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NBA Offseason - die Atlanta Hawks: Rebuild nach Art der Warriors

Taurean Prince, John Collins und Trae Young sollen der Kern der neuen Hawks sein.
© getty

Die Atlanta Hawks haben im Sommer konsequent ihren Rebuild vorangetrieben und sich unter anderem von Dennis Schröder getrennt. Der neue Hoffnungsträger in Georgia heißt Trae Young, auf dem nicht nur kommende Saison große Verantwortung lasten wird.

Atlanta Hawks: Die Transaktionen

Allzu viel blieb über den Sommer in Atlanta nicht beim Alten. Mike Budenholzer verließ nach einer tanktastischen Saison erwartungsgemäß das Team und schloss sich stattdessen den Bucks an, dazu gaben die Hawks mit Dennis Schröder (OKC) und Mike Muscala (Philadelphia) zwei langjährige Stützen des Teams via Trade ab. Der neue Coach heißt Lloyd Pierce, der neue Eckpfeiler des Teams ist Trae Young.

Im Rahmen des Drafts gaben die Hawks ihren No.3-Pick (Luka Doncic) für den No.5-Pick Young sowie einen künftigen Erstrundenpick nach Dallas ab, dazu wurden mit Kevin Huerter (19) und Omari Spellman (30) noch zwei weitere Spieler in der ersten Runde gezogen. Zweitrundenpick Devonte' Graham wurde dafür für zwei künftige Picks nach Charlotte weitergegeben.

In der Folge entließen die Hawks sowohl Isaiah Taylor als auch Jaylen Morris und Antonius Cleveland, dafür wurde Jeremy Lin aus Brooklyn geholt. Im Trade von Schröder und Muscala bekam Atlanta den mittlerweile entlassenen Carmelo Anthony, einen 2022er Erstrundenpick sowie Swingman Justin Anderson.

Fertig waren die Hawks damit noch immer nicht: Im August verpflichtete Atlanta die Free Agents Alex Len (2 Jahre, 8,5 Mio.), Daniel Hamilton (1 Jahr, 1,45 Mio.), Vince Carter (1 Jahr, 2,4 Mio.) und Thomas Robinson (1 Jahr, 1,8 Mio.).

Atlanta Hawks: Die Strategie

Die Hawks stecken tief im Rebuild, beziehungsweise haben sie über diesen Sommer die nächste Stufe davon eingeleitet: Mit Young wurde der vermeintliche neue Franchise Player geholt, insbesondere Lin und Carter gelten dabei zurecht als geeignetere und geduldigere Mentoren als Schröder, dessen langfristiger und lukrativer Vertrag zudem nicht mehr in Atlantas Planungen passte.

Das Team wurde konsequent verjüngt und vor allem auf Shooting ausgerichtet, sowohl Young als auch Huerter haben hier klar ihre Stärken und die Ausrichtung entspricht der Vision von GM Travis Schlenk, der zuvor bei den Warriors arbeitete und eine Art Ost-Version davon in Atlanta aufbauen möchte.

Die Aufgabe von Pierce wird sein, um Young, Huerter, Spellman, Taurean Prince und John Collins ein junges, aufregendes Team zu formen, fast alle anderen Spieler im Kader sind entweder Mentoren oder günstige Experimente wie Len oder auch Anderson.

Interessant dürfte weiterhin sein, ob mit Kent Bazemore noch etwas passiert, der noch für zwei Jahre und fast 40 Millionen Dollar in den Hawks-Büchern steht und bei diesem Team eigentlich keinen Zweck erfüllt. Bazemore ist zwar überbezahlt, mit seinem Skillset könnte er trotzdem noch für das eine oder andere Playoff-Team interessant werden.

Der Kader der Atlanta Hawks

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Trae YoungKent BazemoreTaurean PrinceJohn CollinsMiles Plumlee
Jeremy LinKevin HuerterDeAndre' BembryOmari SpellmanDewayne Dedmon
Vince CarterJustin AndersonThomas RobinsonAlex Len
Tyler DorseyDaniel Hamilton

Atlanta Hawks: Die Schwachstellen

Gehen wir mal davon aus, dass Youngs Offensiv-Skills sich direkt auf den NBA-Level übertragen lassen (alles andere als sicher) - dann fehlt es den Hawks trotzdem an fähigen Verteidigern, an Erfahrung, an Rebounding, an Klasse. Kurz gesagt: Abgesehen von Shooting, Tempo und Jugend fehlt diesem Team fast alles. Das ist für den Moment aber auch in Ordnung.

Niemand in Atlanta rechnet damit, dass nächste Saison viele Spiele gewonnen werden. Die 24 Siege aus der Vorsaison dürften sogar eher noch unterboten werden, im Osten gibt es ansonsten kein Team, das so offensichtlich tankt. Wenn Young einschlägt und eine gewisse Harmonie mit Collins entwickelt, ist es das Atlanta vermutlich wert.

Atlanta Hawks: Der Hoffnungsträger

Es steht in den Sternen, ob Young so etwas wie der Stephen Curry der Hawks werden kann, diese scheinen aber darauf zu hoffen. Atlanta hat seine Offseason komplett auf den jungen Point Guard ausgerichtet, an der Entscheidung für ihn (und gegen Doncic) wird sich das Front Office über Jahre messen lassen müssen.

Vielleicht zahlt sich das Risiko aber ja auch aus - Young scheint zumindest die richtige Mentalität mitzubringen und seine Offensiv-Skills sind, wenn er körperlich etwas zulegen kann, eigentlich wie gemacht für die NBA: Sein Wurf ist potenziell großartig, ebenso wie seine Court Vision.

Er wird zeigen müssen, dass er seine Würfe auch gegen NBA-Athleten loswerden kann, aber Young bringt zumindest die Anlage mit, um ein starker (Offensiv-)Guard zu werden. Und seine Spielweise ist so spektakulär, dass sie selbst im notorisch desinteressierten Atlanta für etwas Begeisterung sorgen dürfte. Danach sehnt man sich dort schon seit den Zeiten von Dominique Wilkins.

Atlanta Hawks: Das Fazit

Ihren Verjüngungs-Plan haben die Hawks konsequent umgesetzt. Lin ergibt als Mentor mehr Sinn als Schröder, dazu läuft sein Vertrag aus. Kommenden Sommer hat Atlanta nur noch 55 Mio. Dollar in den Büchern stehen, vielleicht sogar weniger, wenn sie Bazemore und/oder Miles Plumlee vorher noch loswerden können. Collins und Prince haben bereits gezeigt, dass sie das Potenzial haben, richtig gute NBA-Spieler zu werden.

Letzten Endes hängt aber fast alles vom Risiko Young ab, der aufgrund der fehlenden Physis weitaus mehr Bust-Potenzial mitbringt als beispielsweise Doncic oder auch Jaren Jackson, den Atlanta ebenfalls hätte draften können. Der Extra-Pick ist nett, vielleicht wäre die "sichere" Entscheidung aber die bessere gewesen. Andererseits hoffen die Hawks, dass Young so sehr einschlägt, dass nicht nur Fans, sondern auch potenzielle Free Agents irgendwann wieder Interesse an ihnen haben.

Das kann man aber erst in Zukunft bewerten. Nächstes Jahr hat Atlanta drei Erstrundenpicks und gute Aussichten auf den No.1-Pick. Für die Vision in ihrem Kopf hatten die Hawks einen guten Sommer. Nun muss die Realität noch folgen.

Die Note: 2-

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