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NBA Offseason - die Denver Nuggets: Goldgräber ohne Absicherung

Gary Harris, Jamal Murray und Nikola Jokic sind die Eckpfeiler der Nuggets-Zukunft.
© getty

Die Denver Nuggets mussten im Sommer mehrere Herausforderungen gleichzeitig meistern: Sie sollten die Zukunft sichern, besser werden und gleichzeitig Geld sparen. Womöglich haben sie das wirklich hinbekommen.

Denver Nuggets: Die Transaktionen

Das Front Office um GM Tim Connelly hatte im Sommer wenig Zeit zum Entspannen. Im Draft war Denver mit drei Picks ausgestattet und nach einem Trade von Nr.34-Pick Justin Jackson nach Orlando standen die Nuggets nach der Talentziehung mit den Picks Michael Porter Jr. (Nr.14), Jarred Vanderbilt (Nr.41) und Thomas Welsh (Nr.59) da.

In der Free Agency ging es dann munter weiter. Nachdem Nikola Jokic aus seinem Vertrag ausgestiegen war, einigte man sich bereits am 1. Juli auf einen neuen Deal mit dem Serben, der diesem 147,7 Millionen Dollar über die nächsten fünf Jahre einbringen wird. Auch der auslaufende Vertrag von Will Barton wurde verlängert (4 Jahre, 53 Mio.). Die letztjährigen Two-Way-Player Torrey Craig (2 Jahre, 4,1 Mio.) und Monte Morris (2, 2,9) bekamen derweil nun "echte" NBA-Verträge.

Einige Veteranen verließen die Nuggets derweil via Trade. Wilson Chandler wurde mitsamt zweier Zweitrundenpicks und Cash für einen Zweitrundenpick zu den Philadelphia 76ers getradet, Kenneth Faried, Darrell Arthur sowie ein Erst- und ein Zweitrundenpick gingen für den mittlerweile entlassenen Isaiah Whitehead nach Brooklyn (Faried) beziehungsweise Phoenix (Arthur). Abgesehen von Salary Cap-Entlastung bekamen die Nuggets dazu außerdem Trade Exceptions in Höhe von 13,8, 12,8 und 5,9 Millionen Dollar.

Während Devin Harris sich in der Free Agency wieder den Mavericks anschloss, überraschten die Nuggets Mitte Juli dann noch, indem sie Isaiah Thomas für einen Minimalvertrag verpflichten konnten.

Denver Nuggets: Die Strategie

Die Nuggets mussten im Sommer auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen, was die Vielzahl ihrer Moves auch erklärt: Einerseits wollten sie die Zukunft des Teams sichern und besser werden, andererseits wollten sie auch Geld sparen und tunlichst die Luxussteuer für Besitzer Stan Kroenke vermeiden. Die Trades von Chandler, Faried und Arthur waren fast ausschließlich finanziell motiviert.

Die Nuggets hoffen dennoch darauf, dass auf die gute Vorsaison, in der mit 46 Siegen haarscharf die Playoffs verpasst wurden, aufgebaut werden kann, was angesichts der Verletzungsprobleme von Paul Millsap aus der letzten Saison sowie dem jungen Alter von Jokic, Jamal Murray und Gary Harris auch logisch erscheint. Denver zählt darauf, dass noch unausgeschöpftes Potenzial im eigenen Kader vorliegt.

Dazu wurde mit Thomas ein Spieler ohne Risiko günstig geholt, der kurzfristig einiges bewirken könnte, während im Draft auf das Langzeitpotenzial von Porter gesetzt wurde.

Der Kader der Denver Nuggets

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Jamal MurrayGary HarrisWill BartonPaul MillsapNikola Jokic
Isaiah ThomasMalik BeasleyTorrey CraigTrey LylesMason Plumlee
Monte MorrisDevaughn Akoon-PurcellMichael Porter Jr.Juancho HernangomezThomas Welsh
Jarred VanderbiltTyler Lydon

Denver Nuggets: Die Schwachstellen

Die Nuggets waren letzte Saison eines der besten Offensiv-Teams (Rang 6) und eines der schlechtesten Defensiv-Teams (Rang 25) der Liga. Es könnte sein, dass sie künftig in beide Richtungen noch extremer ausschlagen. Millsap und Harris müssten wohl auf All-Defensive First Team-Niveau agieren, damit Denver zumindest eine Chance darauf hat, defensiv solide zu sein.

Es gibt defensiv einfach zu viele Spieler im Kader, die versteckt werden müssten, und mit Thomas kam in dieser Hinsicht nun noch ein Extremfall hinzu. Jokic ist, so brillant er auch offensiv ist, kein Anker für eine gute Defense, dazu ging den Nuggets auf dem Flügel vor allem mit Chandler eine solide und vielseitige Option verloren.

Eine weitere Schwachstelle in der vergangenen Saison war die Turnover-Anfälligkeit, die sich allerdings mit zunehmender Erfahrung von insbesondere Murray bessern sollte. Und so lange Jokic nicht die Lust verliert, muss man sich zumindest um die Offense in Denver wohl keine Sorgen machen.

Denver Nuggets: Der Hoffnungsträger

Für eine Saison ist hier Thomas zu nennen. Sollte IT4 ansatzweise zu alter Stärke zurückkehren, wird man ihn nächste Saison nur schwerlich bezahlen können (auch wenn Millsaps Vertrag ungarantiert ist), es sei denn Kroenke schluckt die Luxussteuer. Wenn der hypermotivierte Thomas die Nuggets jedoch (mit) in die Playoffs führt und dem jungen Murray dabei vielleicht noch das eine oder andere beibringt, hätte sich das Investment für Denver wohl schon gelohnt.

Porter hingegen wird wohl kaum direkt einschlagen, es ist auch noch nicht ansatzweise klar, wann er überhaupt zur Verfügung steht. Die Hoffnung in Denver ist jedoch, dass der vielleicht talentierteste Scorer seines Jahrgangs mittelfristig sein Potenzial realisiert und damit Teil des zukünftigen Kerns wird.

Denver Nuggets: Das Fazit

Die Nuggets werden nächste Saison viel Spaß machen und regelmäßig Offensiv-Feuerwerke abbrennen, so viel ist sicher. Eine (spaßige) Zukunft ist durch den neuen Jokic-Deal ebenfalls gesichert. Unklar ist dagegen, ob sie in diesem Sommer wirklich besser geworden sind. Das Front Office war aufgrund der Direktive, keine Luxussteuer zu zahlen, allerdings auch in keiner leichten Position.

Thomas und Porter waren sinnvolle Verpflichtungen, weil beide auf ihre Weise Potenzial mitbringen - aber beide haben auch massive Fragezeichen, sonst hätte Denver sie nicht bekommen. Insofern kann man festhalten, dass Connelly und Co. gemäß der Situation kreativ und sinnvoll gehandelt haben. Wenngleich der Chandler-Verlust schmerzen wird. Sportlich wäre es sicherlich angenehmer gewesen, wenn man statt ihm den Vertrag von Mason Plumlee losbekommen hätte.

Ansonsten gab es an der Offseason jedoch nicht allzu viel zu bemängeln - auch wenn im starken Westen keineswegs garantiert ist, dass dieses Team nun den nächsten Schritt zum tatsächlichen Playoff-Teilnehmer machen kann.

Die Note: 2

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