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Abschuss! Wizards übernehmen die Kontrolle

Von Dirk Funk
Montag, 08.05.2017 | 03:29 Uhr
John Wall war nicht zu stoppen
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Mit einer überragenden Energieleistung dominierten die Washington Wizards Spiel 4 der East Semis gegen die Boston Celtics und konnten auf heimischen Parkett die Serie 2-2 ausgleichen. Am Ende hieß es 121:102 (BOXSCORE).

Falls es das sagenumwobene Momentum im Basketball tatsächlich gibt, dann hat es sich einen gemütlichen Platz im Lager der Wizards gesucht. Mit einem unglaublichen 26:0-Lauf im dritten Viertel entschied Washington das Spiel und sah dabei zu, wie Boston in sich zusammenfiel.

Dabei sprach in der ersten Halbzeit noch relativ viel für einen Sieg der Gäste. Isaiah Thomas kam brandheiß in das Spiel und konnte in den ersten beiden Vierteln bereits fünf Dreier verbuchen (5/6 3FG). Aber auch Thomas konnte sein Formhoch nicht halten, kühlte ab und beendete die Partie mit 19 Punkten (7/14 FG), 5 Assists und 6 Ballverlusten.

Washington konnte auf eine überragende Leistung seiner Startaufstellung zählen. Otto Porter (19 Punkte, 7/9 FG, 4 Steals), Markieff Morris (16 Punkte, 10 Rebounds, 3 Steals) und Marcin Gortat (4 Offensivrebounds) überzeugten mit einer unglaublichen Energie und dominierten die hilflose Frontline der Celtics. Bradley Beals Wurf war den ganzen Abend lang butterweich (29 Punkte, 11/16 FG) und John Wall (27 Punkte, 8/25 FG, 12 Assists, 5 Steals) überragte trotz Anfangsschwierigkeiten mit Spielwitz, unmenschlicher Schnelligkeit und purem Willen.

Markieff Morris (Wizards): "So einen Run haben wir jedes Spiel im Tank. Einfach weiter Druck machen, die Führung auf 50 Punkte erhöhen, wenn es möglich ist - das ist die Einstellung, die wir heute alle hatten, fand ich."

Brad Stevens (Coach Celtics): "Wenn man Ballveluste gegen dieses Team hat, würde man gerne den Ball auf die Tribüne schießen, damit man zumindst Zeit hat, seine Defensive aufzustellen. Ihre Transition-Angriffe haben uns heute fertig gemacht."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Brad Stevens schraubte mal wieder an der Startaufstellung und setzte erneut auf eine größere Variante mit Amir Johnson. Neben ihm agierten zunächst Isaiah Thomas, Avery Bradley, Jae Crowder und Al Horford. Washington begann die Partie wie gewohnt mit John Wall, Bradley Beal, Otto Porter, Markieff Morris und Marcin Gortat.

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1. Viertel: Washington prägte eine hektische Anfangsphase, indem sie sich immer wieder zweite Chancen am offensiven Brett erarbeiten konnten. Vor allem Wall, Beal und Morris vergaben aber mehrmals überhastet und die Celtics kamen durch Einzelaktionen von Thomas wieder in das Spiel. Boston war sehr aktiv und effektiv in der Defensive, einzig Porter (10 Punkte) war im ersten Durchgang nicht in den Griff zu bekommen. 24:20 Celtics.

2. Viertel: Mit Dreier Nr. 4 und 5 von dem brandheißen Thomas bauten die Celtics die Führung weiter aus. Zwei spektakuläre Aktionen von Buhmann Kelly Olynik brachten dann erstmals eine zweistellige Führung. Mit Thomas auf der Bank stagnierte die Celtics-Offensive und auf der anderen Seite drehte Wall nach seinem Katastrophenstart allmählich auf. Wall erzielte 14 Punkte im Viertel und konnte seine Mannschaft mit einem Gleichstand in die Halbzeit führen: 48:48.

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3. Viertel: 26:0! Mit einem unglaublichen Lauf schockierten die Wizards Boston und jeden objektiven Zuschauer. Mit giftiger Verteidigung provozierten sie unzählige Ballverluste, Shotclock-Violations und weitere Fehler der Celtics und überranten sie dann schlichtweg in der Transition. Wall setzte seine Mitspieler meisterhaft ein und sorgte für diverse Highlights. Nach knapp sieben Minuten im Gefrierfach konnte Horford dann mal wieder punkten. Washington blieb aber auf dem Gas und konnte eine komfortable Führung in das Schlussviertel mitnehmen: 90:68 Wizards.

