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NBA

NBA: Hayward-Heimkehr missglückt! Utah Jazz fegen Boston Celtics aus der Halle

Von Gianluca Fraccalvieri
Gordon Hayward und die Celtics müssen sich in Utah geschlagen geben.

Bei der Heimkehr von Gordon Hayward haben die Utah Jazz (6-6) die Boston Celtics (7-5) mit 123:115 geschlagen und damit den zweiten Sieg in Serie gefeiert.

Auch ohne Kyrie Irving, der zur Beerdigung seines verstorbenen Großvaters gereist war, starteten die Celtics furios in die Partie und zwangen Utah-Coach Quin Snyder dank eines 10:0-Runs zu einem ganz frühen Timeout. Dieser schien jedoch die richtigen Worte gefunden zu haben, sodass Utah ganz cool mit einem eigenen 12:0-Run antwortete und dank eines Dreiers von Donovan Mitchell mit einer 2-Punkte-Führung (27:25) in die erste Pause ging.

Der ehemalige Hometown Hero Gordon Hayward erntete in seinem ersten Auftritt in der Vivint Smart Home Arena seit seinem Wechsel erwartungsgemäß eine liebevolle Runde Buhrufe bei jedem Ballkontakt und Jubelstürme bei jedem verworfenem Field Goal. Dies schien ihn vor allem im zweiten Abschnitt deutlich zu verunsichern, was sich durch einige schwache Würfe und einen Turnover bemerkbar machte. Die Folge war ein erneuter Run für die Jazz, die vor allem durch die Zone immer wieder zu hochprozentigen Abschlüssen kamen.

Aber auch Ricky Rubio und Co. gingen zu lapidar mit dem Spalding um und machten sich durch unnötige Ballverluste (10 in der ersten Hälfte) immer wieder selbst ihr Momentum kaputt. Ende der Halbzeit lief "Slow-Mo Joe" Ingles aber noch einmal richtig heiß und schenkte Boston im Alleingang 13 Punkte in Folge ein, darunter drei aufeinanderfolgende Körbe vom Perimeter. Dies bescherte dem Australier zur Halbzeit hübsche 20 Zähler und den Jazz einen 7-Punkte-Vorsprung (58:51).

Jazz lassen Celtics nicht mehr entscheidend rankommen

Und die Jazz machten nach der Kabinenansprache genau da weiter, wo sie aufgehört hatten. Weil Ingles nun regelmäßig zwei Verteidiger auf sich zog, übernahm Mitchell mehr und mehr das Spielgeschehen. Erst lockte er Tatum im Veteran-Style in ein Wurffoul beim Dreierversuch, ehe er mit einem unnachahmlichen Layup die Arena zum Kochen brachte. Auf der Gegenseite glänzte Utah mit mehreren Defensiv-Stops und konnte sich schnell mit 15 Punkten absetzen - ein Abstand, den sie fast bis Ende des dritten Viertels halten konnten.

Doch die Kobolde wollten sich nicht so einfach geschlagen geben. Begünstigt von einigen Turnovern der Jazz legten die Celtics eine rasante Aufholjagd hin und waren sechs Minuten vor Schluss plötzlich wieder auf 4 Punkte dran. In der Folge war es ein rassiges Hin und Her. Gobert machte aber hinten die Zone mit wichtigen Blocks dicht, während Crowder mit einem clutchen Dreier knapp 30 Sekunden vor Schluss schließlich den Deckel draufmachte.

Topscorer der Partie war am Ende Ingles mit 27 Punkten, fünf weitere Jazz-Spieler kamen auf zweistellige Punktzahlen, wobei Gobert ein starkes Double-double auflegte (17, dazu 15 Rebounds). Bei den Celtics waren Terry Rozier (22) und Jayson Tatum (21) die besten Punktesammler, Marcus Smart lieferte von der Bank ein Double-Double (13, dazu 10 Assists). Hayward erlebte ein durchwachsenes Comeback, wobei er seinen 13 Punkten (3/9 FG) immerhin gute 7 Assists hinzufügen konnte.

Daniel Theis (Plantar Fasciitis) stand den Celtics dabei zum sechsten Mal in Serie nicht zur Verfügung, es geht jedoch bergauf: Wie der deutsche Big Man zu NBC Sports Boston sagte, hofft er auf eine Rückkehr in der kommenden Woche.

Die wichtigsten Statistiken

Utah Jazz vs. Boston Celtics 123:115 (BOXSCORE)

  • Joe Ingles ist mit seinen fünf Dreiern in der Partie auf der All-Time-Dreier-Liste der Jazz auf Rang sechs vorgerückt.
  • Die Jazz hatten die klare Übermacht an den Brettern (45:28), angeführt von Gobert (15 Rebounds).
  • Neben Hayward feierte auch Jae Crowder eine Art Heimkehr, da er drei Jahre lang für die Celtics spielte. Crowder spielte mit mehreren Clutch Buckets eine ganz entscheidende Rolle und beendete das Spiel mit 20 Punkten (4/9 3FG), 6 Rebounds und vier Assists.
  • Utah hätte die Partie ohne die 17 Ballverluste schon viel früher endgültig entscheiden können. Boston generierte daraus stolze 28 Punkte. Wann immer es schnell ging, lief es vorne gut für die Celtics, gegen die sortierte Halbfeld-Defense der Jazz hingegen taten sich die Gäste ohne Kyrie erwartungsgemäß schwer.

Jazz vs. Celtics: Die Stimmen zum Spiel

Quin Snyder (HC Utah): "Es war ein Spiel wie jedes andere. Das wichtigste ist, dass Boston ein sehr gutes Team hat und wir einen Heimsieg brauchten."

Brad Stevens (HC Boston): "In den ersten neun Spielen haben wir so gute Defensive gezeigt. Aber ich glaube nicht, dass wir in den letzten drei Spielen gut verteidigt haben."

Der Star des Spiels

Joe Ingles. Der Australier zeigte vor allem in der ersten Halbzeit eine fantastische Leistung und war fast im Alleingang dafür verantwortlich, dass die Jazz mit einem ordentlichen Polster in die Umkleide gingen. Im zweiten Abschnitt kühlte er zwar ein wenig ab, wusste aber immer wieder klug sein Mitspieler einzusetzen (7 Assists) und schnappte sich auch eine Hand voll Boards. Am Ende stand er bei 27 Punkten (10/14 FG).

Der Flop des Spiels

Jaylen Brown. Der 22-Jährige fand das gesamte Spiel über nicht seinen Wurf und ließ reihenweise offene Wurfgelegenheiten liegen (4/17 FG). Auch in der Defensive wirkte er nicht immer ganz auf der Höhe und verpasste einige entscheidende Switches.

Coaching Move des Spiels

Quin Snyder hatte seine Team offensichtlich perfekt auf Bostons elitäre Defensive eingestellt. Die Jazz verstanden es zumeist die kommenden Doubles Teams zu lesen und den dadurch entstehenden freien Mann auf dem Flügel zu finden.

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