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Smells like 2016 Spirit?

Mittwoch, 07.06.2017 | 13:42 Uhr
Kyrie Irving muss sich in Spiel 3 zwingend steigern
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Kyrie Irving konnte den NBA Finals bisher nicht seinen Stempel aufdrücken. Dank der Erinnerung an die Finals im letzten Jahr verteidigen ihn die Golden State Warriors mit größter Aggressivität - und bisher konnte er dies nicht mit klugen Pässen bestrafen. Die Cleveland Cavaliers hoffen, dass sich das in der eigenen Halle ändern wird. Spiel 3 findet in der Nacht auf Donnerstag (3 Uhr live auf DAZN) statt.

Man kann jede Menge Statistiken heraussuchen, über die verschiedenen Roster philosophieren oder feststellen, dass die Rollenspieler des einen Teams bisher deutlich besser waren als die des anderen. Aber wenn man den Unterschied zwischen den Kontrahenten in diesen Finals bisher möglichst simpel darstellen will, reicht folgender Satz: Die Warriors haben zwei MVPs, die Cavaliers haben einen.

Wer ein Symbolbild für die ersten beiden Spiele sucht, wird nach wenigen Minuten im ersten Viertel von Spiel 2 fündig. Im Fastbreak treibt Kevin Durant den Ball, nur LeBron James steht noch vor ihm. Durant hat aber noch Stephen Curry neben sich, der als einziger Spieler mitgelaufen ist und den Ball bekommt.

James kann nicht beide Warriors-MVPs übernehmen. Er bleibt bei Durant, Curry trifft den Layup ohne Probleme oder Gegenwehr. Wer das Bild komplettieren möchte, muss nur zwei Sekunden früher einschalten: Der Ballverlust, der diese Situation erst möglich machte, kam von Kyrie Irving.

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Nun hatte Uncle Drew natürlich auch einige gute Szenen in den ersten beiden Spielen, 21,5 Punkte und 4,5 Assists qualifizieren ihn nicht als Totalausfall (dafür gibt es bei den Cavaliers andere Kandidaten), insbesondere in Spiel 1 war seine Leistung ordentlich. Klar ist aber auch, dass Cleveland viel mehr von ihm braucht. Die Serie könnte ganz schnell vorbei sein, sollte Kyrie nicht bald den Geist der 2016er Finals heraufbeschwören.

Warriors: Gezielte Attacken gegen Kyrie

Die Erinnerung an diese Serie ist noch immer frisch genug bei jedem NBA-Fan. 41 Punkte brannte Irving den Warriors in Spiel 5 in den Korb, der Wendepunkt der Serie. Auch in diesen Playoffs hatte er schon seine Momente: Als LeBron in Spiel 4 gegen Boston etwa mit Foul-Trouble zu kämpfen hatte, antwortete Irving mit einem Meisterwerk und seinem bisherigen Playoff-Career-High von 42 Punkten.

Das Problem: Natürlich erinnern sich auch die Warriors daran, was Kyrie zu leisten imstande ist. Deswegen attackieren sie ihn gezielt. "Er muss in der Defense jetzt mehr machen", sagte Coach Tyronn Lue. "Ob er nun Steph deckt oder Klay Thompson hinterherrennt, beides verlangt ihm viel Energie ab, die er sonst in der Offense einsetzen würde."

Nicht, dass die Dubs es ihm dort einfach machen würden. Sie haben Thompson, der mittlerweile zu den ekligsten Individual-Verteidigern auf dem Flügel gezählt werden muss, sie haben aber auch Andre Iguodala oder Shaun Livingston, die ihn immer mal wieder übernehmen können. Ganz zu schweigen vom Kraken Durant, der groß und schnell genug ist, um vor ihm zu bleiben, wenn er auf ihn geswitcht wird. Oder Draymond Green, den Favoriten auf den DPOY-Award.

Irving zum Passen gezwungen

"Ich sehe ziemlich viele Körper in meinem Weg", sagte Irving selbst über die Strategie des Gegners. "Sie versuchen natürlich, andere Jungs als mich und LeBron Plays machen zu lassen, wenn wir isoliert werden. Sie verstopfen die Zone, deswegen müssen wir die Bewegungen auf der Weakside im Auge behalten und in der Lage sein, den richtigen Pass zu spielen."

