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NBA Playoffs: LeBron James zieht erneut in die Finals ein - Aller guten Dinge sind 8

Montag, 28.05.2018 | 11:33 Uhr
LeBron James steht zum achten Mal in Folge in den NBA Finals
© getty

He did it again. Zum achten Mal in Folge hat LeBron James sein Team in die Finals geführt. In Spiel 7 gegen Boston muss der King lange den Alleinunterhalter geben, dennoch verlor James nie das Vertrauen in seine Mitspieler.

Vorweg: Es war kein schönes Spiel 7, viel erinnerte an die zähen Playoff-Schlachten der NBA Mitte der ersten Dekade des neuen Jahrtausends, doch das wird bald niemanden mehr interessieren. Am Ende krönten sich LeBron und die restlichen Cavs-Spieler mal wieder zum Ost-Champion - und zum achten Mal in Folge zieht ein Team des Königs in die Endspiele ein.

Die Kritiker Clevelands konnten sich früh bestätigt fühlen in Spiel 7. In Boston, im TD Garden, eine der lautesten Hallen der NBA, wollte zunächst nämlich nichts funktionieren. Die Rollenspieler der Gäste warfen einen Backstein nach dem anderen und es dauerte über sieben Minuten, bis ein Cavs-Spieler, der nicht die Nummer 23 trug, ein Field Goal verbuchen konnte. In Halbzeit eins versenkte lediglich J.R. Smith einen Sprungwurf, wenn man von LeBron absah.

Und dennoch: Boston führte nur mit 4 Punkten zur Pause, weil die Cavs einerseits solide verteidigten und die Celtics viele, viele offene Würfe liegen ließen, die sie in den vorherigen Heimspielen dieser Serie noch getroffen hatten. Nach 26 Punkten im ersten Viertel kamen in den restlichen 36 Minuten nur noch 53 hinzu.

Boston Celtics vs. Cleveland Cavaliers: Alle Spiele der Serie

TagDatumUhrzeitSpielHeimAuswärtsErgebnis
Sonntag13. Mai21.30 Uhr1BostonCleveland108:83
Mittwoch16. Mai2.30 Uhr2BostonCleveland107:94
Sonntag20. Mai2.30 Uhr3ClevelandBoston116:86
Dienstag22. Mai2.30 Uhr4ClevelandBoston111:102
Donnerstag24. Mai2.30 Uhr5BostonCleveland96:83
Samstag26. Mai2.30 Uhr6ClevelandBoston109:99
Montag28. Mai2.30 Uhr7BostonCleveland79:87

Defense hält Cleveland im Spiel

"Ich denke, dass wir defensiv sehr stark waren", fand auch LeBron. "Wir waren überall, haben uns gegenseitig geholfen. So sind wir im Spiel geblieben." Und auch James hatte daran seinen Anteil, auch wenn er einige Male abschaltete und seinen Gegenspieler völlig aus den Augen verlor. Geschenkt, denn zumeist war seine Defense on point, wie zum Beispiel im dritten Viertel, als er den Dunk-Versuch von Terry Rozier in bester LeBron-Manier blockte.

Boston traf nicht einmal die Hälfte der Würfe in der Zone (16/34 FG), was auch wieder viel mit der Präsenz von Tristan Thompson zu tun hatte, der Horford erneut bestens im Griff hatte. Der Schlüsselspieler der Celtics erzielte zwar immerhin 17 Punkte, der Großteil davon kam aber im Duell mit Larry Nance Jr. Wenn TT in dieser Serie nicht auf dem Feld stand, hatte Horford ein Net-Rating von 23,8 - im direkten Duell mit dem Cavs-Big war es dagegen -6,2.

LeBrons Vertrauen in Mitspieler wird belohnt

In der ersten Halbzeit hatte Horford noch 14 Punkte gemacht, es kamen nur noch 3 dazu. Auf der anderen Seite wachten LeBrons Schergen endgültig auf. Smith zeigte, dass er auch außerhalb der Quicken Loans Arena treffen kann, Jeff Green versenkte zwei Dreier und war defensiv plötzlich ebenfalls richtig stark.

LeBron spielte in der zweiten Halbzeit 7 Assists, auch weil er nie das Vertrauen in seine Mitspieler verlor, was nach dem Verlauf dieser Playoffs mehr als verständlich gewesen wäre. Statt 35 Würfen nahm er nur 24, es brauchte nicht 45 oder mehr Punkte, es reichten 35. "Auch wenn die Jungs in der ersten Halbzeit ihre Würfe nicht getroffen haben, war ich mir sicher, dass es in der zweiten Halbzeit besser werden würde", sagte LeBron nach dem Spiel.

