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Gegen die Zweifel des Zen-Masters

Montag, 06.11.2017 | 12:22 Uhr
Kristaps Porzingis ist der neue Franchise-Spieler der New York Knicks
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Porzingis: Wichtig wie Russell Westbrook

Nun ist es seine Show. Gegen die Indiana Pacers verbuchte Porzingis ein neues Career High, erzielte 40 Punkte, davon alleine 17 im vierten Viertel. Zwischenzeitlich machte er 15 Knicks-Punkte am Stück und bog so eine fast verloren geglaubte Partie noch in einen Sieg um. "Ich denke, das Spiel ist für ihn langsamer geworden", lobte Hornacek nach der Gala gegen Indiana. "Er spielt mit viel Selbstvertrauen und will die Würfe nehmen. Dieser Schritt ist für ihn sehr wichtig."

In den ersten Spielen hatte Porzingis eine Usagerate von satten 36,1 Prozent (vergangene Saison: 24,4). Das ist absolute Spitze in der Liga und erinnert fast schon an die Triple-Double-Saison von Russell Westbrook. Entsprechend wird der Lette auch eingesetzt. Jetzt ist er es, der den Ball im Post bekommt und sich dann an die Arbeit machen darf.

Porzingis: Phil Jackson hatte Zweifel

Zumeist bekommt er den Spalding am rechten Ellenbogen. Dort stehen ihm zahlreiche Optionen zur Verfügung. Mal nimmt er seinen Gegenspieler auf den Rücken und drängt diesen nach hinten, um dann seinen Fadeaway über die linke Schulter anzubringen oder er dreht seine Schulter nach rechts, um einen Turnaround Jumper anzubringen, den er fast schon in der Zone abfeuert. Diesen trifft er mit 54,2 Prozent bisher richtig gut. Kurios dabei: Der Lette machte im vergangenen Jahr genau das Gegenteil und präferierte den linken Block.

Damit setzt er praktisch das um, was Ex-Knicks-Präsident Phil Jackson immer predigte. Der elffache Meistertrainer hatte geraten, dass Porzingis mehr im Post agieren sollte und den Dreier nur dosiert einsetzen sollte. Seine Versuche von Downtown sind ein wenig zurückgegangen (4,6 Versuche zu 4,8 im vergangenen Jahr), obwohl er nun sieben Würfe mehr pro Spiel nimmt und 7,7 Freiwürfe im Schnitt wirft.

Auch dies ist zu Teilen dem Umstand geschuldet, dass Anthony nicht mehr da ist und Porzingis nicht mehr für das Spacing zur Dreierlinie ausweichen muss. Mit Enes Kanter haben die Knicks nicht wirklich eine Ideallösung als Center, da er in der Zone Porzingis häufiger den Platz wegnimmt.

Kurios: Jax hatte auf seiner Abschluss-PK im April Zweifel an einem Franchisespieler Porzingis. "Ich glaube nicht, dass er bereit ist. Er ist erst 21 Jahre alt. Es wäre für jeden eine riesige Last." Es scheint, als könne der Lette diese aber ganz gut schultern.

Porzingis: Entwicklung noch nicht abgeschlossen

Momentan steht das Team bei einer positiven Bilanz von 5-4. Das ist Platz sieben im bisher unvorhersehbaren Osten und Fans dürfen bereits wieder von den Playoffs träumen. Dass New York zu Beginn acht Spiele am Stück (inklusive Preseason) verloren, und einige, ergo der Boulevard, schon von Schicksalswochen für Coach Hornacek gesprochen hatten, ist in der Stadt, die niemals schläft, selbstverständlich schon wieder vergessen.

Das spricht bei einem Blick auf den Kader der Knicks für Porzinigs. Die Point-Guard-Rotation mit Jarrett Jack, Ramon Sessions und Rookie Frank Ntilikina dürfte den Fans der Knicks weiter Schweißperlen auf die Stirn treiben. Der French Prince ist der Hoffnungsträger auf der Eins und zeigte auch einige gute Ansätze, ist aber noch lange nicht bereit. So schaut ganz New York auf den Letten, der die Hoffnung der Fans so kanalisiert, wie es ihm Jackson im April noch nicht zugetraut hatte.

"Das hat mich natürlich motiviert. Die Herausforderung ist niemals zu groß für mich", gab Porzingis zu. "Ich wusste, falls Melo nicht mehr hier ist, dass ich DER Spieler sein muss. Dafür habe ich 24 Stunden am Tag in der Halle verbracht. Ich habe mich darauf vorbereitet und bin nun glücklich, dass ich auf diesem Level spielen kann."

Das Ende der Fahnenstange muss dies noch nicht gewesen sein. "Er kratzt bisher nur an der Oberfläche", stellte Mitspieler Courtney Lee fest, der den Letten mit Yao Ming verglich, nur dass Porzingis deutlich mehr Skills am Perimeter vorzuweisen hat. "Er kann sich sich noch immer überall verbessern und das sollte vielen in der Liga Angst machen."

Seite 1: Der Bruder als Unruheherd und endlich Franchisespieler

Seite 2: Die Zweifel von Phil Jackson und noch Luft nach oben

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