Suche...

Trümmerhaufen statt Superteam

Donnerstag, 10.08.2017 | 12:51 Uhr
World Peace, Bryant, Howard und Nash - im Lakers-Kader von 2012 tummelten sich die Stars
© getty
Advertisement
NBA
76ers @ Timberwolves
NBA
Thunder @ Pacers
NBA
Lakers @ Cavaliers
NBA
Spurs @ Rockets
NBA
Jazz @ Cavaliers
NBA
Kings @ Raptors
NBA
Warriors @ Lakers
NBA
Cavaliers @ Bucks
NBA
Lakers @ Rockets
NBA
Celtics @ Knicks
NBA
Lakers @ Warriors
NBA
Mavericks @ Hawks
NBA
76ers @ Knicks
NBA
Cavaliers @ Warriors
NBA
Wizards @ Celtics

Vor genau fünf Jahren gingen die Los Angeles Lakers mit dem Trade für Dwight Howard All-in. Zusammen mit Kobe Bryant, Steve Nash und Pau Gasol sollte es in Hollywood anno 2012 ein neues Superteam geben. Doch das Projekt scheiterte grandios und hinterließ nur Verlierer.

BLOCKBUSTER-TRADE! Immer, wenn dieser Begriff durch die NBA-Welt hallt, dann heißt es: Die Machtverhältnisse haben sich verschoben. Superteams werden geboren, ohnehin schon starke Teams für unbesiegbar erklärt. Die Meisterschaft? Schon vor der Saison entschieden!

Dieser Tenor herrschte auch vor genau fünf Jahren, als die glorreichen Los Angeles Lakers den besten Center der Liga per Trade aus Orlando holten (mal wieder): Dwight Howard. Vier Teams - die Nuggets und Sixers halfen noch mit - waren in den Monster-Deal involviert, insgesamt zwölf Spieler wechselten den Arbeitgeber.

Der Trade in der Übersicht

TeamZugängeAbgänge
Lakers

Dwight Howard (Magic)

Chris Duhon (Magic)

Earl Clark (Magic)

Andrew Bynum (Sixers)

Josh McRoberts (Magic)

Chris Eyenga (Magic)

Magic

Arron Afflao (Nuggets)

Al Harrington (Nuggets)

Josh McRoberts (Lakers)

Chris Eyenga (Lakers)

Nikola Vucevic (Sixers)

Moe Harkless (Sixers)

Dwight Howard (Lakers)

Jason Richardson (Sixers)

Chris Duhon (Lakers)

Earl Clark (Lakers)

NuggetsAndre Iguodala (Sixers)

Arron Afflalo (Magic

Al Harrington (Magic)

Sixers

Andrew Bynum (Lakers)

Jason Richardson (Magic

Andre Iguodala (Nuggets)

Nikola Vucevic (Magic)

Am Ende der Fahnenstange stand in Tinseltown diese Starting Five auf dem Papier: Steve Nash, Kobe Bryant, Metta World Peace, Pau Gasol und ebenjener Dwight Howard. Die Meisterschaft? Schon vor der Saison entschieden!

Lakers: Kobe + Big Man = Erfolg?

Der Plan der Lakers, Kobe einen weiteren, dominanten Big Man an die Seite zu stellen, war alles andere als neu. Mit Shaq, Kwame Brown, Pau Gasol oder Andrew Bynum wurde diese Strategie über Jahre umgesetzt - mit wechselndem Erfolg. Zuletzt war dies 2009 und 2010 mehr als gut gegangen, als das Duo Gasol/Bryant mit der Unterstützung des aufstrebenden Bynums für zwei Titel sorgte.

Doch erstens war der Spanier kein klassischer, dominanter Fünfer und zweitens soll es in der Beziehung zu Franchise Player Kobe nicht immer harmonisch zugegangen sein. So war es kein Wunder, dass im Zuge der schon lange schwelenden Gerüchte um einen Howard-Trade auch Gasols Name bezüglich eines möglichen Gegenwerts fiel.