In der zweiten Halbzeit erzielte der Supporting Cast der Cavs 30 von 48 Punkten. Das war nicht überwältigend, aber völlig ausreichend, um mit dem besten Spieler der Welt dieses Spiel zu gewinnen. "Wir haben hart gearbeitet, um zu beweisen, dass wir besser sind, als wir gemacht wurden", erklärte der oft kritisierte Green. "Nun sind wir da, wo wir vor der Saison sein wollten."

LeBron James bastelt weiter an seiner Legende

Die Schlagzeilen gehören aber dennoch LeBron - und das völlig zurecht. Die vollen 48 Minuten stand der King diesmal auf dem Feld, von Verschleißerscheinungen war wie noch in Spiel 5 nichts zu sehen. Zwar schlichen sich hier und da Unkonzentriertheiten ein, wie die 8 Ballverluste zeigten, doch auf der anderen Seite standen wieder unglaubliche Würfe wie ein ganz wilder Floating Bank Shot Mitte des vierten Viertels, der das Momentum wieder langsam aber sicher in Richtung der Cavs umschwingen ließ.

Für die Entscheidung sorgte dann ebenfalls James, der beim Stand von 79:74 erst George Hill in Transition per Touchdown-Pass bediente und wenig später mit einem Dreipunktspiel inklusive Urschrei den Deckel endgültig draufmachte.

So steht nun die neunte Finals-Teilnahme in seiner erlesenen Vita, die achte davon in Folge. Nur Celtics-Spieler aus den 60er-Jahren können dies von sich behaupten. Zudem war LeBron nun zum dritten Mal an einem 0-2-Comeback beteiligt, in der Geschichte der Liga gelang dies ansonsten nur 16 anderen Teams.

Es ist noch erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass mit Kevin Love fast zwei Spiele der zweitbeste Akteur fehlte und auch Kyle Korver in Spiel 7 fast unsichtbar war. In den kompletten Playoffs scorte und assistierte LeBron bei 55 Prozent aller Punkte der Cavs, selbst 2007, als er eine absolute Rumpftruppe in die Finals hievte, waren es nur 49 Prozent.

Boston Celtics zu unerfahren

Auf diesem Niveau wird der King wohl auch in den Finals agieren müssen, wenn die Cavs eine Chance haben wollen und James sich einen vierten Ring an den Finger stecken möchte. Bei allem Lob für Cleveland schlugen sich die Celtics, die zuvor alle Heimspiele in den Playoffs gewonnen hatten, gewissermaßen auch selbst.

Der Backcourt um Jaylen Brown und Terry Rozier traf gerade einmal 7/32 Würfe aus dem Feld, aus der Distanz sah die Bilanz noch düsterer aus (3/22). Vor allem im Schlussabschnitt, als Boston früh im Bonus war, nahmen sich die Celtics selbst aus der Partie, als sie einen Dreier nach dem anderen fliegen ließen (3/13 3P) anstatt aggressiv den Drive zum Korb und den Kontakt zum Gegner zu suchen.

Bereits im zweiten Viertel war dies das gleiche Problem, als Boston zwischenzeitlich mit 12 Punkten führte, dann aber Jumper um Jumper auf den Ring setzte. Cleveland war dagegen in unmittelbarer Korbnähe gnadenlos effizient und traf 16 von 17 Versuchen am Ring. Es machte sich einfach bemerkbar, dass dieses junge Celtics-Team noch nicht bereit war. Das dürfte sich dann ändern, wenn in der kommenden Spielzeit Kyrie Irving, Gordon Hayward und auch Daniel Theis zur Verfügung stehen werden.

Cleveland Cavaliers: Außenseiter in den Finals

In Cleveland blickt man aber stattdessen erst einmal nach Westen und wartet auf den Gegenspieler in den Finals. Unabhängig vom Ausgang sollten die Cavs dort der klare Underdog sein - LeBron hin, LeBron her.

Für Kritiker von James könnte es wieder Wasser auf die Mühlen geben, die immer wieder auf dessen Bilanz in den Finals verweisen (3-5). Es ist aber gleichzeitig auch die Chance nach der Meisterschaft 2016, als die Cavs die 73-9-Warriors schlugen, für eine noch viel größere Sensation zu sorgen.

Seit Beginn der Indiana-Serie wurden die Cavs schließlich alle paar Tage abgeschrieben, es brauchte zweimal sieben Spiele und dennoch steht für James das gleiche Ergebnis wie jedes Jahr seit 2010.

Tristan Thompson brachte es dann im Interview auf den Punkt: "Maschinen werden nicht müde. Sie müssen nur manchmal geölt werden."

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