4. Viertel: Boston verpasste es nochmal, eine ernsthafte Aufholjagd einzuleiten und so diente das Schlussviertel mehr als Bühne für Ersatzspieler, sich Minuten für Spiel 5 zu verdienen. Terry Rozier war dabei der beste und aktivste Celtic. Nachdem Thomas sich ein Technisches Foul abholte, durfte er dann mit noch knapp sieben Minuten zu spielen einen sehr frühen Feierabend machen. Für Washington konnten sich Beal und Bojan Bogdanovic dann noch ein wenig Selbstbewusstsein durch erfolgreiche Offensivaktionen holen. 121:102 Wizards.

Game 4: Wizards vs. Celtics: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: John Wall. Die durchwachsene Wurfquote täuscht über die alles überragende Leistung von Washingtons All-Star hinweg. Wall verwarf jeden seiner ersten neun Versuche, ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Als antreibende Kraft des 26:0-Laufs war er der spielentscheidende Mann.

Der Flop des Spiels: Avery Bradley. In einem schwachen Celtics-Kern enttäuschte der Defensivexperte besonders. Seine Versuche, Wall und Beal das Leben schwer zu machen, verpufften und offensiv hätte man am ehesten von ihm ein wenig Entlastung für Thomas erwartet. Mit 5 Punkten (2/9 FG) und 4 Ballverlusten bei einem Assist spielte er eine desolate Partie.

Das fiel auf:

  • Die Art und Weise, wie die Celtics während des 26:0-Laufs der Wizards zusammenbrachen, war schlichtweg erschreckend. Während Washington in den ungefähr sieben Minuten 13 Mal auf den Korb warf und so gut wie alles traf, verzeichneten die Celtics mehr Ballverluste (6) als Korbwurfversuche (5). Die Phase erinnerte an die Spiele 1 und 2 der Serie gegen die Chicago Bulls, als ein emotional angeschlagener Isaiah Thomas eine Mannschaft ohne Anführer hinterließ. Thomas muss sich den Vorwurf machen lassen, dass ihm das Spiel aus der Hand glitt, jedoch machte wirklich keiner seiner Mitspieler Anstalten, Verantwortung während dieser kritischen Phase zu übernehmen.

  • Boston verpasste es, eine schwache erste Hälfte der Wizards auszunutzen. Washington wirkte phasenweise nervös und planlos. Die offensive beschränkte sich im Prinzip auf zwei Optionen: Entweder brachte John Wall den Ball mit Mach 3 nach vorne und versuchte sich an wilden Korblegern, oder die Wizards versuchten verkrampft, Thomas in der Defensive ausfindig zu machen und seine körperlichen Unzulänglichkeiten auszunutzen. Dabei kamen meist erzwungene Würfe bei rum und Thomas machte vor allem in Post-Up-Situationen einen guten Job, seinen zwar kurzen aber bulligen Körper dagegenzuhalten.
  • Brad Stevens würfelte seine Rotation für dieses Spiel ordentlich durcheinander. Gerald Green wurde für Johnson ausgetauscht, um gegen die physische Frontline der Wizards besser gegenzuhalten. Der Plan ging nicht wirklich auf. Johnson war gegen Gortat hoffnungslos unterlegen und ließ immer wieder zweite Chancen zu. Green bekam erst eine Chance, als es schon zu spät war und auch Terry Rozier, der in den Spielen zuvor wichtige Minuten spielte, kam womöglich erst zu spät in die Partie. Rozier war einer der wenigen Celtics, der einen sichtbar positiven Effekt auf seine Mannschaft hatte.

  • Die großen Jungs der Celtics enttäuschten durch die Bank und wurden von der Energie der Wizards übermannt. Al Horford offenbarte erneut Probleme beim Kampf um die Bretter und nahm in der Offensive auch nur selten teil. Olynik machte ein gutes Spiel in der Offensive, schaffte es in seinen 23 Minuten aber nicht einen Abpraller einzusammeln.

Das Playoff-Bracket im Überblick

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