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NBA Offseason – die New York Knicks: Der nächste Sommer kommt bestimmt

Mittwoch, 29.08.2018 | 09:46 Uhr
Kristaps Porzingis wird den New York Knicks wohl erst 2019 wieder zur Verfügung stehen.
© getty

Die New York Knicks haben ihre Offseason-Strategie fast komplett auf den Sommer 2019 ausgerichtet. Bis dahin sollen Kristaps Porzingis, der neue Coach David Fizdale, Frank Ntilikina und Kevin Knox genug Argumente sammeln, damit mindestens ein dicker Fisch nach New York kommt. Viele Spiele werden die Knicks damit erneut nicht gewinnen.

New York Knicks: Die Transaktionen

Bereits Anfang Mai besetzten die Knicks den vakant gewordenen Posten des Head Coaches: Für den glücklosen Jeff Hornacek übernahm David Fizdale, der im November von den Grizzlies entlassen worden war. Fizdale unterschrieb einen Vierjahresvertrag im Big Apple.

Auch beim Kader tat sich in der Folge einiges. Im Draft zog New York an Position 9 Small Forward Kevin Knox, an Position 36 kam zudem Center Mitchell Robinson, der mittlerweile ebenfalls seinen Profivertag unterschrieben hat.

Enes Kanter zog erwartungsgemäß seine Spieler-Option über 18,6 Mio. Dollar, genau wie Ron Baker (4,5 Mio.). Kyle O'Quinn hingegen ließ seine (4,3 Mio.) verstreichen und unterschrieb stattdessen für fast den gleichen Betrag bei den Pacers. Troy Williams wurde gewaived und ging nach New Orleans, Michael Beasley unterschrieb einen Vertrag bei den Lakers.

Abgesehen von den Rookies kamen dann noch die folgenden Spieler hinzu: Mario Hezonja (1 Jahr, 6,5 Mio.), Noah Vonleh (1, 1,6) und Kadeem Allen, dessen Vertrag über 1,3 Mio. nicht garantiert ist. Luke Kornet wurde für ein Jahr und 1,6 Mio. Dollar gehalten.

New York Knicks: Die Strategie

Team-Präsident Steve Mills und GM Scott Perry gingen mit einer klaren Ausrichtung in diese Offseason. Zunächst sollte ein respektierter Coach geholt werden, der das Team nach seinen Vorstellungen formen kann. Und dann ging es primär darum, sich keine weiteren Langzeitkosten ans Bein zu binden und den Fokus auf den Sommer 2019 zu richten.

Viel Spielraum hatte New York von Beginn an nicht, weil ihnen dafür noch zu viele Großverdiener a la Kanter und Joakim Noah auf der Tasche liegen. Es ist damit zu rechnen, dass Noahs Vertrag noch vor der Saison per Stretch Provision aufgelöst wird und für Courtney Lee, der auch 2019/20 noch unter Vertrag steht, noch ein Trade gesucht wird.

Großen Druck haben die Knicks indes vorerst nicht, weil sie ohne Kristaps Porzingis (Kreuzbandriss) schlichtweg zu schlecht sind, um Ambitionen anzumelden. Deswegen wird in der kommenden Saison primär versucht werden, die Hoffnungsträger Knox, Robinson, Frank Ntilikina und irgendwann Porzingis an Fizdales System und Kultur zu gewöhnen.

Idealerweise ist dieser Kern dann im Sommer 2019 attraktiv genug, damit einer oder zwei Free Agents (Butler? Irving? Durant?) seine Talente nach Manhattan bringt. Ein weiterer Lottery-Pick dürfte ebenfalls Teil dieser Gleichung sein, wenn die Knicks erwartungsgemäß erneut die Playoffs verpassen.

Die Neuzugänge sowie die letztes Jahr geholten Emmanuel Mudiay und Trey Burke wiederum haben ein Jahr lang die Chance, zu zeigen, dass sie in Fizdales System passen. Stand jetzt stehen 2019 nur noch neun Spieler unter Vertrag, durch den erwartbaren Noah-Abgang und mögliche Trades könnten es noch weniger werden. Selbst wenn Stars kommen sollten, werden die Knicks ihren Kader also auffüllen müssen.

