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NBA: Michael Porter Jr. bei den Denver Nuggets - Die Wildcard des Drafts

Dienstag, 26.06.2018 | 11:12 Uhr
Michael Porter wurde von den Denver Nuggets an Position 14 ausgewählt.
© getty
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Die Denver Nuggets konnten ihr Glück kaum fassen, als sie Michael Porter Jr. tatsächlich noch mit dem 14. Pick im Draft kriegen konnten. Das hat aber auch Gründe. Der ehemalige Forward von Missouri musste sich letztes Jahr einer komplizierten Rückenoperation unterziehen. Kann Porter in der NBA trotzdem Erfolg haben?

Pick für Pick verdunkelte sich die Miene von Michael Porter Jr. an jenem Donnerstagabend im Barclays Center zu Brooklyn, New York. Der vor einem Jahr noch als bester Prospect des Landes gehandelte Porter wollte einfach nicht aufgerufen werden. "Die Teams an der Spitze des Drafts sagten mir alle, dass ich ihr Mann sei", berichtete der Ex-Missouri-Spieler später. Die Kings, die Hawks, die Grizzlies, die Magic, die Bulls, die Cavs, die Knicks, die Sixers, die Hornets, die Clippers - sie verzichteten letztlich alle auf Porter.

Erst die Denver Nuggets an Position 14 erbarmten sich und nahmen endlich den Jungen, der sich vor dem Draft als eine Kreuzung aus Kevin Durant und Giannis Antetokounmpo sah. Was war passiert? Wahrscheinlich waren es nicht die Aussagen, welche die Teams abschreckten, sondern eher die bedrohliche Krankenakte. Porter machte wegen einer Rücken-OP nur 3 Spiele auf dem College und deutete gar an, dass er eventuell das Jahr aussetzen würde, wie dies Harry Giles dieses Jahr in Sacramento tat.

Für Denver war dies kein Problem. Die Nuggets wollen ohnehin um die Playoffs spielen, da ist ein junger Spieler wie Porter eher eine Wildcard. Es spielte schließlich auch keine Rolle, dass die Franchise aus der Mile High City wenige Stunden vor dem Draft überhaupt erst das erste Mal mit dem Forward sprach.

Porter fällt Denver Nuggets in den Schoß

"Ich hatte überhaupt nicht daran gedacht, dass er für uns an dieser Position überhaupt noch verfügbar war", gab Nuggets-GM Tim Connelly zu. Am Ende fiel Porter Denver dann doch in den Schoß, weil vor ihnen 12 Teams kalte Füße bekamen.

Die Nuggets nahmen dagegen das Risiko in Kauf, schließlich ist es nicht leicht, Unterschiedsspieler zu finden. Denver ist auch keine Destination für Free Agents, so macht es Sinn im Draft Risiken einzugehen. Wer hätte 2014 schon gedacht, dass dieser übergewichtige Center namens Nikola Jokic mal ein Star werden würde?

Die Nuggets glaubten wahrscheinlich selbst nicht daran, schlugen aber damals an 41 zu.

Vielleicht ist ihnen mit Porter ebenso ein Homerun gelungen, Porter selbst will dafür zumindest sorgen. "Ich werde alles dafür tun dass dieser Pick, der Beste sein wird, den die Organisation jemals gemacht hat."

Porter: Der malade Rücken wirft Fragen auf

Die schwere Rückenverletzung scheint Porters Selbstvertrauen also nicht geschadet zu haben, was auch verständlich ist. Der Forward dominierte nach allen Regeln der Kunst auf der High School, wurde zum MVP des McDonald's All-American Games gewählt und galt als bester Spieler seiner Klasse, bevor er sich in seinem ersten Spiel für sein College Missouri so folgenschwer verletzte.

Porter musste sich einem komplizierten Eingriff an der Bandscheibe unterziehen und kehrte erst im SEC- und NCAA-Tournament zurück, wo er aber in zwei Spielen noch sehr rostig war und nur 33 Prozent aus dem Feld traf. Vor dem Draft kam auch noch erschwerend hinzu, dass der einstige Fünf-Sterne-Recruit wegen rückkehrender Rückenschmerzen die Pre-Draft Workouts absagen musste.

"Wir haben auch so genug von ihm gesehen", versicherte Assistenz-GM Calvin Booth. "Er war seit der 9. Klasse bei uns auf dem Radar." Und Porter stand dabei sehr hoch in der Gunst, wie auch Booths Boss Connelly bestätigte. "Vor seiner Verletzung haben wir ihn ganz oben gelistet. An Position 14 bekommt man nicht viele Chancen, einen Spieler mit Top-3-Potenzial zu bekommen."

