Myles Turner als Anker der Indiana Pacers

Das vergessene Einhorn

Mittwoch, 19.04.2017 | 13:26 Uhr
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Myles Turner ist 21 Jahre alt und absolviert seine zweite Saison - trotzdem ist er bereits jetzt der zweitwichtigste Spieler der Indiana Pacers. Will man gegen die Cavaliers noch irgendetwas reißen, muss Turner sich unbedingt steigern. SPOX hat den Big Man getroffen und stellt ihn vor.

Paul George hat es sich in den letzten Tagen zur Angewohnheit gemacht, öffentlich über seine Mitspieler zu sprechen - auch wenn er am Mittwoch sagte, es sei "ignorant", dies als Kritik zu werten. C.J. Miles wurde gescholten, weil er in Spiel 1 den letzten Wurf nahm. Lance Stephenson wurde gescholten, weil er sich in Spiel 2 wie Lance Stephenson verhielt. Und auch über seinen jüngsten Mitspieler hatte PG-13 nach Spiel 2 etwas zu sagen.

"Wir brauchen es einfach, dass Myles sich Tristan [Thompson, d. Red.] mehr in den Weg stellt und ihn von den Brettern fernhält", sagte George über den 21-jährigen Center. "Er muss sich im Post zeigen. Es muss ihm bewusst sein, dass er jetzt den nächsten Level erreichen muss. Wir werden weiterhin mit ihm arbeiten. Ich liege ihm damit schon die ganze Zeit in den Ohren. In dieser Liga muss man sich finden, muss ständig wachsen. Er ist noch jung und muss noch lernen. Wir helfen ihm dabei."

Ist die Kritik berechtigt? Ohne Frage. Turner sah in den ersten beiden Spielen alles andere als gut aus. Seine Werte bisher: 8,5 Punkte, 6,5 Rebounds, 36,4 Prozent aus dem Feld. Die 2,5 Steals und 2 Blocks pro Spiel sind ordentlich, aber irreführend: Turner wirkte bisher offensiv wie defensiv ängstlich, sorgte kaum für Rim-Protection und ging vor allem im Kampf um die Rebounds gegen Thompson unter.

Ist die Kritik fair? Das ist schwieriger zu beantworten. Turner steht in seiner zweiten Saison und darf erst seit dem 24. März legal ein Bier bestellen. Er ist noch verhältnismäßig grün hinter den Ohren. Dass George ihn mit seiner Kritik so hervorhob, zeigt allerdings, wie wichtig er trotzdem schon für Indiana ist. Turner ist trotz seines Alters längst unverzichtbar für die Pacers.

"Ich lerne immer noch"

14,5 Punkte, 7,2 Rebounds und 2,1 Blocks hat Turner in der Regular Season aufgelegt, wobei er erst seit dieser Saison den Vollzeit-Center in Indiana gibt. Zwar ging ihm zum Ende der Saison etwas die Luft aus, dennoch schwang er sich mit seinen Auftritten zum absoluten Leistungsträger auf - obwohl er sich noch nicht komplett wohl mit der neuen Rolle fühlte.

"Meine größte Herausforderung in diesem Jahr war es, von Power Forward auf Center zu wechseln", sagte Turner zu SPOX. "Ich lerne immer noch, ein richtiger Defensivanker zu sein. Die defensive Komponente unterscheidet die Positionen extrem, ich habe eine ganz andere Verantwortung und muss jetzt die Verteidigung anführen."

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Statistisch gesehen ist ihm das bereits recht gut gelungen. In Korbnähe zwang Turner seinen Gegenspielern eine um 8,5 Prozent schlechtere Quote in im Vergleich zum Liga-Durchschnitt auf, wenn sie gegen ihn abschließen wollten - das ist zwar noch kein Draymond-Green-Wert (-13,5 Prozent), dafür aber beispielsweise besser als Dwight Howard (-7,1) oder DeAndre Jordan (-5,2).

Dazu sei angemerkt, dass die Pacers gerade auf den kleinen Positionen mit Jeff Teague und Monta Ellis häufig mit absoluten Minus-Verteidigern agierten und dass auch Thaddeus Young nicht gerade für seine Defense bekannt ist. Das immerhin mittelmäßige Defensiv-Rating (108,8, Platz 16) ist vor allem dem Impact von Turner und natürlich George geschuldet.

Nicht durch die Position definiert

Die Defense ist allerdings nicht die einzige Komponente, die Turner mit George verbindet. Er ist auch offensiv bereits Leistungsträger und nach George und Teague der drittbeste Scorer des Teams - und das nicht etwa als reiner Müllmann. Turner hat den Dreier im Repertoire (34,5 Prozent 3FG) und sorgt bisweilen für das Spacing, das den Pacers gerne mal abgeht. Er muss dabei zwar noch konstanter werden, aber seine Quoten (51/35/81) zeugen schon jetzt von der in der heutigen NBA so gern gesehenen Vielseitigkeit.

