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J.R., bitte zum Dienst melden!

Von Robert Arndt
Samstag, 03.06.2017 | 12:57 Uhr
J.R. Smith markierte in Spiel 1 lediglich drei Punkte
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Die Cleveland Cavaliers waren in Spiel 1 bei den Golden State Warriors absolut chancenlos. Dies hatte auch mit den schwachen Leistungen der Rollenspieler zu tun. Vor allem J.R. Smith erwischte einen rabenschwarzen Tag. Ist der Shooting Guard in dieser Serie überhaupt noch tragbar für den amtierenden Champion?

Es begann doch recht vielversprechend für die Cleveland Cavaliers. J.R. Smith verwandelte aus der linken Ecke einen verdammt wilden Dreier. Nach 90 Sekunden waren es die ersten Punkte der Partie und somit die Führung für den amtierenden Champion. Es war genau das, was die Cavs brauchten, um den Juggernaut von der Westküste in Bedrängnis zu bringen. Spoiler: Es waren die letzten Zähler des Scharfschützen im Spiel.

Verwundern sollte dies nur wenig. War Smith im vergangenen Jahr noch eine verlässliche Scoring Option, so reduzierte sich in dieser Saison seine Produktion essentiell. Der Shooting Guard absolvierte lediglich 41 Spiele, geschuldet der Tatsache, dass er erst während der Saison einen neuen Vertrag unterschrieb und sich außerdem mit Verletzungen herumplagte.

War Smith in den Jahren zuvor die ultimative Mikrowelle, der auch mal einen wilden Pullup-Jumper im Eins-gegen-Eins treffen konnte, verkommt das frühere Enfant terrible mehr und mehr zum Statisten in der Ecke. Zwar klebt an ihm noch immer der Ruf eines Scharfschützen, der nicht frei stehen gelassen werden darf, große Gefahr strahlt der inzwischen 32-Jährige aber nicht mehr aus.

Der vergessene Teil der Offense

So konnte sich Stephen Curry in Spiel 1 immer wieder Pausen genehmigen, während Klay Thompson sich (erfolgreich) gegen Kyrie Irving aufrieb. Auch das System der Cavs spielte den Dubs in die Karten. Die Spieler um LeBron und Kyrie Irving bewegten sich nur wenig, wodurch die Warriors nur wenig rotieren mussten. Offene Würfe für J.R. waren Fehlanzeige. Er stand zumeist brav in den Ecken, große Anstalten einen Versuch zu bekommen, machte er nicht. Seine Hände waren zumeist nicht einmal fangbereit.

Am Ende standen magere vier Field Goal Versuche und drei Zähler im Boxscore (dazu 0 Rebounds, 0 Assists). Die Big Three um LeBron, Kyrie und Kevin Love verbuchten dagegen 55 der 86 Wurfversuche. Zum Vergleich: In den Finals des vergangenen Jahres ballerte Smith knapp zehn Mal auf den Korb und legte rund 10,5 Punkte auf, darunter auch ein starkes Spiel 3 mit 20 Zählern und fünf verwandelten Dreiern.

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Dass Smith zumindest den Long Ball noch treffen kann, ist unbestritten. Aus dem Catch-and-Shoot trifft er weiterhin mindestens die Hälfte seiner Würfe. Nur: Die Cavs verstanden es nicht, den Shooter ohne Gewissen in regelmäßigen Abständen zu finden. So hatte Smith in über 28 Minuten Spielzeit magere 17 Touches.

Überraschend war das nicht. Die Cavs positionierten auf der Weakside meist drei Spieler am Perimeter, während LeBron zumeist auf der anderen Seite ein Pick-and-Roll mit seinem Big lief und so mehr Platz für seine Drives hatte. Auf seinem patentierten Pass crosscourt waren die Warriors aber eingestellt und unterbanden dies geschickt.

Zweifelhafte Defense

Smith wirkte teilnahmslos und auch frustriert. Nach der Pause schien es, als wollte er es zu sehr erzwingen und leistete sich in den ersten drei Ballbesitzen der Cavs zwei Ballverluste, als der zunächst gegen Curry aufposten wollte und sofort gedoppelt wurde. Es folgte wenige Momente später ein dämlicher Schubser in den Rücken des Warriors-Guards. Die Dubs starteten zu diesem Zeitpunkt den vorentscheidenden 13:0-Lauf.

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Sollte Coach Ty Lue deswegen reagieren? Klar ist: Wenn Smith nicht scort, ist er quasi nicht zu gebrauchen und eine tickende Zeitbombe auf dem Court. Zumeist klebte er lediglich an Klay Thompson in der Defense, verschlief aber nicht nur einmal Switches, speziell nach Inbound-Plays der Dubs. Teils durfte er sich in der Defense gegen Stephen Curry versuchen. Gerade im Pick-n-Roll war der Erfolg mehr als überschaubar. Der zweifache MVP scorte nach Belieben.

Dass es auch Smith war, der im zweiten Viertel den Dunk von Kevin Durant in Transition zuließ, weil er lieber Curry an der Dreierlinie abschirmen wollte, war bezeichnend.

Auf der PK darauf angesprochen, verneinte Lue vehement, dass das Zustellen der Schützen der ultimative Gameplan gewesen ist. Warum auch? Wenn die Warriors an diesem Tag eine Schwäche hatten, dann, dass der (offene) Dreier nicht mit absoluter Zuverlässigkeit fallen wollte. 36 Prozent bei 33 Versuchen sind vernünftig, aber längst nicht das Niveau, welches die Dubs abrufen könnten.

Chance für Shump?

Doch welche Alternativen hat der Coaching-Stab der Cavs? Eine Möglichkeit könnte die Hereinnahme von Iman Shumpert sein. Dadurch würde mehr Defense ins Lineup gebracht werden. Shump ist in der Lage, über ein paar Minuten Curry zu nerven oder könnte auch auf dem Flügel mehr Stabilität bringen, wie er es zum Beispiel schon gegen die Indiana Pacers und Paul George gezeigt hatte.

Denn warum Irving fast das komplette Spiel gegen Curry verteidigte, bleibt auch das Geheimnis von Lue. Kyrie blieb wie gewohnt an fast jedem Pick hängen, Anpassungen auf Seiten des Champions waren kaum welche erkennbar.

Doch auch mehr Spielzeit für Shump birgt Risiken, wie gesehen im vierten Viertel. Offensiv kam auch von ihm sehr wenig (5 Punkte, 2/6 FG). Mit Thompson zusätzlich auf der Platte würden die Cavs quasi Drei-gegen-fünf am vorderen Ende des Feldes spielen.

Wie man es auch dreht, Coach Lue und sein Gefolge haben nun zwei volle Tage Zeit, Lösungen zu finden, um die Offense zum Laufen zu bringen (89,2 Punkte auf 100 Ballbesitze) und defensiv Antworten auf das vielköpfige Dubs-Monster zu finden. Die Personalie J.R. wird dabei sicher auch für einige rauchende Köpfe sorgen.

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