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Paul Zipser im Interview

"Alle sind richtig hibbelig“

Sonntag, 16.04.2017 | 11:35 Uhr
Paul Zipser freut sich auf seine ersten Playoffs
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Paul Zipser hat mit den Chicago Bulls den Playoff-Einzug in der NBA geschafft. Im Interview spricht der deutsche Rookie über seinen fulminanten Saisonabschluss, die Erwartungen vor der Serie gegen die Boston Celtics, seine Verteidigung und das Kribbeln in der gesamten Organisation.

SPOX: Paul, Sie hatten im abschließenden Spiel der Regular Season mit 21 Punkten einen großen Anteil am Playoff-Einzug. Warum lief es auf einmal so gut?

Paul Zipser: Die Tage davor hatte ich einen richtigen Energieschub und das hat sich dann auf das Spiel übertragen. Ich habe oft den Ball bekommen, wenn ich offen war und konnte einige Würfe versenken. Und es ist mir gelungen, meine Intensität im Vergleich zu den Spielen davor noch ein wenig zu steigern. Ich habe gemerkt, dass ich nicht immer die gleiche Energie bringen konnte, das hing von unterschiedlichen Faktoren ab. Und gerade in den letzten zwei, drei Spielen habe ich versucht, nochmal alles rauszuholen. Es ging für uns um alles. Dass es dann natürlich 21 Punkte werden, hätte ich auch nicht gedacht.

SPOX: Hat Coach Fred Hoiberg Ihnen in dem Spiel dann auch irgendwann komplett Grünes Licht gegeben?

Zipser: Komplett Grünes Licht habe ich sowieso nicht. (lacht) Das muss ich mir erst noch erarbeiten. Aber wenn ich den Ball habe, habe ich generell schon relativ viele Freiheiten. Das bedeutet, ich soll attackieren und werfen. Das war aber schon länger der Fall. Natürlich kann man es nicht immer umsetzen, es kommt ja auch auf die Situation an. Aber wenn ich die Möglichkeit habe, bin ich aggressiv.

SPOX: Sie hatten mir beim letzten Gespräch in Washington gesagt, dass die Verletzung von Dwyane Wade Sie im Kampf um die Playoffs hart trifft, nun kam er doch noch rechtzeitig zum Schlussspurt zurück. Wie hat sich das aufs Team ausgewirkt?

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Zipser: Er hat alles gegeben, um noch vorher zurückzukommen. Das zu sehen, im Training und im Spiel, hat uns alle gepusht. Gerade wenn ein Star sich durch Schmerzen kämpft und sich regelrecht für das Team aufopfert, um das Comeback zu schaffen, da sieht man als junger Spieler besondere Charakterstärke. Und er hatte sogar noch ein paar Spiele, um seinen Rhythmus wiederzufinden. Ihn vom ersten Spiel an dabei zu haben, ist unersetzlich.

SPOX: In der Nacht auf Montag startet sie nun: Ihre erste Playoff-Serie. Mit welchen Erwartungen reisen Sie nach Boston?

Zipser: Ich erwarte, dass es zwei intensive Spiele in Boston werden, es ist natürlich eine ganz neue Erfahrung für mich. Und dann gerade bei den Celtics, die eine große Historie in ihrer Arena haben. Ich freue mich einfach nur riesig darauf und wir wollen mindestens einen Sieg aus Boston mit nach Hause nehmen. Wir sind gut vorbereitet, aber sie sicher auch. Ich werde alles geben, damit wir die Spiele gewinnen und ich gehe davon aus, dass das eine Serie wird, die ich mein Leben lang nicht mehr vergesse. Es ist schließlich meine Playoff-Premiere.

SPOX: Ihre Gegenspieler heißen die meiste Zeit vermutlich Jae Crowder, Amir Johnson, Jaylen Brown, Kelly Olynyk und Jonas Jerebko. Wie gut sind Sie auf die einzelnen Spieler eingestellt?

Zipser: Gegen jeden von ihnen habe ich schon gespielt, dazu bereitet man sich natürlich noch einmal unheimlich intensiv vor so einer Serie vor. Die Stärken und Schwächen von jedem von ihnen kenne ich auswendig. Aber je länger die Serie dauert, verschiebt sich der Fokus aber auch ein wenig. Es sind immer die gleichen Spieler, aber wir werden auch taktische Änderungen vornehmen und manche Verteidigungssysteme werden besser funktionieren als andere. Also muss man sich natürlich auch in jedem Spiel wieder neu anpassen.

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SPOX: Fühlt sich im Team irgendetwas anders an als in der Regular Season?

Zipser: Ja, ganz vieles. Wir reden viel, viel mehr - ständig von Boston natürlich. Die Intensität im Team und der Fokus sind völlig anders, im Training und auch in den Video-Meetings. In den Playoffs geht es richtig um etwas. Vorher war es auch manchmal ein wenig anders, da hat mal hat der eine einen schlechten Tag, mal der andere. Aber jetzt gibt es keine schlechten Tage mehr. Jetzt geht es richtig los, das spürt man. Sogar im Büro. Alle sind richtig hibbelig.

SPOX: Hat sich der Coach schon geäußert, ob er wie in der Regular Season mit den Startern rotiert oder hat er sich schon auf fünf Spieler festgelegt?

Zipser: Die Starter werden die Jungs sein, die am erfolgreichsten waren und die schon am meisten Erfahrung in den Playoffs gesammelt haben. Da gehöre ich, glaube ich, noch nicht dazu. Aber das kann sich während der Serie auch ändern, schließlich kommt vieles auf die individuellen Matchups an. Was funktioniert? Was funktioniert nicht? Das wird sich zeigen.

SPOX: Mit Isaiah Thomas haben die Celtics einen überragenden Spieler in ihren Reihen. Haben Sie sich - als einer der besseren Verteidiger des Teams - auch speziell auf ihn vorbereitet?

Zipser: Für jeden Spieler von uns heißt es, sich auf Thomas einzustellen. Ganz einfach, weil er ihr bester Mann ist. Es ist nicht nur die Aufgabe von Rajon Rondo, Jerian Grant oder Michael Carter-Williams, ihn zu stoppen. Das müssen wir im Kollektiv tun. Dazu gehört, dass ich ihn am Ball verteidigen kann und weiß, was ich zu tun habe. Genau so wichtig ist aber, dass ich meine Aufgabe kenne, wenn er am Ball ist und ich jemand anderen verteidige. Thomas ist auf jeden Fall der Schlüsselspieler, den wir einschränken müssen. Und wir werden versuchen, ihm das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Das Playoff-Bracket im Überblick

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