Doch angeblich war es letztendlich Kobe selbst, der sich dafür stark machte, Gasol zu halten, um die starbesetzte Starting Five zu ermöglichen. Der zweifache MVP Steve Nash unterschrieb bereits rund eine Woche vor dem Howard-Deal per Sign-and-Trade in Hollywood - mit 38 Jahren zwar, aber sein Flair brachte er trotzdem noch mit.

Dwight Howard: Trikot unter der Hallendecke?

Der Initiator der Mega-Deals, General Manager Mitch Kupchak, verbreitete jede Menge Euphorie und Hoffnung im Sommer 2012, vor allem rund um die Personalie D12. "Wir hoffen, dass wir in zehn Jahren ein Trikot unter die Hallendicke hissen, auf dem Howards Name stehen wird", erklärte er der Presse.

Die Fans waren skeptischer. Die Tatsache, dass der Center nicht bereit war, einen langfristigen Vertrag zu unterschreiben, wurde als "wenn es mir hier doch nicht gefällt, ziehe ich halt weiter"-Haltung interpretiert. In einer Franchise, die viel Wert auf loyale Stars legt, kein allzu glücklicher Move.

Der Saisonstart in die Saison 2012/13 sorgte dann für weitere Sorgenfalten und Einschnitte in der Euphorie. Head Coach Mike Brown musste schon nach vier Niederlagen aus den ersten fünf Spielen seine Koffer packen. Er hatte es schon in der Vorsaison nicht geschafft, dem Team eine funktionierende Offense einzuimpfen. Und nun standen sich Howard und Kobe mehr gegenseitig im Weg, als dass sie sich ergänzten.

Mike D'Antoni statt Phil Jackson

Interimsweise schwang Bernie Bickerstaff das Zepter an der Seitenlinie. Es sollte aber eine große Lösung her - und diese war ziemlich umstritten. Kupchak verhandelte mit Coaching-Legende Phil Jackson bezüglich eines Comebacks, vieles deutete auf eine erneute Zusammenarbeit hin. Logisch erschien dieser Schritt allemal, schließlich wusste der Zen-Meister sehr gut, wie man mit Kobe und einem dominanten Big Man erfolgreich sein kann.

Doch dann das: Praktisch aus dem Nichts präsentierte das Front Office Run-and-Gun-Guru Mike D'Antoni als Nachfolger von Brown. Zusammen mit Nash hatte D'Antoni eine hervorragende Zeit bei den Suns erlebt, doch seine Interpretation des Offensiv-Basketballs passte nicht zum neuen Roster der Lakers. Schnelle und aufs Spacing ausgelegte Systeme ließen sich mit einem Spieler wie Howard (der sich die Zone mit einem Gasol teilte, der damals nur sehr wenige Dreier nahm) nicht spielen und auch Bryant war stets ein Spieler, der seinen besten Basketball im Halbfeldspiel zeigte.

Der neue Head Coach hatte einen schweren Stand bei den Fans, die sich schon auf Jackson gefreut hatten. Dies wurde dadurch verstärkt, dass D'Antoni keinen konstanten Erfolg brachte. Zwar versuchte er, die Offense an den Kader anzupassen - dass er stur an seiner Philosophie festhielt, muss er sich nicht vorwerfen lassen. Doch seine anderen Konzepte fruchteten nicht. Und die Defense? Die war noch nie eine Stärke D'Antonis gewesen, um es vorsichtig auszudrücken. Weder der dreifache Verteidiger des Jahres Howard, noch Bryant schafften es, den Laden hinten dich zu halten.

Die Folge: Beim Defensiv-Rating landete das Team, das eigentlich als Contender in die Saison gestartet war, auf Rang 20, was die Offense nicht kompensieren konnte. Die Fans bedankten sich mit "We want Phil"-Sprechhören in Phasen, in denen es nicht lief. Im Nachhinein bezeichnete Kupchak die Entscheidung für D'Antoni und die Art und Weise, wie diese mitgeteilt wurde, als "ungeschickt".

Seite 1: Der Trade, das Konzept und ein neuer Head Coach

Seite 2: Probleme auf und neben dem Feld, Verletzungen und ein Trümmerhaufen

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung