charity Stripe kurz darauf 1 Punkt liegen ließ. Kyle Lowry erhöhte aus der Distanz, doch Durant zog nach und verwandelte ebenso zwei Dreier, darunter ein Fadeaway aus der Ecke über Kawhi zum Ausgleich bei noch 8,6 Sekunden auf der Uhr. Die Raptors bekamen keinen Wurf mehr los - Overtime!

51 Punkte von Durant reichen Golden State nicht

Dort hatten die Raptors dank Siakam und Serge Ibaka den besseren Start, doch Durant war wieder zur Stelle und glich aus. Auf der anderen Seite war wieder Green von draußen zur Stelle, Siakam legte Freiwürfe nach. Die Dubs mussten in der Folge foulen und schickten wieder Siakam an die Charity Stripe und der Forward machte nur einen davon. Der Rebound war aber bei Leonard und danach machte es Siakam besser (131:125), die Sache war 14 Sekunden vor Schluss endgültig durch.

Leonard erzielte insgesamt 37 Punkte (14/24) und griff sich 8 Rebounds, die meisten davon in der Schlussphase. Siakam (26, 8/10 FG) und Ibaka (20, 8/13 FG) lieferten wichtige Unterstüzung, während Lowry (10, 12 Assists) ein Double-Double verbuchte. Bei den Warriors kratzte Durant mit 51 Zählern (18/31 FG, 4/7 Dreier, 11/12 FT, 11 Rebounds, 6 Assists) an seinem Career High (54), während Thompson (23) und Jonas Jerebko (20, 8/13 FG) die einzigen anderen Dubs-Akteure in Double Figures waren.

Die wichtigsten Statistiken

Toronto Raptors (19-4) vs. Golden State Warriors (15-8) 131:128 OT (BOXSCORE)

  • Toronto legte im ersten Viertel wie die Feuerwehr los und versenkte satte 73 Prozent aus dem Feld (6/9 Dreier). Die Warriors hatten mit ihrer Switch-Defense große Probleme und kamen erst besser ins Spiel, als man Jordan Bell, Kevon Looney und Jonas Jerebko mehr spielen ließ. Die Raptors kühlten so gerade aus der Distanz deutlich ab. Am Ende standen 15/38, darunter aber auch einige Big Plays von Green (13, 3/6 Dreier) in der wilden Schlussphase.
  • Was die Warriors in Schlagdistanz hielt, war die gute Arbeit unter den Brettern, vor allem offensiv. Schon zur Pause hatten die Dubs 8 Offensiv-Rebounds eingesammelt (Toronto: 2) und konnten so einigermaßen Schritt halten. In 53 Minuten holten die Gäste gleich 17 offensive Boards und entschieden das Rebound-Duell mit 46:37 für sich.
  • Toronto versuchte vor allem mit den Startern immer wieder das Spiel schnell zu machen. Lange Outlet-Pässe, teils mit viel Risiko, überraschten die Warriors in der Anfangsphase mehrfach. Im Laufe der Partie bekam der Champ dieses Problem aber in den Griff, auch wenn die Dubs in der Kategorie Fast Break Points mit 10:18 unterlegen waren.
  • Ohne Boogie Cousins improvisieren die Warriors auf der Center-Position ein wenig, das machte sich aber gegen eine Spitzenmannschaft deutlich bemerkbar. Defensiv konnten zumindest Looney und Bell überzeugen, doch offensiv war es unglaublich limitiert. Im Angriff wurde das Center-Trio mehrfach gut eingesetzt, doch immer wieder bekamen die Bigs den Spalding nicht anständig unter Kontrolle, wodurch die Raptors den Ring doch noch beschützen konnten. Das Trio kam so auf gerade einmal 9 Zähler (4/11 FG).
  • Erstmals in seiner Karriere verbuchte Durant in drei Spielen in Folge mindestens 40 Punkte (zuvor 44 und 49). Eine etwas überraschender Statistik, da KD bereits viermal die Scoring-Krone gewinnen konnte.
  • Für Steve Kerr war es die erste Niederlage mit den Warriors gegen die Kanadier. Die acht vorigen Begegnungen mit dem dreifachen Meistertrainer konnten die Dubs alle für sich entscheiden.

Toronto Raptors vs. Golden State Warriors: Die Stimmen zum Spiel

Kawhi Leonard (Raptors): "Natürlich haben wir heute den Champion geschlagen, aber es ist auch noch nicht einmal Dezember. Wir müssen weiterhin Gas geben."

Kevin Durant (Warriors): "Ich will einfach nur so gut wie möglich spielen. Durch unsere Ausfälle muss ich derzeit vielleicht ein wenig mehr machen, aber ansonsten bewegen wir lieber als Team den Ball. Aber natürlich gibt es auch Spiele wie heute, wo es wichtig ist, dass ich score. Heute waren wir früh hinten, also musste ich aggressiv sein."

Der Star des Spiels

Kawhi Leonard. Manchmal übertrieb es der Star der Raptors mit seinen Iso-Plays, doch wer trifft, hat eben auch recht. Nach einem brandheißen Start (6/6 FG) passten die Warriors ihre Defense ein wenig an, vom Scoren konnten sie die Klaue aber nicht abhalten. Seine Offense ließ zum Ende hin ein wenig nach, dafür gelang es ihm tatsächlich in der Verlängerung, Durant ein wenig zu ärgern, indem er dessen Dribbling stoppen konnte. Ebenso wichtig war es, dass Kawhi vor allem im vierten Viertel und der Verlängerung unter den Brettern aktiv war, dort hatte Toronto zuvor enorme Probleme.

Der Flop des Spiels

Damian Jones. Der Center war im Prinzip nicht spielbar und das merkte auch Coach Kerr recht schnell. Nach drei Minuten in der zweiten Halbzeit (insgesamt 11) war Feierabend für den Big Man. Die Raptors attackierten den Big in der Anfangsphase bei fast jedem Ballbesitz, indem sie ihn nach Switches an der Dreierlinie meist gegen Leonard isolierten. Dieser konnte dann nach Belieben schalten und walten. 2 Punkte, 0 Rebounds, 2 Fouls, 1 Turnover und ein Plus-Minus von -20 wurden für Jones notiert.

Coaching Move des Spiels

Die Raptors hatten zum Ende des vierten Viertels noch einmal die Chance, das Spiel früher zu entscheiden und wollten mit einem Switch erreichen, dass Leonard gegen einen kleineren Verteidiger an die Arbeit gehen könnte. Die Warriors rochen aber den Braten und Coach Kerr stellte Andre Iguodala gegen Lowry, der dann zu Kawhi wechselte. So hatte Leonard nach dem Pick keinen Vorteil mehr und musste stattdessen passen. Ibaka bekam im Anschluss keinen Wurf mehr los.

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