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Ziemlich beste Freunde

J.R. Smith wählte einen ungewöhnlichen Moment, um Jason Terry zu begrüßen

J.R. Smith musste schon einigen Spott über sich ergehen lassen - wir legen noch einmal nach. Chris Paul sollte sich dagegen besser an die eigene Nase fassen, während Klay Thompson ungeahnte Fähigkeiten präsentiert. Die Sacramento Kings haben - wie so oft - ein Alternativ-Programm. Thank God it's Friday!

Freunde der Woche

Es gibt Paare, die sind einfach unzertrennlich. John Stockton und Karl Malone, Bernhard und Bianca, Sarah und Pietro. Ungefähr in diese Kategorie fällt auch die Beziehung zwischen J.R. Smith und Jason Terry.

Falls es einen Basketball-Fan auf dieser Welt geben sollte, der DEN Shaqtin-a-fool-Moment des Jahres nicht gesehen hat, hier nochmal die Beschreibung des Tathergangs.

Früher Abend: J.R. Smith kommt in die Halle der Milwaukee Bucks. Er begrüßt Jason Terry nicht.

Kurz vor dem Tip-Off: J.R. Smith macht sich für das Spiel bereit und klatscht sich mit den Bucks-Startern ab. Jason Terry, der am Anschreibetisch steht, begrüßt er nicht.

Drei Minuten vor Ende der ersten Halbzeit: J.R. Smith begrüßt Jason Terry. So weit, so ungewöhnlich.

Das Problem an der Sache: Das Spiel lief, die Bucks waren im Angriff und J.R. eigentlich einer der fünf Cavs, die auf dem Court standen und Clevelands Korb verteidigen sollten. Aber Captain Swish hatte die Rechnung ohne die Referees gemacht.

Die Unparteiischen hatten nämlich nicht mitbekommen, dass der Moment der großen Begrüßung zwischen den beiden Shootern endlich gekommen war. Sonst hätten sie das Spiel - natürlich - sofort unterbrochen, als J.R. vom Spielfeld zur Bucks-Bank schlenderte, um den Jet zu umarmen. Solche Schlafmützen! Echt, man.

Nun, was geschah, ist schon jetzt legendär: Matthew Dellavedova schaltete snell und fütterte ebenjenen Tony, der den Dunk im Eins-gegen-Null erstaunlich souverän verwandelte. Anschließend musste sich J.R. von seinen Teamkollegen etwas anhören.

Da ist es nur verständlich, dass Smith nach dem Spiel eine Ski-Maske aufzog, um auf die Fragen der Reporter Blödsinn antworten zu können, ohne gehört zu werden. Wirklich clever, J.R. - nicht! Denn auch hier hatte Smith nicht für den Rest der Welt mitgedacht, vor allem nicht für die Textilindustrie. Die Ski-Masken von heute sind nämlich auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Und so kam es, dass Aussagen von "Um welches Play geht es?" bis hin zu "Ich wusste gar nicht, dass ich überhaupt auf dem Feld stand" durch den Stoff drangen und Medienvertreter nebst Internet-Community verzückten.

Eine Frage allerdings blieb offen: Seit wann sind Smith und Terry eigentlich Freunde? Galileo Mystery ist bereits informiert. Spoiler: Vermutlich hat es mit den Illuminaten zu tun.

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Genießer der Woche

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Diese Worte haben sich auch die Kings zu Herzen genommen, besonders DeMarcus Cousins. Der Trip nach Philadelphia erwies sich für Sacramento als reine Zeitverschwendung, denn das Wells Fargo Center war in ähnlichem Zustand wie die Dallas Mavericks.

"Unspielbar" lautete die Einschätzung der Verantwortlichen, nachdem an mehreren Stellen Wasser der unter dem Parkett liegenden Eisfläche durch den Boden emporgestiegen war. Zuvor hatte Mr. Boogie Propper allerdings mit großem Einsatz versucht, das mit Spannung erwartete Big-Man-Duell gegen Joel Embiid doch noch möglich zu machen.

Da aber jegliche Mühe umsonst und das Flugzeug gerade nicht verfügbar war, bekam die Mannschaft frei. Und was macht man, wenn man in Philly frei hat? Richtig, Cheese-Steaks futtern.

Woher auch immer Cousins und Barnes ihre Käse-Schnitzel und den dazugehörigen edlen Tropfen hatten - es schien, ein lustiges Alternativ-Programm zu sein. Achtung: Die Social-Media-Videos von Barnes geben dabei in keiner Weise das Verhältnis von fester zu flüssiger Nahrung im Körper der beiden wider. Off day, baby!

Lebensretter der Woche

Es ist schon nicht leicht für die Ü35-Generation in der NBA. Immer wieder wird ein einstiger Weggefährte aus ihrer Mitte gerissen, zuletzt verabschiedeten sich Ray Allen und Kevin Garnett. Und doch rackern sich einige alte Herren noch immer in der besten Basketball-Liga der Welt ab.

Zugegeben, die Hauptaufgabe von Kollegen wie Paul Pierce besteht inzwischen darin, mehr oder weniger motivierten Jugendlichen in der Kabine zu zeigen, wo es lang geht und wie man bei Angeber-Storys über das Fremdgehen nicht gefilmt wird. Doch hin und wieder müssen die Oldies auch mal auf den Court, so geschehen beim Spiel der Clippers gegen die Nets.