Wann die Fans der Mile High City dieses Potenzial zu sehen bekommen, steht jedoch noch in den Sternen. Nuggets-Präsident Josh Kroenke zweifelte nach dem Draft, ob Porter in der Summer League auflaufen wird, selbst die Frage, ob der Rookie in der kommenden Saison überhaupt spielen würde, konnte oder wollte der Sohn des Medien-Moguls Stan Kroenke nicht beantworten.

Doch warum glauben die Nuggets, dass es dieses Risiko wert ist, wenn doch so viele rote Flaggen gewedelt werden? "Wir kannten das Risiko. Wir denken aber, dass der Ertrag das Risiko übersteigt", analysierte Kroenke.

Michael Porter ist der talentierteste Scorer seiner Draftklasse

Porter ist der wahrscheinlich beste Scorer dieses Jahrgangs, der mit für seine Größe ungewöhnlichen Skills gesegnet ist. Mit 2,08 Meter besitzt der Small Forward einen sehr sauberen Wurf, kann Pull-Ups oder Fadeaways nehmen, auch die NBA-Range hatte er schon in der High School. Das Ballhandling ist ebenfalls sehr annehmbar, was zu Beginn vor allem die Guards entlasten kann.

Natürlich trifft er mit knapp 20 Jahren noch viele schwere Entscheidungen (schlechte Würfe, Übersehen von Mitspielern), doch es besteht Hoffnung, dass er dies noch ausmerzen kann. Fragezeichen gibt es auch in der Defense einige: Vom Potenzial her sollte Porter ein sehr fähiger Verteidiger sein, nur zeigte er es viel zu selten, was nicht verwundert, da dies auf der High School nicht von ihm verlangt wurde.

Sollte sich Porter nicht als Ball Hog entpuppen, passt er sicherlich mehr als gut in das auf Tempo und viel Kreativität basierende Spiel der Nuggets. Wilson Chandler wird zwar laut Woj seine Spieleroption wahrnehmen, aber ob Denver Restricted Free Agent Will Barton angemessen bezahlen will, ist noch völlig offen. So oder so braucht die Bank der Nuggets mehr Optionen, die Rotation war zwischenzeitlich schon arg dünn und Porter könnte dabei Abhilfe schaffen.

Die Statistiken (pro 40 Minuten) von Michael Porter Jr. 2017/18

PunkteReboundsAssistsStealsBlocksTurnoverFG%3P%FT%
22,615,10,82,30,82,333,330,0 (3/10)77,8

Nuggets haben Geduld mit Porter

Überstürzen wird man am Fuße der Rocky Mountains aber nichts. "Wir werden vorsichtig sein und sicherstellen, dass Michael vollständig fit ist, bevor er das Feld betritt", stellte Connelly klar. "Wir haben Vertrauen in die Tiefe unseres Kaders und wir haben Vertrauen in unsere medizinische Abteilung."

Auch der Faktor Geduld spielt eine Rolle. Denver ist im Gegensatz zu anderen Teams im Morast der Liga nicht gezwungen, einen schnellen Umschwung zu erzwingen, auch wenn zum fünften Mal in Folge die Playoffs verpasst wurden (wenn auch nur denkbar knapp). "Andere Teams brauchten einen Spieler, der sofort helfen sollte", erklärte Kroenke.

"Wir machen uns keine Sorgen um die nächste Woche, wir machen uns keine Sorge um das nächste Jahr. Wir wollen langfristig gesehen das Beste für Michael Porter, denn das ist auch das Beste für die Denver Nuggets."

Steal oder ein zweiter Oden?

In Colorado scheint man überzeugt, einen echten Steal gelandet zu haben. Bei all den medizinischen Möglichkeiten kann Porter vielleicht tatsächlich noch ein wertvoller NBA-Spieler werden. Man stelle sich vor, dass Greg Oden 2007 diese Chance gehabt hätte. Sein Beckenschiefstand wäre in der heutigen Zeit wohl anders behandelt worden.

Deswegen möchte man auch die selbstbewussten Worte von Porter nicht direkt ins Reich der Fabeln verweisen. "Ich weiß, dass ich einer der besten Spieler der Liga werden kann", verkündete der Rookie vollmundig bei seiner Vorstellung. "Es liegt an mir und an Gott, ob ich mein Potenzial abrufen kann. Aber ich weiß, dass ich eines Tages zu den besten Spielern der Liga zählen kann."

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