NBA Playoffs: Die Rolle von Klay Thompson bei den Golden State Warriors

Der, der auf der Strecke bleibt?

Mittwoch, 24.05.2017 | 15:20 Uhr
Klay Thompson spielt offensiv bisher überschaubare Playoffs
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Die Golden State Warriors sind dominant und ungeschlagen in die Finals gerauscht. Einzig bei Klay Thompson scheint nicht alles rund zu laufen - der Scharfschütze schießt nicht mehr scharf. Allerdings: Extrem wertvoll ist er trotzdem!

Western Conference Finals, Spiel 1. Die Schlacht zwischen den Golden State Warriors und den San Antonio Spurs steht kurz vor der Entscheidung, nachdem die Dubs aus der Verletzung Kawhi Leonards Kapital geschlagen und einen 25-Punkte-Rückstand pulverisiert hatten.

2:18 Minuten vor dem Ende des vierten Viertels führen die zähen Spurs trotzdem mit einem Punkt, doch die Warriors haben den Ball. Stephen Curry läuft ein Pick-and-Roll mit Shaun Livingston, der in der Zone den Ball bekommt und im Augenwinkel Klay Thompson komplett frei an der Dreierlinie sieht.

Es folgt der Kickout-Pass, die Zuschauer raunen schon, schließlich ist Klay einer der besten Shooter der Welt. Die Nummer 11 fackelt nicht lange und drückt ab - doch statt des eigentlich üblichen "Splash" gibt es nur ein "Klong". Thompson trifft den Ring und im Gegenzug schaffen es die Spurs, zu punkten.

Garbage Time mit Klay

Der Rest der Story ist bekannt: Die Warriors gewinnen das verrückte Spiel trotzdem noch, da Curry in absoluter MVP-Form auftritt. Und Thompson? Der stand am Ende bei sechs Punkten und 2/11 Treffern aus dem Feld. Zur Erinnerung: Der Mann ist All-Star und einstiger Champion des Dreier-Contests.

Sein Auftritt in Spiel 1 war beileibe nicht der einzige in der laufenden Postseason, bei dem er im Dubs-Spektakel auf der Strecke blieb. Mit drei lockeren Sweeps ist sein Team in die Finals gerauscht, mit 118,3 Punkten pro Spiel und mit durchschnittlich 16,3 Zählern Vorsprung. Thompsons Ausbeute von 14,4 Punkten und 36 Prozent von der Dreierlinie passt da nicht wirklich ins Bild.

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Dabei haben die Warriors mit Interims-Head-Coach Mike Brown alles dafür getan, um ihn in den Rhythmus zu bringen. Oft war er der einzige Starter, der in der Garbage Time - wovon es zuletzt jede Menge gab - auf dem Feld blieb, um Distanzwürfe und Selbstvertrauen zu sammeln. Doch daraus wurde nichts: Sein Wurf findet einfach keine Konstanz.

Weniger Würfe in den Playoffs

Durch die überragende Präsenz von Curry und Kevin Durant ist allerdings auch die Rolle Thompsons generell etwas kleiner geworden. Seine Touches pro Spiel sind von 48 in der Regular Season auf 41 in den Playoffs gesunken, seine Wurfversuche von 17,6 auf 13,9. Für einen Shooter, der von seinem Rhythmus lebt, ist das schon ein Faktor und eine mögliche Erklärung für seine in der Offensive gesunkene Effizienz.

Allerdings wäre es komplett falsch, davon zu sprechen, dass die Warriors trotz der Wurfschwäche Thompsons noch ungeschlagen sind. Denn der 27-Jährige ist auf vielen anderen Ebenen extrem wertvoll für sein Team. "Es reicht schon, wenn er an der Dreierlinie Präsenz zeigt und anspielbereit ist", erklärt Brown. Der Ruf, den Thompson bei seinen Gegnern genießt, reicht aus, um für jede Menge Spacing zu sorgen. Nicht von ungefähr ist das Offensiv-Rating in den Playoffs mit Thompson auf dem Feld um knapp 10 Punkte besser als ohne ihn.

