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NBA-Playoffs: Früherer Golden State Warriors-Star Jason Richardson im Interview

"Wir kannten jeden Move von Dirk"

Montag, 22.05.2017 | 12:35 Uhr
Jason Richardson gewann mit den Warriors 2007 sensationell gegen die Mavericks
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SPOX: Sie haben es schon angesprochen: Heute sind die Warriors das Superteam, damals galt die Franchise noch als ähnlich chaotisch wie die Kings heute. Denken Sie, dass in der "We believe"-Ära der Grundstein für den heutigen Erfolg gelegt wurde, auch wenn sie nur kurz andauerte?

Richardson: Ich glaube ja. Die Franchise hat auch danach noch falsche Entscheidungen getroffen, es ist nicht so, dass wir alles auf einmal geheilt hätten. Aber ich glaube, dass man nach und nach verstanden hat, wie wichtig es ist, dass die Spieler wirklich zusammenpassen und dass sie wirklich für dieses eine Team spielen wollen. Jack, Baron und ich, wir hatten eine Bindung, die man sonst eher von Championship-Teams kennt. Vorher und teilweise auch danach liefen in Golden State Typen mit einer Verlierer-Mentalität herum, wir haben das geändert. Und auch die Franchise hat dadurch noch einmal gemerkt, wie sehr man die Fans elektrisieren kann, wenn man eine Mannschaft von Charakteren und Gewinnertypen aufstellt. Auch das führte meiner Meinung nach dazu, dass sie spätestens seit 2009 (Stephen Curry) wirklich gut gedraftet haben und beispielsweise einem Typen wie Draymond Green in der zweiten Runde eine Chance geben konnten. Die ganzen Fehler, die sie früher regelmäßig gemacht haben, sind mittlerweile abgestellt, und aus mehreren ihrer Picks wurden echte Superstars. Die Resultate sieht man heute.

SPOX: Für Sie ging es danach allerdings weniger glamourös weiter - sie wurden 2007 zu den Bobcats getradet. War der Trade hart für Sie?

Richardson: Es war nicht leicht für mich, keine Frage. Ich hatte zuvor meine gesamte Karriere in Golden State verbracht und musste dann weg, als wir endlich einen Durchbruch hatten - ich wollte die Bay Area nie verlassen. Allerdings ist das eben die NBA, ein Business, in dem man nicht immer das bekommt, was man gerade möchte. Die Warriors hatten ja zwei Jahre zuvor Monta Ellis gedraftet und da er immer besser wurde, sollte er der Shooting Guard der Zukunft sein, mich "brauchte" man dann nicht mehr. In Charlotte lief es für mich persönlich zwar gut (21,8 Punkte in der Saison 07/08, d. Red.), aber als Team waren wir richtig schwach und holten nur 32 Siege. Klar, dass das nicht einfach war. Ich habe es aber natürlich nicht persönlich genommen, denn so funktioniert das Geschäft einfach.

SPOX: In der nächsten Saison ging es dann direkt weiter nach Phoenix, wo Sie 2010 die Conference Finals erreichten. Können Sie beschreiben, wie sich das Spiel für einen Scorer wie Sie verändert, wenn man mit einem Point Guard wie Steve Nash zusammenspielt?

Richardson: Es war niemals einfacher für mich. Nash war einer der besten Point Guards überhaupt und hat mir mehr offene Würfe verschafft, als ich davor in meiner gesamten Karriere hatte. (lacht) Das war wirklich wie eine Offenbarung. Zudem hatten wir damals eine ähnlich gute Chemie wie am Ende in Golden State, mit Nash, Amar'e Stoudemire, Goran Dragic, Grant Hill und einigen anderen - einfach alles Jungs, die gerne zusammenspielten und noch einmal alles für einen Titel opfern wollten. Leider hat es gegen Kobe in den Conference Finals dann nicht mehr ganz gereicht.

SPOX: Näher kamen Sie einem Titel nicht mehr, Ihre letzten Jahre verbrachten Sie bei den 76ers, wo Sie verletzungsbedingt eine komplette Saison aussetzen mussten. Gerade am Ende wurde dort sehr offensichtlich alles dafür getan, so viele Spiele zu verlieren wie möglich. Wie erlebt man das als Veteran?

Richardson: Es ist schon eine sehr merkwürdige Situation. Als Basketballspieler willst du ja gewinnen, aber es entgeht dir natürlich nicht, wenn dich dein Front Office mehr oder weniger offensichtlich sabotiert. Wer zu gut spielte, wurde abgegeben - als Spieler bist du da machtlos. Ich habe einfach versucht, den jungen Spielern gut zuzureden und ihnen klarzumachen, dass so nicht ihre gesamte Karriere aussehen wird. (lacht)

SPOX: Denken Sie, dass sich die Sixers mittlerweile wieder in die richtige Richtung bewegen?

Richardson: Ich denke schon. Mit Hilfe der vielen Trades und Lottery Picks haben sie mittlerweile viel Talent im Team, wobei wir natürlich sehen müssen, wie fit Joel Embiid und Ben Simmons tatsächlich sein werden. Sollten beide gesund bleiben, könnte Philly in den nächsten paar Jahren ziemlich schnell wieder ein erfolgreiches Team werden.

SPOX: Die Zeit rennt - daher nur noch zwei schnelle Fragen: Sie haben mehrfach den Slam Dunk Contest gewonnen, wer ist heute für Sie der beste Dunker der Liga?

Richardson: Auch wenn er dieses Jahr nicht so gut war, würde ich Aaron Gordon nehmen. Sein Dunk beim Contest 2016 war einer der besten, die ich jemals gesehen habe. Und er hätte damit auch gewinnen müssen! Ich konnte es nicht glauben, als ich das Ding gesehen habe.

SPOX: Verständlich. Letzte Frage: Wer wird Meister?

Richardson: Die Warriors. We believe. (lacht)

Das Playoff-Bracket im Überblick

Seite 1: Richardson über die Basketball-Revolution und "We believe!"

Seite 2: Richardson über die heutigen Warriors und den Rest seiner Laufbahn

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