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Clippers-Frontcourt um DeAndre Jordan schießt müde Boston Celtics ab

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Die Boston Celtics (40-19) verabschieden sich mit einer Niederlage gegen die Los Angeles Clippers (30-26) ins All-Star Break. Beim 129:119 für die Gäste ist DeAndre Jordan nicht zu stoppen und liefert einen Karrierebestwert.

Nach den zuletzt doch sehr schwankenden Leistungen kamen die Celtics auch in die letzte Partie vor dem All-Star Break nur sehr behäbig rein. Nur drei der ersten elf Würfe fanden ihr Ziel, sodass die Gäste früh mit 14:7 in Führung gingen. Die Einwechslung von Marcus Morris half den Celtics kurzzeitig auf die Sprünge, es blieb aber dabei, dass die Clippers das bessere Team waren - und sich bereits im ersten Viertel mit 14 Punkten Unterschied absetzten. Freiwürfe von Daniel Theis stellten auf 25:34 aus Celtics-Sicht nach einem Viertel.

Als Weckruf funktionierte dies aber nicht. Auch nach der Viertelpause traten die Celtics zunächst lethargisch auf. Zwischenzeitlich kamen sie zwar auf 4 Punkte ran, dann kam ihnen aber schnell wieder die Dringlichkeit abhanden und L.A. zog wieder auf 12 davon. Gerade mit dem vielseitigen Frontcourt der Clippers hatte Boston Probleme, sowohl DeAndre Jordan als auch Danilo Gallinari und Tobias Harris punkteten schon in der ersten Hälfte zweistellig. Kurz vor der Pause drehte aber Kyrie Irving auf und ein wilder Buzzerbeater von Terry Rozier sorgte wie aus dem Nichts für das 57:61 aus Celtics-Sicht, obwohl bis dahin scheinbar kaum etwas funktioniert hatte.

Kurz nach der Pause gingen die Celtics erstmals überhaupt in Führung, nun wechselte diese immer wieder hin und her. Im Duell mit Jordan holte sich Aron Baynes dann bei noch sieben Minuten im dritten Viertel sein bereits fünftes Foul ab und musste runter, was der Celtics-Defense enorm schadete - denn schon konnte Jordan wieder unterm Korb dominieren. Erneut war es Irving, der Boston dann wieder aus einem kleinen Loch herausschießen musste. Das schaffte er auch mit 15 Punkten im Durchgang, sodass die Clippers nur mit einer 93:91-Führung ins letzte Viertel gingen.

Auch im Schlussabschnitt führten die Gäste lange knapp. Brad Stevens versuchte es dann noch einmal mit Hack-A-DeAndre, das ging aber eher nach hinten los - Jordan traf seine Freiwürfe und die Clippers nahmen den Schwung mit. Zwei Minuten vor Schluss führten sie mit 10 Punkten, danach war die Messe gelesen. Insgesamt waren die 129 Punkte der Clippers dann sogar der Höchstwert, den Boston in dieser Saison zugelassen hat.

Topscorer war dabei Jordan, dessen 30 Punkte (dazu 13 Rebounds) gleichzeitig ein Career High bedeuteten. Harris kam zudem auf 21 und Gallinari auf 20 Punkte, Lou Williams taute zwar sehr spät auf, kam aber auch noch auf 19 (6/18 FG). Bei den Celtics war Irving mit 33 Punkten und 8 Assists der mit Abstand beste Spieler, Al Horford kam noch auf 20 Punkte. Theis legte von der Bank kommend in 11 Minuten 2 Punkte, 5 Rebounds, 1 Assist und 1 Block auf.

Boston Celtics vs. Los Angeles Clippers: Die wichtigsten Statistiken

  • Wie so oft in letzter Zeit startete Boston offensiv schwach, insbesondere im Halbfeld. Die Celtics brachten im ersten Viertel lediglich 9 ihrer 27 Würfe im Korb unter, man sah vorne wenig Bewegung und noch weniger Ideen. Auffällig war, dass es immer dann gute Abschlüsse gab, wenn Irving oder Rozier das Tempo forcierten - im Fastbreak entstanden 10 der 24 Celtics-Punkte im ersten Viertel. Umso frustrierender war es, wie oft Boston dennoch die Uhr fast komplett herunterspielte.
  • Das niedrige Tempo hatte immerhin zur Folge, dass beide Teams sehr wenig Turnover produzierten. Die Celtics gaben in Halbzeit eins nur dreimal den Ball ab, bei den Clippers waren es 5 TOs. Nur wurden durch mangelndes Risiko im Passspiel eben auch gerade auf Celtics-Seite nicht immer gute Würfe herausgespielt. Die Offense wurde in Halbzeit eins sehr dadurch geschont, dass Irving und Morris Dreier am Mann trafen (insgesamt 43,8 Prozent 3FG), was natürlich nicht viel mit Ball Movement zu tun hatte. Bei den Clippers hingegen lief es gerade in der ersten Hälfte sehr flüssig.
  • Den zweifellos größten Unterscheid zwischen beiden Teams sah man allerdings unter den Körben. Zwar war das Rebounding ausgeglichen, die Celtics bekamen defensiv aber nie Zugriff auf insbesondere Jordan, aber auch die anderen großen Jungs. Gerade nach dem fünften Foul von Baynes fehlte es unterm Korb an einer Präsenz - die Clippers kamen so insgesamt auf brachiale 56 Punkte in der Zone!

Celtics vs. Clippers: Hier geht's zum BOXSCORE!

Boston Celtics vs. Los Angeles Clippers: Die Stimmen zum Spiel

Doc Rivers (Coach Clippers) über DeAndre Jordan: "Er hat seine Freiwürfe getroffen. Wir haben auf der Bank schon Witze gemacht: Wenn wir die heiße Hand finden, müssen wir sie füttern."

Al Horford (Celtics): "Ich denke, dass unsere Defense einfach besser sein muss. Wir haben das, was wir bisher erreicht haben, auf der Basis unserer Defense aufgebaut. Wir haben in der Hinsicht aber zuletzt einen großen Schritt zurückgemacht."

Der Star des Spiels

DeAndre Jordan. Unheimlich dominante Vorstellung des Centers, dessen Athletik den Celtics riesengroße Probleme bereitete. Brad Stevens versuchte es mehrfach mit Hack-A-DeAndre, aber auch das funktionierte nicht (8/9 FT). Auch seine Frontcourt-Partner Harris und Gallinari spielten stark auf.

Der Flop des Spiels

Jayson Tatum. Dem Rookie war zuletzt anzumerken, dass auch er das All-Star Break langsam herbeisehnt. Auch in dieser Partie wirkte Tatum eher müde und war nicht in der Lage, sich zu behaupten. Einige gute Plays waren zwar dabei, aber die Celtics hätten mit Sicherheit etwas mehr Scoring von Tatum gebrauchen können (am Ende 10 Punkte, 4/13 FG).

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Coaching Move des Spiels

Dass Milos Teodosic defensiv eine ziemliche Schwachstelle ist, hat sich offensichtlich herumgesprochen. Kompromisslos wurde der Serbe immer wieder attackiert, sobald er auf dem Court stand. Interessanterweise stellten sich mit Rozier und Irving dabei oft die beiden Lead-Ballhandler gegenseitig die Blöcke und wer immer dann Teodosic gegen sich hatte, ging an die Arbeit. Nicht, dass das eine besonders kreative Offense gewesen wäre - aber sie funktionierte gerade im dritten Viertel gut. Aus diesem Grund sah man Teo im letzten Viertel dann fast gar nicht mehr.

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