Die Spurs und Rockets vor Spiel 5

Das Warten auf den L-Train

Dienstag, 09.05.2017 | 13:45 Uhr
LaMarcus Aldridge zeigt in den Playoffs Licht und Schatten
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Die San Antonio Spurs und Houston Rockets liefern sich in den West Semis ein Duell auf Augenhöhe. Spiel 5 (heute Nacht, 2 Uhr live auf DAZN) könnte vorentscheidend werden. Bei den Spurs hängt viel davon ab, wie hochkarätig Kawhi Leonard unterstützt wird - es richten sich also alle Augen auf LaMarcus Aldridge.

Wer wird dieser Tage noch aus den San Antonio Spurs schlau? Das zweitbeste Team der Regular Season mit ewigem Contender-Status rumpelt durch die Playoffs - mit den viel zitierten zwei Gesichtern.

Mal treten sie wie die altbekannte, gut geölte Maschine auf, die jeden Gegner wie ein Lottery-Team aussehen lässt. Dann wieder wirken sie wie eine Rentnertruppe, dessen junger Star es nicht schafft, sein Team alleine zum Sieg zu tragen. In solchen Fällen wird es hässlich: Schon zum zweiten Mal - und für die Spurs ziemlich untypisch - ließen sie sich von den Rockets vorführen und mussten den 2-2-Serienausgleich hinnehmen.

Bereits gegen die Grizzlies in Runde eins kassierten die Texaner zwei unerwartete Niederlagen. Schon gegen den Underdog aus Memphis wurde deutlich, wie abhängig der fünffache Champion von Kawhi Leonard ist, der mit durchschnittlich 28 Punkten, 54 Prozent aus dem Feld und 49 Prozent von Downtown überragende Playoffs spielt. Ganz ohne Unterstützung kommt aber auch The Klaw nicht aus - und genau an dieser Stelle hapert es beim Team von Gregg Popovich.

Mike D'Antonis Taktik gegen den L-Train

Dabei gibt es mit LaMarcus Aldridge einen Spieler, der für diese Rolle vorgesehen ist. Doch LMA zeigt - wie eigentlich in seiner gesamten Zeit bei Spurs - Licht und Schatten, besonders gegen die Rockets. 29,6 Minuten steht er in den West Semis auf dem Feld (nur Leonard spielt in der Rotation eine größere Rolle), in denen er 15,3 Punkte und 6,5 Rebounds auflegt. Das ist zu wenig, auch, wenn er offensiv effizient agiert (50 Prozent FG).

Die Rockets verteidigen LMA bis dato sehr erfolgreich. Head Coach Mike D'Antoni weiß natürlich von der Vorliebe Aldridges, im linken Lowpost isoliert zu werden. Meist übernimmt dort Ryan Anderson den Job im Eins-gegen-Eins, der - so lautet wohl die Anweisung - einen Fadeaway aus der Halbdistanz in Kauf nehmen soll. Diesen trifft Aldridge längst nicht mehr so schlafwandlerisch sicher wie zu seinen besten Blazers-Zeiten, weshalb aus dieser Variante keine Spiele mehr entschieden werden.

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Gefährlich wird es für die Rocktets dann, wenn er Anderson in die Zone drückt, wo LMA zwei Abschluss-Varianten präferiert: Den Hakenwurf mit rechts oder einen Up-and-Under-Abschluss zur linken Seite, nachdem er mit rechts einen Wurf antäuscht.

Doch darauf hat sich Houston eine Antwort einfallen lassen, die besonders in Spiel 1 Früchte trug und auch beim jüngsten Erfolg in Spiel 4 teilweise zum Tragen kam. Geht Aldridge mit dem Rücken in Anderson hinein, macht dieser sehr offensichtlich die linke Schulter von Aldridge zu - nimmt ihm also den Abschluss mit rechts. LMA spürt das natürlich und will sich zur Baseline drehen. Darauf wartet die Defense quasi, sodass der L-Train von einem Hilfsverteidiger - oft der von David Lee, sofern dieser auf dem Feld steht - bereits empfangen wird, bevor es gefährlich wird.

Erzwungene Pässe, wenig Dreier

So muss er seine Postbewegung abbrechen und aus dem Double-Team heraus einen einfachen Pass suchen, meist raus auf den Flügel. Einfach auch deshalb, weil er nicht der versierte Passgeber ist wie beispielsweise sein Big-Man-Kollege Pau Gasol. Und: Houston macht generell die Zone dicht, auch ein James Harden lauert auf den Durchstecker zum Brett. Das können sie sich erlauben, weil die Dreierquote der Spurs in der laufenden Serie sehr bescheiden ist (33 Prozent 3FG gegenüber 38 Prozent bei den Rockets).