29 Minuten stand Pierce auf dem Parkett, nachdem er in den 18 Spielen zuvor lediglich auf 18 Minuten gekommen war. Dem Pensum war der einstige Champion nicht mehr wirklich gewachsen, diese unangenehme Wahrheit musste sich auch The Truth eingestehen.

Nach einem vergebenen Fastbreak-Dunk (bei dem er auch leicht gefoult wurde) blieb Pierce einen Moment zum Verschnaufen am Boden liegen. Chris Paul eilte dem Großpapa in spe zu Hilfe und führte erst einmal eine Herzdruckmassage durch, um den Dino wieder zum Leben zu erwecken.

Anschließend stand Pierce zwar wieder auf und traf seine beiden Freiwürfe (die ersten der Saison), doch CP3 muss dich dennoch unangenehme Fragen gefallen lassen. Jedes Kind weiß schließlich, dass bei einer vernünftigen Wiederbelebung mindestens eine Rippe brechen muss - und Pierce steht auch heute noch nicht auf dem Injury Report.

Auch um die Mund-zu-Mund-Beatmung drückte sich Paul, obwohl der gefallene Graue Panther fast schon ein Sauerstoffzelt gebraucht hätte. In solchen Momenten zeigt sich wirklich, wie es um die Teamchemie bestellt ist. Arme Clippers.

Pilot der Woche

Klay Thompson ist für so einiges gut. Siege beim Dreier-Contest zum Beispiel. Oder eine Championship mit den Warriors zu feiern. Oder 37 Punkte in einem Viertel zu erzielen. Nun stellte der Shooting Guard aber all seine bisher dagewesenen Erfolge in den Schatten. Und zwar deutlich.

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen die Atlanta Hawks, dem zwölften in Serie, ließ Thompson die anwesenden Medienvertreter an seinem Bastel-Genie teilhaben. Vollmundig kündigte er an: "Ich mache die besten Papierflieger der Westküste" und faltete dann doch tatsächlich in wenigen Sekunden aus dem ausgedruckten Boxscore ein solides Flugobjekt.

Sieht man mal davon ab, dass der Flieger bei seinem Jungfernflug nicht wie angekündigt den Kameramann in der letzten Reihe, sondern den vor den Kameras sitzenden Journalisten traf, machte Thompson auch als Pilot eine starke Figur.

Bei so einer Siegesserie kann man sich einiges erlauben, jetzt haben die Dubs allerdings wieder verloren. Gegen James Harden und die Houston Rockets. In Experten-Kreisen kursieren bereits die Gerüchte, Thompson könnte nach diesem Rückschlag seine Basketball-Karriere an den Nagel hängen und sich stattdessen auf seine eigentliche Stärke, das Basteln, konzentrieren.

Ich sehe es schon vor mir: Finals im Papierflieger falten! Doch wenn Thompson der Vertreter des Westens ist, wer wird dann der Herausforderer aus dem Osten? Na klar, Iman Shumpert! Wer sonst könnte mit seiner Frisur die gegnerischen Flieger vom Himmel holen?

Und an der Einstellung mangelt es Shump ja ohnehin nicht. Seine Antwort auf eine Herausforderung von Thompson kennen wir bereits jetzt: "Ich werden ihm kräftig den Arsch versohlen. Punkt." Hoffentlich nicht mit Papierfliegern. Das könnte wehtun.

Und sonst so?

Die wiederentdeckte Freundschaft zwischen Michael Jordan und Charles Barkley ist leider eine Story aus dem Reich der Fabeln, Mythen und Pelicans-Championships.

Wie Chuck nun berichtete, ist das kürzlich veröffentlichte Foto von MJ und ihm nur entstanden, weil beide sich zufällig bei der "Broadcasting & Cable Hall of Fame 2016" über den Weg gelaufen sind. Also: nix Versöhnung.

Sir Charles trauert aber immer noch: "Ich liebe Michael. Und ich vermisse seine Freundschaft." Was würde Mark Cuban wohl dazu sagen? Vermutlich: "This dude bitches like a motherf-----!"

Apropos Cuban: Der Mavs-Eigentümer hat sich - oh, Wunder - mal wieder wortstark hervorgetan. Neben oben erwähntem Spruch über Dirk Nowitzki und dessen Verletzung verlor Cubes auch ein paar Takte über die aktuellen Leistungen der Refs. Vor allem auf Kenny Mauer, der das Double-Dribbling von Bogdan Bogdanovic nicht sah, hatte er es abgesehen.

"Suspendiert ihn, degradiert ihn, macht ihn für Spiel zum Schiri in der D-League", forderte Cuban. Meine Güte, der Kerl hat wirklich einen speziellen Fetisch. Es steht nicht jeder da drauf, ständig Geld abgeknöpft zu bekommen.

Aber wenn Cubes schon Kohle verpulvern will, hätte ich da einige bessere Ideen. Ist ja schließlich bald Weihnachten: Eine Tonne Druckerpapier für das Papierflieger-Team der Golden State Warriors, einen Defibrillator für die Clippers oder ein Cognac-Fass für Matt Barnes. Oder aber ein Partner-Shirt für J.R. Smith und Jason Terry, die besten ziemlich besten Freunde, die man sich vorstellen kann.

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