Letzteres war für James noch nie ein Problem, wenngleich natürlich auch er in Spiel 1 viel zu viele Turnover (8) produzierte. In Spiel 2 dagegen servierte er 14 Assists. Bei Irving jedoch verhält es sich anders - er ist nominell ein Point Guard, in der Realität ist er aber ein Scorer, einer der talentiertesten der Welt. Wenn man ihn zum Passer macht, ist die Defensiv-Strategie normalerweise aufgegangen.

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Gegen die Warriors hat er bisher keine gute Balance gefunden. Nur 40 Prozent seiner Würfe waren bisher drin, viele Aktionen waren überhastet. Wenn er sich dann doch mal einen Wurf erarbeitete, war dieser oft kurz oder er wurde geblockt - klare Zeichen von Müdigkeit. Auch erarbeitete er sich in der Serie bisher gerade mal drei Freiwürfe (insgesamt), was für einen Scorer seiner Klasse lächerlich ist.

Auch als Passer lief es nicht gerade optimal. Seinen 4,5 Assists stehen 3,5 Turnover gegenüber, was den langen Armen und der Hyperaktivität der Warriors, aber auch der Ungenauigkeit seiner Pässe zuzuschreiben ist.

Cavs: Gefährliche Abhängigkeit vom Dreier

Besonders offensichtlich werden seine Defizite als Playmaker, wenn LeBron ausnahmsweise auf der Bank Platz nimmt. Die Cavs agieren sofort wie ein kopfloses Huhn und erzwingen schlechte Würfe, sodass die Warriors eine Transition-Möglichkeit nach der anderen erhalten.

Die Cavs hatten vor den Finals mit über 120 das beste Playoff-Offensiv-Rating aller Zeiten - derzeit stehen sie bei 78,5, wenn LeBron auf der Bank sitzt - und auch mit ihm nur noch bei 101,2.

Das liegt natürlich längst nicht nur an Irving - gerade von Downtown haben die Cavs im Kollektiv ihr Mojo verloren, in Oakland trafen sie gerade mal 31,6 Prozent. Wenn Irving oder James einen optimalen Pass spielen und dieser nicht verwertet wird, können sie daran freilich auch nicht viel ändern.

Es gibt Hoffnung, dass sich dies in Spiel 3 ändern wird - es mag wie ein dummes Klischee wirken, aber Rollenspieler spielen zu Hause oft tatsächlich besser als auswärts. Man nehme das Beispiel J.R. Smith: "Swish" trifft in den Playoffs daheim bisher 50 Prozent von Downtown, auswärts sind es 38,7 Prozent. Bei Channing Frye sind es zuhause fast 60 Prozent, auswärts (immer noch bockstarke) 45.

Irving: Zu Hause ist es am schönsten

Eine Steigerung der Rollenspieler allein reicht aber nicht, will Cleveland diese Serie wirklich offen gestalten. Bei LeBron kann man sich darauf verlassen, dass er abliefern wird, auch Kevin Love spielt bisher solide Finals. Der X-Faktor, der Robin, der manchmal auch ins Batman-Kostüm schlüpfen kann und muss, ist Irving.

Ein Hoffnungszeichen: In diesen Playoffs gelang ihm letzteres bisher deutlich regelmäßiger in der eigenen Halle. 29,5 Punkte und 6,7 Assists bei 51,2 Prozent aus dem Feld und 41,3 Prozent von der Dreierlinie waren es in Cleveland, 20,6 Punkte, 4,7 Assists, 41,4 Prozent aus dem Feld und 33,3 Prozent von der Dreierlinie waren es auswärts.

"Man darf nie den Mut verlieren"

"Sie haben ihren Heimvorteil verteidigt. Das verstehen wir", sagte Irving am Dienstag. "Mit 0-2 hinten auf dem Weg nach Hause, mit diesen Umständen muss man leben. Man darf deswegen aber nicht den Mut verlieren. Man darf nie den Mut verlieren, egal, wie es aussieht. Wir verstehen, wer wir sind, und wir werden den Kurs halten."

Cavs-Fans können sich immerhin daran klammern, dass Irving letztes Jahr in den ersten beiden Spielen noch deutlich schlechter war als heute, bevor er in Spiel 3 erstmals explodierte. Das mag ein etwas merkwürdiger Strohhalm sein - aber die Optionen sind eben limitiert.

Und auch wenn Kyrie kein Spieler ist, der im Stile von LeBron eine komplette Serie an sich reißen kann, weiß man seit dem letzten Jahr Folgendes: Er kann selbiges zumindest in einzelnen Spielen tun. Spiel 3 wäre dafür ein ziemlich guter Zeitpunkt.

Kyrie Irving im Steckbrief

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