In Spiel 4 gelangen Aldridge lediglich vier erfolgreiche Abschlüsse aus dem Post, wovon zwei gegen James Harden entstanden, nachdem ein Mismatch für Aldridge kreiert wurde. Das ist zu wenig, vor allem angesichts der Tatsache, dass Pop nach dem bitteren Playoff-Aus von Tony Parker auf Punkte aus dem Lowpost setzt und genau darauf auch angewiesen ist.

Anderson als Center?

Denn dass Coach Pop groß spielen möchte, ist kein Geheimnis. Die Länge und Beschützerinstinkte am Korb von Aldridge und Gasol zu nutzen gehört zu der festen Taktik, Harden in Richtung Brett zu locken und ihn dort zu neutralisieren - was in Spiel 2 und 3 gut funktionierte. Die offensiven Rebounding-Qualitäten waren ebenfalls ein großer Faktor für die bisherigen zwei Siege gegen die Rockets.

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Bei der Niederlage in Spiel 4 hatte der Größenvorteil aber nur negative Auswirkungen, vor allem defensiv. LMA verteidigte oft Trevor Ariza, der ihn draußen hielt, sodass die Zone nur von einem Großen beschützt werden konnte. Dass Ariza auf die Vier rückt, könnte im weiteren Verlauf der Serie noch häufiger vorkommen - denn Rockets-Center Nene verletzte sich an der Leiste. Er wird die restlichen Playoffs verpassen.

Das wiederum bringt eine spannende neue Dimension in das Taktik-Duell der beiden Coaches. Aus mangelnden Alternativen sind die Rockets nun gezwungen, noch kleiner zu spielen. Ryan Anderson wird somit quasi zum Backup-Center. In diese Rolle schlüpfte er schon beim jüngsten Sieg und stellte sich selber und alle Beteiligten zufrieden.

Keine Antwort auf die Fastbreaks

Die Spurs müssen derweil eine noch wichtigere Frage beantworten als die, wie Aldridge besser eingesetzt werden kann. Sie lautet: Wie bekommen wir unsere Transition-Defense in den Griff? Diese war bei der 125:104-Pleite nämlich eine Katastrophe und der Hauptgrund für die Klatsche.

Ein Beispiel: Harden dribbelt in die Offense. Aldridge könnte sich ihm in den Weg stellen, wedelt stattdessen aber wild mit der Hand und orientiert sich zu seinem noch ungefährlichen Gegenspieler, was Harden mit einem Dunk bestraft. Solche Situationen gab es zuhauf, wobei es falsch wäre, auch in dieser Hinsicht allein Aldridge zu kritisieren.

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"Wenn man sich Ausschnitte von unserer Transition-Defense heute anschaut, sollte man alle unsere Spieler traden und mich feuern", war die gewohnt sarkastische Einschätzung von Pop, der dadurch sein komplettes Team in die Pflicht nahm.

Ein weiteres Werkzeug, das die Rockets anwenden und von den Spurs nicht konstant neutralisiert werden kann, ist das Pick-and-Roll. Seit Leonard vermehrt gegen Harden verteidigt, wurde es zwar dahingehend besser, dass nur noch selten geswitcht werden musste.

LMA zu langsam?

Doch auch der amtierende Verteidiger des Jahres kommt gegen den Bart nicht alleine klar. Deshalb setzt Pop oft auf die "Hedge&Recover"-Variante. Bei dieser kommt es zum kurzzeitigen Doppeln des Ballführers, der, so der Plan, seinen Drive abbrechen muss. Anschließend soll sich jeder wieder zu seinem ursprünglichen Gegenspieler orientieren. Doch gerade, wenn Ariza der Blocksteller ist, funktioniert das nicht wirklich, da der gelernte Flügelspieler zu schnell ist und - in Spiel 4 meist von Aldridge - nicht wieder erreicht werden konnte.

Jump Ball: Sind die Playoffs langweilig?

Bei all der Kritik am L-Train sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die Spurs immer noch alle Karten in der Hand haben und bei einer nun verbleibenden Best-of-Three-Serie den Heimvorteil ihr Eigen nennen. Und nicht nur Pop weiß, wie auf den einen oder anderen Rückschlag reagiert werden könnte - auch Aldridge.

Den Beweis erbrachte er in Spiel 3, in dem er routiniert 26 Punkte zum Sieg beitrug, die immer wieder durch simple Pick-and-Pops zustande kamen. Er hat aber mehr im Repertoire als das. Zeit, dass der L-Train das dauerhaft zeigt und ins Rollen kommt!

Das Playoff-Bracket im Überblick

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