Der Kader der New York Knicks

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Frank NtilikinaCourtney LeeTim Hardaway Jr.(Kristaps Porzingis)Enes Kanter
Trey BurkeRon BakerKevin KnoxNoah VonlehMitchell Robinson
Emmanuel MudiayDamyean DotsonMario HezonjaLance ThomasLuke Kornet
Kadeem Allen Joakim Noah

New York Knicks: Die Schwachstellen

Es ist gar nicht so leicht, hier eine Auswahl zu treffen. Wenn man auf die Zahlen der letzten Saison blickt, war New York in genau einer Hinsicht richtig gut: Der offensiven Rebound-Rate, bei der man den fünften Platz belegte, vor allem dank Kanter und O'Quinn. Abgesehen davon waren die Knicks offensiv wie defensiv ein deutlich unterdurchschnittliches Team, nachdem Porzingis ausfiel. Und auch in den 48 Spielen mit ihnen hatten sie mit 22-26 eine negative Bilanz.

Offensiv fehlte es dabei vor allem an einer ordnenden Hand. Individuelles Talent ist auf einigen Positionen durchaus gegeben, aber ein gewiefter Playmaker, der dies fördern und einsetzen kann, war nicht zu sehen - und man darf auch bezweifeln, dass Mudiay, Burke (noch am ehesten?) oder Ntilikina das in dieser Saison schaffen werden.

Zumindest an der Wurfauswahl dürfte Fizdale aber schnell einiges ändern. Letzte Saison hatte nur ein Team eine niedrigere Dreier-Rate und nur zwei Teams gingen prozentual seltener an die Freiwurflinie. Die Hoffnung muss sein, dass Knox und auch Hezonja hier ein wenig Abhilfe schaffen können.

An den beiden zeigt sich indes wieder ein Problem der Knicks, mit dem sie aktuell aber leben können: Solange Porzingis nicht fit ist, haben sie kaum bewiesene, gestandene NBA-Spieler in ihrem Kader stehen. Deswegen sollte man auch nicht allzu schnell riesige Sprünge in Offense oder Defense erwarten.

New York Knicks: Der Hoffnungsträger

Die Stimmung im Big Apple ist dennoch verhältnismäßig positiv und das liegt vor allem an den beiden Rookies. Knox hat schon in der Summer League mit seinem Scoring-Potenzial und seiner Vielseitigkeit begeistert, aber auch Zweitrundenpick Robinson deutete an, dass in ihm ein interessanter NBA-Spieler schlummert.

Der Center galt vor einem Jahr noch als eins der Top-Talente seines Jahrgangs, nachdem er jedoch nicht am College spielte und stattdessen individuell trainierte, fiel er weit zurück und letztendlich den Knicks in die Arme. Mit 20 Jahren ist er in einigen Bereichen noch roh, allerdings bereits jetzt ein sensationeller Athlet, der zudem in der Lage ist, nach dem Switch vor kleineren Gegenspielern zu bleiben.

Robinson wird noch viel Zeit brauchen, in der Summer League traf er nicht einmal 50 Prozent seiner Freiwürfe. Aber die Knicks glauben an sein Potenzial und gaben ihm direkt einen Teil ihrer Midlevel Exception für einen Vierjahresvertrag. Mills und Co. hoffen, dass er auf Sicht ein passender Frontcourt-Partner für Knox und Porzingis sein kann.

New York Knicks: Das Fazit

Alle Entscheidungen der Knicks im Sommer, angefangen mit der Fizdale-Verpflichtung, waren nachvollziehbar und die bewusste Entscheidung, keine Langzeitverträge aufzunehmen, war richtig. Es hätte in diesem Sommer ohnehin nicht den einen Move gegeben, mit dem sie hätten angreifen können, Flexibilität war daher das oberste Gut. Wenn Hezonja, Burke oder Mudiay sich durch Top-Saisons Anschlussverträge verdienen sollten, umso besser.

Gleichzeitig ist auch klar: Die Knicks werden sich daran messen lassen müssen, wie vor allem Knox und Ntilikina auftreten, und sie haben nicht den Hauch einer Garantie, dass nächstes Jahr wirklich ein dicker Fisch anbeißen wird. Stand jetzt steht nicht einmal Porzingis langfristig unter Vertrag, wenngleich sich das spätestens kommendes Jahr in seiner Restricted Free Agency ändern wird.

Dennoch: So richtig lässt sich die Strategie der Knicks frühestens nächstes Jahr bewerten. Dieser Sommer war im Vakuum ordentlich, die echten Aufgaben stehen Mills und Co. aber noch bevor.

Die Note: 3+

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