"Ich sehe mich nicht durch meine Position definiert. Ich will alles können: werfen, dribbeln und natürlich die klassischen Big-Man-Aufgaben beherrschen", sagte Turner zu SPOX. "Ich denke, das ist die Zukunft der NBA. Es ist einfach eine andere Generation und ein anderer Aufgabenbereich als das, was früher von Big Men erwartet wurde."

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Turner, der Kevin Durant und LaMarcus Aldridge als seine basketballerischen Vorbilder bezeichnet, ähnelt mit seinen Fähigkeiten Karl-Anthony Towns und vor allem Kristaps Porzingis, die beide ebenfalls in seinem Jahrgang gedraftet wurden. Dennoch wird normalerweise nur über die beiden gesprochen, wenn es um die "Einhörner" der NBA geht, also Big Men, die den Ring beschützen und schießen können.

Vergleichbar mit Porzingis

In Towns' Fall ist das verständlich - der Timberwolf ist ein Superstar. Porzingis und Turner hingegen sind statistisch sehr nah beieinander. Der Lette punktet mehr (18,1 PPG) und wirft mehr Dreier, ist dabei aber weniger effektiv (45/36/79) als Turner. Rebounds und Blocks halten sich in etwa die Waage. Als Ringbeschützer ist Porzingis effektiver (-11,2 Prozent), wird als Power Forward aber auch seltener "herausgefordert" als Turner.

Porzingis' Upside ist höher als die von Turner, aber wie gesagt: Von der bisherigen Produktion her unterscheiden sich beide nicht gewaltig. Turner steht zudem zum zweiten Mal in zwei Jahren als Leistungsträger in den Playoffs, während Porzingis mit dem Knicks'schen Zirkus erneut in der Lotterie vorspielen muss. Dennoch sind die gelegentlichen NBA-Fans davon überzeugt, dass Porzingis ein Star ist, während sie den Namen Myles Turner häufig noch nie gehört haben.

"Natürlich bin ich der Meinung, dass ich übersehen werde", sagte Turner zu SPOX, "aber das gilt für unser gesamtes Team. Wir spielen eben in einem der kleinsten Märkte, deswegen darf man darauf nicht so viel geben. Ich bin selbstbewusst und habe nicht das Gefühl, dass ich mich vor anderen verstecken muss."

Kaum Zuschauer für die Pacers

Der kleine Markt ist im Falle der Pacers tatsächlich ein wichtiger Faktor. Vergangene Woche gab SportsMediaWatch bekannt, dass die Pacers bei im nationalen Fernsehen gezeigten Spielen dieser Saison den niedrigsten Zuschauerdurchschnitt ALLER Teams hatten, während bei den Jüngern der Triangle Offense die fünftmeisten Zuschauer einschalteten. Natürlich spielt das eine Rolle bei den Leuten, die nicht ohnehin mit dem League Pass die gesamte NBA verfolgen.

Aktuell hat Turner dagegen erstmals die Chance, sich wirklich einem großen Publikum zu zeigen. Zwar spielte er auch vergangene Saison schon Playoffs, eine Serie gegen Toronto ist aber natürlich kein Quotenmagnet wie das Duell gegen den amtierenden Champion mit dem meistdiskutierten Spieler seit Michael Jordan.

In den ersten beiden Spielen verlief dieses Duell nicht zum Vorteil von Turner - weder das mit den Cavs im Allgemeinen noch das mit LeBron James im Speziellen. Die Szene, die bisher von Turner in Erinnerung bleiben wird, stammt aus der Schlussphase von Spiel 2, als Turner hochging und von James autoritär abgeräumt wurde.

Get that weak sh*t outta here!

Zu allem Überfluss schüttelte LeBron im Anschluss auch noch angewidert den Kopf, nach dem Motto: "Mit so einem halbherzigen Mist brauchst du hier nicht anzukommen, Kleiner." Auf der größten Bühne ist eigentlich kein Platz für ein 21-jähriges "Kind" wie Turner.

Doch dieses Kind hat die Erwartungen an ihn schon öfter übertroffen. Bei seinem Wechsel auf die Fünf oder auch bei seiner ersten Playoff-Teilnahme, als er in sieben Spielen 23 Würfe blockte und damit den höchsten Schnitt (3,3) aller Spieler hinlegte. Es hat schon seine Gründe, warum George und auch Coach Nate McMillan in der Zukunft so viel von Turner erwarten.

George hat bei den beiden Niederlagen in Cleveland individuell genau das geliefert, was man von ihm erwarten durfte: 30,5 Punkte, 6,5 Rebounds, 7 Assists, 48,7 Prozent aus dem Feld und 55,6 Prozent von der Dreierlinie. Die Pacers werden die Cavs aber nicht ärgern können, wenn nicht auch ihr zweitwichtigster Spieler noch ein wenig schneller reift und sein individuelles Potenzial abrufen kann.

Myles Turner im Steckbrief

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