Darüber hinaus tritt er auch als Ballhandler in Erscheinung, der nicht mehr der letzte Abnehmer einer Passstafette, sondern vielmehr der Urheber einer solchen ist. "Er macht einen fantastischen Job mit seinen Drive-and-Kicks, wodurch er seinen Mitspielern Freiräume verschafft", sagt Brown.

Breakout-Game kann immer kommen

Was außerdem niemand vergessen sollte: Thompson ist einer der berüchtigsten Spieler, wenn es darum geht, ein Breakout-Game hinzulegen, an dessen Ende ein neuer persönlicher Dreierrekord oder einfach "nur" ein 40-Punkte-Spiel steht.

Fans der OKC Thunder seien an Spiel 6 der letztjährigen Western Conference Finals erinnert: Nachdem er in drei Spielen zuvor nur 29 Prozent von draußen getroffen hatte (bei durchschnittlich 9 Versuchen!), explodierte er beim Gastspiel in OKC aus dem Nichts und wurde mit 41 Punkten bei 11/18 Dreiern zum Helden für die Dubs. Seine Würfe traf er mit teilweise hanebüchener Fußstellung nahezu vom Parkplatz - also sollte jeder gewarnt sein, falls er plötzlich auch dieses Jahr solch einen Rhythmus hat.

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Coach Brown sieht - wie es Coaches nun einmal tun - ohnehin das große Ganze, schaut also auf beide Seiten des Courts. "Offensiv mag seine Statline nicht so gewesen sein, wie die Leute es von ihm erwarten", analysierte er nach Spiel 1 gegen die Spurs. "Aber wenn man sich das Spiel noch einmal auf Video anschaut, wird man sehen: Defensiv war er ein Monster."

Dieses Monster hatte die Aufgabe erhalten, Spurs-Point-Guard Patty Mills übers ganze Feld zu jagen. Die Warriors wussten nämlich, was für eine Gefahr vom quirligen Australier ausgeht: Die Spurs-Bilanz in der Regular Season stand bei 36-2, wenn Mills mehr als 10 Punkte erzielt. Besonders in der Transition galt es, ihn auszuschalten.

Statistischer Einfluss? Egal!

Und Thompson machte genau das. Er ließ den 28-Jährigen nie aus den Augen, war meist vor ihm auf der anderen Parkett-Seite und nahm ihm somit einfache Würfe. Um diverse Screens ließ er ihn auch nicht entweichen, wodurch der 1,83-Meter-Mann nie ins Spiel fand und eine hohe Fehlerquote hatte. Am Ende stand er bei fünf Punkten (1/8 FG) in 37 Minuten und steigerte diese Leistung im restlichen Verlauf der Serie nicht wirklich. Denn Thompson ließ es einfach nicht zu.

Neben Alpha-Tier Draymond Green und dem "neuen" Ringbeschützer Durant wird Thompson als Elite-Verteidiger gerne vergessen, der im Backcourt neben Curry einen Großteil der Drecksarbeit verrichtet. Da ist es völlig normal, dass es Phasen gibt, in denen durch die in der Defense verbrauchte Energie der offensive Touch flöten geht.

"Die Warriors sind das selbstloseste Team, gegen das ich je gespielt habe", lobte Guru Gregg Popovich nach dem Aus seiner Spurs gegen eben jenes Konstrukt. Die aktuelle Rolle von Thompson passt perfekt in diese Aussage, da er sich für das Team opfert und deshalb an (statistischem) Einfluss einbüßt.

Ihm selber ist das ohnehin egal: "Ich konzentriere mich nur darauf, uns 16 Siege in den Playoffs zu beschaffen. Letztes Jahr hatte ich persönlich eine großartige Postseason, besonders statistisch. Aber das zählt absolut nichts, wenn wir am Ende das entscheidende Spiel verlieren. Daran lasse ich mich messen." Er würde also vermutlich auch eine Trefferquote von 5 Prozent unterzeichnen, solange seine Kollegen weitermachen, wie bisher.

Das Playoff-Bracket im Überblick

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