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NBA - Nach dem Debüt von LeBron James bei den L.A. Lakers: Willkommen im Westen!

Von SPOX
LeBron James verliert bei seinem Debüt für die Los Angeles Lakers gegen Portland.
© getty

Bei seinem Debüt für die Los Angeles Lakers legt LeBron James los wie die Feuerwehr - taucht dann aber ein wenig ab. Die 119:128-Niederlage gegen die Portland Trail Blazers kann LeBron nicht verhindern. Das Spiel zeigt: Die Lakers brauchen noch Zeit.

"At forward from St. Vincent/St. Marys, Ohio, number 23 - LeBron James." Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis sich jeder NBA-Fan an die Tatsache gewöhnt hat, dass LeBron nach diesen Worten des Hallensprechers das Parkett doch tatsächlich in einem lila-goldenen Gewand betritt. Es ist eben etwas komplett Neues, dass der viermalige MVP nun in der Western Conference für die Los Angeles Lakers auf Korbjagd geht.

Gleiches gilt übrigens auch für James selbst, der zwar mit 13 Punkten im ersten Viertel (am Ende 26 Zähler und 12 Rebounds) loslegte wie die Feuerwehr, im weiteren Verlauf aber ein wenig abtauchte und die 119:128-Niederlage seiner neuen Farben nicht verhindern konnte. Das Gefühl kennt er aber aus der Vergangenheit, alle seine vier Premieren für seine neuen Teams gingen in die Binsen - diesmal aber auch gegen einen mehr als respektablen Gegner.

Zunächst schienen aber die Blazers selbst ein wenig von der Atmosphäre überwältigt. Das Moda Center, eine der lautesten Hallen der Liga, wurde bevölkert von zahlreichen Lakers-Fans, die den neuen Heilsbringer bewundern wollten. Portland agierte schlampig, wirkte überrumpelt von der aggressiven Gangart der Lakers, woraus früh zwei Transition-Dunks für James resultierten.

Los Angeles Lakers: Auf Licht folgt Schatten

Das ist sicher ganz nach der Vorstellung von Coach Luke Walton: eine hohe Pace und höchste Konzentration in der Defense - nur zogen die Lakers dies nicht über 48 Minuten durch, auch wenn L.A. starke 34 Zähler in Transition erzielte.

Ansonsten war es aber zu schwankend, was von den Gästen angeboten wurde, was auch Walton in aller Deutlichkeit kritisierte. "Das reicht einfach nicht, um hier bei dieser heimstarken Mannschaft zu gewinnen." Es war den Lakers anzumerken, dass dieses Team noch nicht eingespielt beziehungsweise noch auf der Suche nach der Balance ist. Auf Licht folgte zumeist Schatten, ein Umstand, den man sich im Westen so nicht erlauben kann.

Dabei spielte Portland weiß Gott kein überragendes Spiel. Dass die Lakers trotz verheerender Wurfallergie überhaupt das Spiel eng gestalten konnten, war der teils furchtbaren Defense der Blazers geschuldet, die in der ersten Halbzeit rekordverdächtige 50 Punkte in der Zone zuließen.

Los Angeles Lakers: Der Knoten von Downtown platzt spät

Letztlich machte jedoch die individuelle Klasse von Damian Lillard sowie tolle Leistungen von Rollenspielern wie Zach Collins (6 Blocks!) oder Nik Stauskas (24, 7/11 FG) , der im Sommer gefühlt schon aus der Liga war und nun den Lakers fünf Dreier ins Nest legte, den Unterschied.

Von solch einem heißen Händchen von Downtown konnten die Lakers hingegen nur Träumen. Auf ihren ersten Dreier mussten die Gäste bis tief ins dritte Viertel warten (am Ende 7/30, 23,3 Prozent). Besorgniserregend war dies für Walton aber nicht. "Das waren gute Würfe, wir werden diese weiter nehmen", kündigte der Coach an.

Der Knoten platzte erst im 15. Versuch, und zwar durch den besten Laker an diesem Abend, Josh Hart, der 20 Zähler und 3 Steals einstreute. Der 30. Pick des vergangenen Jahres spielte bereits eine bärenstarke Preseason und bestätigte diese Eindrücke mit guter Defense und jeder Menge Mut und Zug zum Korb - Attribute, die auf Konkurrent und Starter Kentavious Caldwell-Pope (5 Punkte, 1/3 FG) zu keinem Zeitpunkt zutrafen.

LeBron James nach Lakers-Debüt: "Brauchen Geduld"

Auch James wirkte in einigen Phasen des Spiels seltsam passiv und konnte dem Ganzen nicht seinen Stempel aufdrücken. Vereinzelt konnte er noch zum Korb vordringen, doch einen Jumper versenkte auch er nicht. Seine vier Dreierversuche waren alles Fahrkarten, dazu gesellten sich sechs Turnover, in Teilen nach Missverständnissen mit den neuen Mitspielern.

"Ich habe es immer gepredigt, dass wir Geduld brauchen, uns gegenseitig kennenlernen müssen", merkte James an, ohne großartig seine eigene Leistung zu kommentieren. "Portland hat hier seit 2000 in ihrem ersten Saisonspiel nicht mehr verloren. Das war deswegen heute ein guter Test."

Los Angeles Lakers: Schwächen beim Dreier und in der Defense

Die Blazers hatten schlichtweg den längeren Atem, waren eingespielter und hatten mit Lillard einen Leader, der spät wichtige Würfe traf. Zu Beginn des Schlussabschnitts sah es noch so aus, als ob die Lakers den Sieg doch noch klauen könnten und so läutete der Blazers-Guard die berühmte Dame-Time eben schon gut acht Minuten vor Schluss ein und offenbarte riesige Löcher im Herzen der Lakers-Defense.

Zwar klingen 44 Prozent aus dem Feld für die Blazers aus Lakers-Sicht nicht schlecht, doch Portland ließ dabei reihenweise offene Würfe liegen. Die vor Saisonbeginn gestellte Frage, wer denn bei L.A. eigentlich verteidigen sollte, blieb somit unbeantwortet. Positiv stachen eigentlich nur Hart und Brandon Ingram heraus, der es C.J. McCollum (20, 6/17 FG) lange richtig schwer machte.

L.A. Lakers: LeBron James muss sich an den Westen gewöhnen

Zu guter Defense zählt aber bekanntlich auch das Rebounding und das dürfte Walton überhaupt nicht gefallen haben. Alleine Jusuf Nurkic kam in der ersten Halbzeit viermal teils völlig unbedrängt zum Putback, da half auch die Präsenz von JaVale McGee unter dem Korb nicht. Der Ex-Warriors-Center fiel zwar durch furiose Dunks und Blocks auf, doch ein Anker der Defense ist auch er nicht und wird es nie sein.

Wie James es immer wieder sagt, alle sollten und müssen Geduld haben. Die jungen Spieler müssen lernen, mit einem Spieler mit Fähigkeiten, wie LeBron sie hat, zu spielen. Veteranen wie Rajon Rondo oder der in Portland blasse Lance Stephenson müssen ihren Platz finden. Im Westen gibt es eben nichts geschenkt. Ein Umstand, an den sich LeBron ebenfalls erst noch gewöhnen müssen.

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