Suche...

Legendenserie - Mahmoud Abdul-Rauf: Mit einer freien Seele sterben

Von Lukas Herold
Freitag, 09.03.2018 | 12:44 Uhr
Mahmoud Abdul-Rauf betete während der Nationalhymne.
© getty
Advertisement
MLB
Cardinals @ Cubs
MLB
Cardinals @ Cubs
MLB
Mets @ Yankees
MLB
Twins @ Royals
MLB
Astros @ Angels
MLB
Cardinals @ Cubs
MLB
Mets @ Yankees
MLB
Red Sox @ Tigers
MLB
Astros @ Angels
MLB
Twins @ Royals
MLB
Cardinals @ Cubs
MLB
Astros @ Angels
MLB
Mets @ Yankees
MLB
Twins @ Blue Jays
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Diamondbacks @ Cubs
MLB
White Sox @ Angels
MLB
Red Sox @ Orioles
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Diamondbacks @ Cubs
MLB
White Sox @ Angels
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Dodgers @ Phillies
MLB
Red Sox @ Orioles
MLB
White Sox @ Angels
MLB
White Sox @ Angels
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Athletics @ Rangers
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Blue Jays @ White Sox
MLB
Mariners @ Angels
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Cubs @ Cardinals
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Mariners @ Angels
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Mariners @ Angels
MLB
Cubs @ Cardinals
MLB
Phillies @ Red Sox
MLB
Indians @ Twins
MLB
Blue Jays @ Athletics
MLB
Brewers @ Dodgers
MLB
Orioles @ Yankees
MLB
Angels @ Rays
MLB
Phillies @ Red Sox

Mahmoud Abdul-Rauf gilt als Stephen Curry der 90er-Jahre. Doch er opferte seine sportliche Karriere, um für seine Werte einzutreten. Auch weil er die Nationalhymne vor den Spielen zum Protest nutzte, war er in der Liga plötzlich nicht mehr erwünscht.

Die NBA ist derzeit geprägt von politischen Äußerungen. Vor allem seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten machen viele Spieler und Executives auf sich aufmerksam und äußern öffentlich ihre Meinung. Anfang des Jahres konterte Raptors-Präsident Masai Ujiri Trumps Aussagen über afrikanische Länder, die der POTUS als "Dreckslöcher" bezeichnet haben soll. "Wenn ich aus einem Drecksloch komme, bin ich stolz darauf", sagte der gebürtige Nigerianer Ujiri gegenüber ESPN.

Zwei Jahre zuvor sorgte NFL-Quarterback Colin Kaepernick mit seiner #takeaknee-Aktion für Furore. Er kniete während der Nationalhymne, um auf Polizeigewalt und Rassismus aufmerksam zu machen. Über die sozialen Netzwerke erntete er viel Lob und Unterstützung - auch von diversen Profisportlern. Das änderte allerdings nichts an dem Ende seiner sportlichen Karriere.

Kaepernick war in der Geschichte des US-Sports aber keineswegs der erste Sportler, der das Abspielen der Hymne zum Protest nutzte. Er trat gewissermaßen in die Fußstapfen der "Black Power"-Demonstranten Tommie Smith und John Carlos von 1968 und in jene von Mahmoud Abdul-Rauf, der in den 1990er Jahren seine NBA-Karriere aufs Spiel setzte, um ein politisches Zeichen zu setzen - und das, obwohl er vorher hart kämpfen musste, um überhaupt ganz oben in der Association anzukommen.

Mahmoud Abdul-Rauf: Aufgewachsen in einem "Drecksloch"

Abdul-Rauf ist - anders als Ujiri - wahrlich in einem Ort aufgewachsen, den Trump wohl als Drecksloch bezeichnen würde. Mit seiner alleinerziehenden Mutter verbrachte er seine Kindheit in einem Viertel in Mississippi, in dem Abdul-Rauf täglich von Armut, Drogen und Prostitution umgeben war. "Zum Glück wusste ich früh, was ich machen wollte", sagte er in einer Rede im Al Tawheed Center 2013: "Ich wollte der beste Basketballer werden, der ich sein konnte. Für mich war es ein Weg raus aus der Scheiße. Ich wollte es nicht nur, ich brauchte es."

Abgesehen von den äußeren Umständen wurde Abdul-Rauf auch vom Tourette-Syndrom gebremst, weshalb er von vielen "bereits früh abgeschrieben wurde".

Bevor er in der High School mit einem Team trainierte, arbeitete er auf dem Freiplatz alleine an seinen Skills. "Ich habe mir einen Gegner vorgestellt, der mich extrem eng verteidigt. Die Vorstellung ist die stärkste Kraft und ich wollte sie besiegen. Ich habe mir gedacht: Wenn ich das schaffe, kann mich auch kein echter Verteidiger aufhalten."

Und so war es auch: Nachdem er auf der High School meist gegen zwei Jahre ältere Jugendliche spielte, wurde er 1988 zum erfolgreichsten Freshman-College-Scorer aller Zeiten. Der Rekord von 30,1 Punkten pro Spiel wurde bis heute nicht übertrumpft und auch Oklahomas Trae Young wird dies vermutlich nicht schaffen. Direkt in seinem dritten Spiel für LSU scorte Rauf 48 Punkte, bevor er 53 Punkte in seinem fünften Spiel aufs Scoreboard zauberte. Auch in seinem zweiten Jahr überzeugte er und wagte anschließend den Sprung in die NBA.

Aufstieg zum NBA-Star

Im Draft 1990 schlugen die Denver Nuggets an dritter Stelle zu, um sich die Rechte an ihm zu sichern. Und schon nach zwei ruhigen Jahren zeigte der 1,85 Meter große Point Guard seine Extraklasse: Ein elitärer Scorer, der einen starken Distanzwurf und artistische Abschlüsse am Korb in seinem Arsenal hat.

Außerdem war er ein extrem starker Freiwerfer: Er traf 90,5 Prozent seiner 1.161 Freebies in seiner Karriere. Hätte er 39-mal öfter an der Charity Line gestanden - 1.200 Freiwürfe sind nötig, um sich für die All-Time-Freiwerfer zu qualifizieren - wäre er heute vermutlich der beste Freiwerfer aller Zeiten.

Nicht wenige vergleichen Rauf mit Steph Curry, der in der heutigen NBA mit einem ähnlichen Spielstil zwei MVPs und ebenso viele Meisterschaften gewonnen hat: "Ich habe einige Highlights auf YouTube angeschaut und es gibt mit Sicherheit einige Überschneidungen", sagte der Chefkoch persönlich gegenüber Bleacher Report.

Seite 1: Abdul-Rauf: Aus einem "Drecksloch" in die NBA

Seite 2: Konversion zum Islam und ein Hymnenprotest als Auslöser für den Abstieg

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung